Landesweit besteht in vielen Regionen ein Infektionsrisiko für Chikungunya-Fieber. Mindestens 240 Chikungunya-Erkrankungsfälle wurden in Sidomulyo, in Süd-Lampung im Februar registriert. Die ersten Erkrankungsfälle wurden bereits im Januar beobachtet. Seither hat sich die Infektionskrankheit, die durch Mücken übertragen wird, von einem Dorf zum anderen in der Region ausgebreitet. Chikungunya Fieber stellt seit Dezember 2009 in Lampung ein großes Problem dar. Anfangs des Jahres wurde aus der Provinz berichtet, dass seit Mitte Dezember bereits 12.000 Erkrankungsfälle gemeldet wurden. Nach Aussage der Gesundheitsbehörden handelt es sich dabei um die höchste Erkrankungszahl seit den letzten 10 Jahren. Am stärksten betroffen sind die Regionen Tulangbawang und Mesuji, in denen jeweils zwischen 3000 bis 4000 Erkrankungsfälle gezählt wurden. Auch aus dem Westen von Lampung wurden nahezu 1000 Erkrankungen gemeldet. Im Distrikt von Bengkunat-Belimbing wurden die meisten Fälle registriert, überwiegend bei Bewohnern der umliegenden Regenwälder. Vielerorts wurden im vergangenen Jahr Chikungunya-Fälle berichtet. Darunter Java, Bandar Lampung, Balikapapan, Samarinda in Ost-Kalimantan (Borneo) und Sukoharjo-Distrikt (Zentral-Java). Gute Mückenschutzmaßnahmen sind empfohlen.
Landesweit besteht auch ein Risiko für Dengue Fieber. Während der Regenzeit kommt es in Indonesien zu einer Zunahme von Dengue Fieber-Erkrankungen. Im Januar und Februar werden alljährlich vermehrt Dengue Fieber-Fälle berichtet, da zu dieser Jahreszeit die Regenzeit ihren Höhepunkt erreicht. In Ost-Kalimantan (Insel Borneo) hat die Zahl der Dengue Fieber-Kranken in den letzten Wochen seit Dezember zugenommen. Über 170 Erkrankungsfälle wurden in den örtlichen Krankenhäusern registriert - darunter auch Todesfälle. Auch im Osten der Insel Java wurden über 140 Dengue Fieber-Fälle in der Region von Jember in den ersten 11 Tagen des neuen Jahres registriert. Die Gesundheitsbehörden befürchten eine weitere Zunahme in den kommenden Wochen. Die sommerliche Regenzeit auf Java, auf der die Hauptstadt Jakarta gelegen ist, reicht von November bis mindestens März. In dieser Zeit regnet es durchschnittlich 14-20 Tage im Monat. Während den Regenzeiten stehen für viele Insekten, wie z.B. Mücken vermehrt Brutplätze zur Verfügung. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z.B. Dengue Fieber aber auch Malaria, während und nach Regenperioden häufiger auf. Im Vorjahr (2009) berichtete das Robert Koch Institut, dass im Jahr 2008 bei insgesamt 27 deutschen Reisenden eine Dengue Fieber-Erkrankung nach Aufenthalt in Indonesien diagnostiziert wurde. Daher sind gute Mückenschutzmaßnahmen empfohlen.
Malaria stellt in Indonesien ein ernstes Gesundheitsproblem dar. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Malariaerkrankungen dramatisch zugenommen. Auch die Anzahl der Malaria-Ausbrüche ist in der Region von Java und Bali stark angestiegen. Auch für Reisende besteht ein erhöhtes Malariarisiko. Daher sind gute Mückenschutzmaßnahmen und - nach ärztlicher Absprache - eine medikamentöse Malariavorbeugung unentbehrlich.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Indonesien liegt in einer seismologisch aktiven Zone, so dass Erdbeben auf den Inseln keine Seltenheit darstellen. Am 17. Juli 2006 hatten heftige Erdstöße mit einer Stärke von 7,7 auf der Richterskala zu einem Tsunami im Südwesten Javas geführt, der eine über 200 km lange Spur der Verwüstung mit sich zog. Am stärksten betroffen war die Küstenregion von Pangandaran, einem beliebten Urlaubsziel. Auch im Mai 2006 wurde Yogykarta von einem Erdbeben heimgesucht, das über 5.000 Menschenleben kostete. Unvergessen bleibt die große Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 in der schätzungsweise 230.000 Menschen ums Leben kamen.
