Weiterhin werden weltweit menschliche Fälle der Influenza A/H1N1, der sog. „Schweinegrippe“ registriert. Eine weitere Zunahme wird befürchtet. Auch aus Ägypten wurden Erkrankungsfälle berichtet. Die WHO ruft weiterhin alle Länder zur erhöhten Wachsamkeit beim Auftreten von Influenza A (H1N1) in der Bevölkerung auf. Reisenden wird empfohlen sich sorgfältig und regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife zu waschen und sich beim Auftreten grippeähnlicher Beschwerden umgehend in medizinische Obhut zu begeben.
Landesweit besteht in Ägypten ein erhöhtes Infektionsrisiko für Hepatitis A - der so genannten Reisegelbsucht. Seit September 2008 wurden in Frankreich 26 Hepatitis A-Fälle berichtet, die auf eine Infektion im Reiseland Ägypten zurückzuführen sind. Untersuchungen zeigten, dass viele der Infektionen bei Kreuzfahrten auf dem Nil erworben wurden. Auch Untersuchungen der Gesundheitsbehörden in Belgien ergaben, dass bei belgischen Reisenden Hepatitis A-Infektionen nach Nil-Kreuzfahrten auftraten. In Deutschland wurden 34 Hepatitis A-Fälle in der Zeit von September bis November 2008 gemeldet, bei denen ein Zusammenhang mit Nil-Kreuzfahrten angenommen wird. Eine Ansteckung in einem Land mit einer hohen Hepatitis-Verbreitung kann sehr leicht erfolgen. Infizierte Touristen können nach der Heimkehr auch für andere Menschen eine Gefahr darstellen, mit denen sie in direktem oder indirektem (z.B. über die Nahrung) Kontakt stehen. Diese Tatsache wurde auch beim Hepatitis A-Ausbruch vor wenigen Jahren in Hurghada belegt. Über 300 Touristen infizierten sich während ihres Aufenthaltes mit dem Hepatitis A-Virus. Darunter auch die Mitarbeiterin einer Metzgerei aus Tirol. Nach ihrer Rückkehr aus Ägypten hat sie ihren Sohn und mehrere Kunden der Metzgerei angesteckt. Daher wird bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen ein Hepatitis A-Impfschutz empfohlen. Der Impfschutz hält mindestens 10 Jahre. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Eine sorgfältige Nahrungs- und Trinkwasserhygiene ist stets empfohlen.
Ebenso besteht in Ägypten landesweit ein erhöhtes Infektionsrisiko für Hepatitis B. Die Hepatitis B ist eine unter Umständen chronisch verlaufende Erkrankung, die mit einer Lebensverkürzung im Vergleich zur Normalbevölkerung einhergeht (Spätfolgen sind z.B. Leberzirrhose, -krebs). Zur Vorbeugung gegen Hepatitis B sollten die Infektionsquellen (z.B. Nadelstichverletzungen im medizinischen Bereich, ungeschützte Sexualkontakte - insbesondere bei Homosexuellen -, i.v. Drogenmissbrauch) gemieden werden. Daher kann bei einem nennen swerten Risiko eine Impfung gegen Hepatitis A und B empfehlenswert sein. Personen die ein Risiko haben, besonders schwer zu erkranken z.B. Personen mit chronischen Lebererkrankungen, ist grundsätzlich ein Impfschutz gegen Hepatitis A und B zu empfehlen.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Im Vorjahr (2009) berichtete das Robert Koch Institut, dass im Jahr 2008 bei insgesamt 111 deutschen Reisenden eine Shigellose-Erkrankung nach Aufenthalt in Ägypten diagnostiziert wurde (die Zahlen über Infektionen in 2009 liegen noch nicht vor). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Übertragungsmonate: überwiegend Juni - Oktober
Malariaart: Malaria tertiana (P. vivax) und Malaria tropica (P. falciparum)
Keine medikamentöse Vorbeugung empfohlen: Oase El Faiyûm (Nil-Oase)
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Kinderlähmung | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Meningokokken Meningitis | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. während Trockenzeiten) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten) |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende (Kinder über 1 Lj.), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Bilharziose | Vorkommen: im Süßwasser vorwiegend im Nildelta, Niltal, (bes. Nebenflüsse), Suezkanal-Gebiet | Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Filariose | Vorkommen: vereinzelte Herde im Nildelta | Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Fleckfieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche). Impfung nur in seltenen Fällen empfohlen ! |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Kala Azar | vor allem im Norden | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Leishmaniasis | vor allem im Norden | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Meningokokken Meningitis | Vorkommen: v.a. im Niltal Übertragungsmonate: Dezember - Mai | Impfung. Vermeidung von größeren Menschenansammlungen (z.B. enge Wohnverhältnisse, überfüllte Verkehrsmittel, etc.) |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 8 | 9 | 11 | 14 | 17 | 20 | 21 | 22 | 20 | 18 | 14 | 10 |
| Max. Temp °C | 18 | 21 | 24 | 28 | 33 | 35 | 36 | 35 | 32 | 30 | 26 | 20 |
| Feuchtigkeit % | 55 | 49 | 45 | 38 | 34 | 38 | 45 | 49 | 50 | 49 | 53 | 56 |
| Regentage | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 |
Stauffenbergstraße 6-7
10785 Berlin
Tel.: (030) 477 54 70
Fax: (030) 477 10 49
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Mo-Fr: 9-16 Uhr
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