Landesweit besteht in vielen Regionen ein Infektionsrisiko für Chikungunya-Fieber. Anfangs des Jahres wurde aus der Provinz berichtet, dass seit Mitte Dezember bereits 12.000 Erkrankungsfälle gemeldet wurden. Nach Aussage der Gesundheitsbehörden handelt es sich dabei um die höchste Erkrankungszahl seit den letzten 10 Jahren. Am stärksten betroffen sind die Regionen Tulangbawang und Mesuji, in denen jeweils zwischen 3000 bis 4000 Erkrankungsfälle gezählt wurden. Auch aus dem Westen von Lampung wurden nahezu 1000 Erkrankungen gemeldet. Im Distrikt von Bengkunat-Belimbing wurden die meisten Fälle registriert, überwiegend bei Bewohnern der umliegenden Regenwälder. Vielerorts wurden im vergangenen Jahr Chikungunya-Fälle berichtet. Darunter Java, Bandar Lampung, Balikapapan, Samarinda in Ost-Kalimantan (Borneo) und Sukoharjo-Distrikt (Zentral-Java). Gute Mückenschutzmaßnahmen sind empfohlen.
Landesweit besteht auch ein Risiko für Dengue Fieber. Vor allem aus dem Osten Jakartas (v.a. Durensawit, Cakung, Jatinegara, Pulogadung, Kramatjati, Cipayung, Matraman, Ciracas, Makasar und Pasarrebo) wurden in diesem Jahr bis Mitte Juni über 4.600 Erkrankungsfälle berichtet. Im Vorjahr (2009) berichtete das Robert Koch Institut, dass im Jahr 2008 bei insgesamt 27 deutschen Reisenden eine Dengue Fieber-Erkrankung nach Aufenthalt in Indonesien diagnostiziert wurde. Daher sind gute Mückenschutzmaßnahmen empfohlen.
Malaria stellt in Indonesien ein ernstes Gesundheitsproblem dar. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Malariaerkrankungen dramatisch zugenommen. Auch die Anzahl der Malaria-Ausbrüche ist in der Region von Java und Bali stark angestiegen. Auch für Reisende besteht ein erhöhtes Malariarisiko. Daher sind gute Mückenschutzmaßnahmen und - nach ärztlicher Absprache - eine medikamentöse Malariavorbeugung unentbehrlich.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Indonesien liegt in einer seismologisch aktiven Zone, so dass Erdbeben auf den Inseln keine Seltenheit darstellen. Am 17. Juli 2006 hatten heftige Erdstöße mit einer Stärke von 7,7 auf der Richterskala zu einem Tsunami im Südwesten Javas geführt, der eine über 200 km lange Spur der Verwüstung mit sich zog. Am stärksten betroffen war die Küstenregion von Pangandaran, einem beliebten Urlaubsziel. Auch im Mai 2006 wurde Yogykarta von einem Erdbeben heimgesucht, das über 5.000 Menschenleben kostete. Unvergessen bleibt die große Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 in der schätzungsweise 230.000 Menschen ums Leben kamen.
In diesem Jahr wurden bis 2. August 2010 insgesamt 597 Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet.
Die Fälle wurden in Tadschikistan (452), Pakistan (34), Demokratische
Republik Kongo (2), Nigeria (6), Angola (17), Indien (25), Nepal (5)
Afghanistan (12), Tschad (14), Mali (3), Senegal (18), Mauretanien (5),
Niger (2), Liberia (1) und Sierra Leone (1) registriert. Im vergangenen
Jahr wurden der WHO 1.604 Poliofälle aus Pakistan (89), Afghanistan
(38), Indien (741), Mauretanien (13), Tschad (64), Sierra Leone (11),
Nigeria (388), Mali (2), Guinea (42), Liberia (11), Burkina Faso (15),
Kamerun (3), Angola (29), Burundi (2), Zentralafrika (14),
Elfenbeinküste (26), Kenia (19), Sudan (45), Demokratische Republik
Kongo (3), Niger (15), Uganda (8), Benin (20) und Togo (6) berichtet. Die meisten Fälle werden aus den Ländern berichtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In die anderen Länder ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten. In Indonesien wurden zuletzt im Jahr 2007 zwei Poliofälle berichtet (2006: 2; 2005: 299). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Daher ist ein Polio-Impfschutz für Reisende in Polio-Risikogebiete weiterhin unentbehrlich um einen Schutz vor Kinderlähmung zu gewährleisten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist.