In diesem Jahr wurden bis 16. Februar 2010 insgesamt 25 Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet. Die Fälle wurden in Pakistan, Afghanistan, Indien, Senegal, Nigeria und Tschad registriert. Im vergangenen Jahr wurden der WHO 1.595 Poliofälle aus Pakistan (89), Afghanistan (38), Indien (732), Mauretanien (11), Tschad (66), Sierra Leone (12), Nigeria (388), Mali (2), Guinea (41), Liberia (11), Burkina Faso (15), Kamerun (3), Angola (29), Burundi (2), Zentralafrika (14), Elfenbeinküste (27), Kenia (18), Sudan (45), Demokratische Republik Kongo (3), Niger (15), Uganda (8), Benin (20) und Togo (6) berichtet. Die meisten Fälle werden aus den Ländern berichtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In die anderen Länder ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten. In Indonesien wurden zuletzt im Jahr 2007 zwei Poliofälle berichtet (2006: 2; 2005: 299). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Daher ist ein Polio-Impfschutz für Reisende in Polio-Risikogebiete weiterhin unentbehrlich um einen Schutz vor Kinderlähmung zu gewährleisten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist.
Risikogebiete: Hochrisikogebiete in Irian Jaya (West-Neuguinea), sowie auf allen Inseln östlich von Bali, einschl. Lombok (inkl. Gili Islands), Timor, Flores und den Molukken. Geringes Risiko in den übrigen Gebieten.
Kein Malariarisiko: Große Städte und Touristenzentren von Java und Bali
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung
Malariaart: über 65 % Malaria tropica (P.falciparum), ansonsten Malaria tertiana
Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe): ganzjährig in den Hochrisikogebieten von Irian Jaya (West-Neuguinea), sowie auf allen Inseln östlich von Bali, einschl. Lombok (inkl. Gili Islands), Timor, Flores und den Molukken.
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): ganzjährig in den übrigen Gebieten
Keine medikamentöse Vorbeugung empfohlen: Große Städte und Touristenzentren von Java und Bali
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | Risikogruppen ja | Reisende mit längeren Aufenthalten (ab 4 Wochen) in ländlichen Gebieten, in denen die Japanische Enzephalitis vorkommt, v.a. während Regenzeiten mit gehäufter Verbreitung der Überträgermücken |
| Kinderlähmung | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Meningokokken Meningitis | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende (> 9. Lebensmonat), die aus infizierten Gebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungebiete). |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Bilharziose | Vorkommen: im Süßwasser; Zentral-Sulawesi, eventuell auch in Zentral-Java | Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Dengue-Fieber | Vorkommen: landesweit Übertragungsmonate: Oktober - März | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Filariose | landesweites Vorkommen | Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Fleckfieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche). Impfung nur in seltenen Fällen empfohlen ! |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Japanische Enzephalitis | Vorkommen: gering in ländlichen Gebieten Übertragungsmonate: September-März | Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Pest | landesweites Vorkommen | Schutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätz bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 |
| Max. Temp °C | 29 | 29 | 30 | 30 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 30 | 30 |
| Feuchtigkeit % | 84 | 84 | 83 | 81 | 80 | 80 | 77 | 75 | 75 | 76 | 79 | 81 |
| Regentage | 13 | 12 | 5 | 6 | 6 | 8 | 7 | 6 | 6 | 8 | 9 | 11 |
Lehrter Straße 16-17
10557 Berlin
Tel.: (030) 47 80 70
Fax: (030) 44 73 71 42
Website: www.kbri-berlin.org
Mo-Fr: 9-13 Uhr und 14-17 Uhr
Embassy of the Federal Republic of Germany
Jalan M. H. Thamrin Nr. 1
Jakarta 10310.
Indonesien
Tel.: (0062 21) 39 85 50 00
Fax: (0062 21) 390 17 57
e-Mail: info@jakarta.diplo.de
Website: www.jakarta.diplo.de

