Wie in vielen afrikanischen Ländern besteht auch in Angola landesweit ein Malariarisiko. Im südlichen Afrika stellt die Malaria laut Angaben der SADC die zweithäufigste Todesursache in der Bevölkerung dar. Laut Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die überwiegend in Angola vorkommende Malariaart (90%), die Malaria tropica. Vorbeugend sollte rechtzeitig vor der Reise ein Arzt aufgesucht werden, um in einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Analyse die individuell angepasste Malariaprophylaxe für einen Urlaub in einem Malariarisikogebiet festzulegen. Alle Reisenden, die nach Rückkehr Fieber und/oder Zeichen eines grippalen Infektes entwickeln, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, um möglichst früh eine Malaria erkennen und behandeln zu können.
Grundsätzlich besteht ein Tollwut-Risiko wie in vielen anderen afrikanischen Ländern. Seit Dezember 2006 soll es über 20 Bissverletzungen durch tollwütige Hunde in der Provinz Huambo gegeben haben. Bei längeren Aufenthalten in den Risikogebieten wird daher vorsorglich eine Tollwut-Impfung empfohlen. Bei Bissverletzungen ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen.
In diesem Jahr wurden bis 16. Februar 2010 insgesamt 25 Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet. Die Fälle wurden in Pakistan, Afghanistan, Indien, Senegal, Nigeria und Tschad registriert. Im vergangenen Jahr wurden der WHO 1.595 Poliofälle aus Pakistan (89), Afghanistan (38), Indien (732), Mauretanien (11), Tschad (66), Sierra Leone (12), Nigeria (388), Mali (2), Guinea (41), Liberia (11), Burkina Faso (15), Kamerun (3), Angola (29), Burundi (2), Zentralafrika (14), Elfenbeinküste (27), Kenia (18), Sudan (45), Demokratische Republik Kongo (3), Niger (15), Uganda (8), Benin (20) und Togo (6) berichtet. Die meisten Fälle werden aus den Ländern berichtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In die anderen Länder ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten. In Angola wurden im Jahr 2009 insgesamt 29 Fälle registriert (2008: 29; 2007: 8; 2006: 2; 2005: 10; 2000: 55). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist. Bei Reisen in aktuelle Polio-Risikogebiete ist ein Impfschutz empfohlen. Grundsätzlich zählen dazu großräumig das tropische Afrika und vereinzelte Länder/Regionen Asiens.
Der Norden Angolas gehört weltweit zu den Regionen aus denen jährlich die höchsten Erkrankungszahlen der Schlafkrankheit registriert werden. Eine Häufung von Fällen wurde aus dem Distrikt Lukala in der nördlichen Provinz Kwanza-Norte gemeldet. Erkrankungsfälle der Schlafkrankheit werden ganzjährig aus den nördlichen Gebieten (v.a. Provinz Uije, Kunene, Huambo, Namibe und Huila) berichtet. Die schlechte medizinische Versorgung sowie das massenhafte Auftreten des Überträgers (Tsetsefliege), führen zu einer Verschlechterung der Gesamtsituation, zur Ausdehnung der Erkrankung und zur permanenten Infektionsgefahr für die einheimische Bevölkerung im Norden des Landes. Gute Schutzmaßnahmen gegen Stechfliegen sind stets durchzuführen.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % al ler Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung
Malariaart: 90 % Malaria tropica (P. falciparum), ansonsten Malaria tertiana
Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe): landesweit einschließlich der Städte
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | ja | Alle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Kinderlähmung | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Meningokokken Meningitis | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. während Trockenzeiten) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten) |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden (> 1. Lebensjahr), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete). Angola gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten. Daher empfiehlt die WHO unabhängig von den Landesvorschriften nachdrücklich die Impfung für alle Reisenden in Gelbfieber-Infektionsgebiete. |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Bilharziose | Vorkommen: im Süßwasser landesweit | Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Cholera | Infektionsgebiete in den Provinzen: Bengo, Benguela, Cabinda, Huambo, Huila, Kuando-Kubango, Kunene, Kwanza-Norte, Kwanza-Sul, Luanda (Luanda Cap.), Malanga, Namibe, Uige, Zaire | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. |
| Dengue-Fieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Filariose | Loa loa: Vorkommen hauptsächlich im Norden | Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Gelbfieber | Vorkommen: v.a. in den Provinzen Luanda und Bengo | Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Meningokokken Meningitis | Vorkommen: landesweit Übertragungsmonate: Mai - Oktober | Impfung. Vermeidung von größeren Menschenansammlungen (z.B. enge Wohnverhältnisse, überfüllte Verkehrsmittel, etc.) |
| Schlafkrankheit | Vorkommen: vorwiegend im Norden | Schutz vor Bremsen durch hautbedeckende Kleidung (dunkle Farben vermeiden). Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Zeckenbißfieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays). |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 23 | 24 | 24 | 24 | 23 | 20 | 18 | 18 | 19 | 22 | 23 | 23 |
| Max. Temp °C | 28 | 29 | 30 | 29 | 28 | 25 | 23 | 23 | 24 | 26 | 28 | 28 |
| Feuchtigkeit % | 78 | 76 | 77 | 80 | 80 | 79 | 80 | 81 | 80 | 79 | 78 | 77 |
| Regentage | 3 | 3 | 6 | 8 | 2 | 0 | 0 | 0 | 1 | 2 | 4 | 3 |
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