Über 60 Tollwut-Fälle wurden in diesem Jahr bereits aus der Inselprovinz Bali gemeldet. Erst am 5. Juli starb ein acht jähriger Schüler nach einem Hundesbiss an den Folgen der Tollwut. Die Todesfälle wurden unter anderem aus den Regionen von Jembrana, Karengasem, Buleleeng, Kaliasem, Canggu, Badung, Kapal, Mengwi, Tembuku, Bangli und Tabanan berichtet. Viele der Erkrankungsfälle werden jedoch nicht labortechnisch untersucht, sondern aufgrund des Beschwerdebildes der Tollwut zugeordnet. Daher handelt es sich bei den Zahlenangaben der Tollwuterkrankungen zumeist um Verdachtsfälle und Schätzzahlen. Besuchern und Bewohnern der Region wird empfohlen, sich von freilaufenden Hunden fernzuhalten, da durch infizierte Tiere die Gefahr der Virusübertragung auf den Menschen besteht. Weltweit erkranken laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 40.000-70.000 Menschen an Tollwut. 90% der Infektionen stammen aus Asien. In Indien sollen medizinischen Angaben zufolge jährlich rund 30.000 Menschen infolge von Tierbissen (vornehmlich Hunde) an Tollwut erkranken. Das wachsende Tollwutrisiko ergibt sich durch die zunehmende Anzahl von streunenden Hunden. Eine Tollwut-Impfempfehlung für Reisende besteht vor allem bei Langzeitreisen in Länder mit erhöhtem Tollwutvorkommen - vor allem im asiatischen Raum. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem in Ländern wie z.B. Indien und Nepal in denen es viele streunende Hunde und ein erhöhtes Vorkommen von Hundetollwut gibt. Um sich vor einer Tollwut-Erkrankung zu schützen, wird Risikopersonen eine Impfung empfohlen. Grundsätzlich sollten sich Reisende von freilaufenden Tieren (v.a. Hunde und Katzen) fernhalten. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Ebenso sollte bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v.a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, so dass im Notfall bei postexpositioneller Behandlung u.U. nicht die richtigen Medikamente in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen.
Risikogebiete: Hochrisikogebiete in Irian Jaya (West-Neuguinea), sowie auf allen Inseln östlich von Bali, einschl. Lombok (inkl. Gili Islands), Timor, Flores und den Molukken. Geringes Risiko in den übrigen Gebieten.
Kein Malariarisiko: Große Städte und Touristenzentren von Java und Bali
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung
Malariaart: über 65 % Malaria tropica (P.falciparum), ansonsten Malaria tertiana
Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe): ganzjährig in den Hochrisikogebieten von Irian Jaya (West-Neuguinea), sowie auf allen Inseln östlich von Bali, einschl. Lombok (inkl. Gili Islands), Timor, Flores und den Molukken.
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): ganzjährig in den übrigen Gebieten
Keine medikamentöse Vorbeugung empfohlen: Große Städte und Touristenzentren von Java und Bali
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | Risikogruppen ja | Reisende mit längeren Aufenthalten (ab 4 Wochen) in ländlichen Gebieten, in denen die Japanische Enzephalitis vorkommt, v.a. während Regenzeiten mit gehäufter Verbreitung der Überträgermücken |
| Kinderlähmung | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Meningokokken Meningitis | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende (> 9. Lebensmonat), die aus infizierten Gebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungebiete). |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Bilharziose | Vorkommen: im Süßwasser; Zentral-Sulawesi, eventuell auch in Zentral-Java | Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Dengue-Fieber | Vorkommen: landesweit Übertragungsmonate: Oktober - März | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Filariose | landesweites Vorkommen | Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Fleckfieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche). Impfung nur in seltenen Fällen empfohlen ! |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Japanische Enzephalitis | Vorkommen: gering in ländlichen Gebieten Übertragungsmonate: September-März | Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Pest | landesweites Vorkommen | Schutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätz bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 | 23 |
| Max. Temp °C | 29 | 29 | 30 | 30 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 31 | 30 | 30 |
| Feuchtigkeit % | 84 | 84 | 83 | 81 | 80 | 80 | 77 | 75 | 75 | 76 | 79 | 81 |
| Regentage | 13 | 12 | 5 | 6 | 6 | 8 | 7 | 6 | 6 | 8 | 9 | 11 |
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