In einigen Regionen des Landes besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko für Dengue Fieber. In Bolivien wurden in den ersten beiden Monaten dieses Jahres rund 800 Dengue-Verdachtsfälle registriert. Landesweit wurden im Vorjahr (2009) in den ersten fünf Monaten mehr als 59.000 Dengue Fieber-Erkrankungen registriert - darunter 25 Todesfälle. Dengue Fieber wird durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen. Daher sind gute Mückenschutzmaßnahmen (Hautbedeckende Kleidung, Mückennetze, Lotionen, Sprays, Mückenabweisende Cremes, Räucherspiralen, Coils, etc) für Reisende stets empfohlen.
Aus Bolivien wurden in den vergangenen Monaten vereinzelte Gelbfieber-Fälle berichtet. Das Tiefland östlich der Anden gehört zu den Gelbfieber-Infektionsgebieten Boliviens. Zu den Risikogebieten zählen vor allem Beni, Cochabamba, Santa Cruz, Chuquisaca, Pando, Tarija und die subtropischen Regionen von La Paz. Während und nach den Sommerregenzeiten nimmt das Risiko für Krankheiten die durch Mücken übertragen (z.B. Gelbfieber, Malaria, Dengue-Fieber) zu. Eine Gelbfieber-Schutzimpfung wird bei Reisen in die ausgewiesenen Gelbfiebergebiete (auch in die Städte) unbedingt empfohlen.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Kein Malariarisiko: in den Städten, sowie in der Provinz Oruro und Potosi im Südwesten
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung
Malariaart: überwiegend Malaria tertiana (90%), ansonsten Malaria tropica (P. falciparum 10 %) nur in Santa Cruz und in den nördlichen Provinzen Pando und Beni (insbesondere in Guayaramerín, Ribralta, Itinez).
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): landesweit unter 2.500m Höhe
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | ja | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Kinderlähmung | nein | |
| Meningokokken Meningitis | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden. Weitere Auskünfte erteilt die bolivianische Botschaft in Berlin (Tel. 030-2639150). Nach der Nierderschrift der WHO (International travel and health 2008) ist eine Gelbfieberimpfung nur für Reisende (Kinder über 1 Lj.), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen erforderlich. Die bolivianischen Gesundheitsbehörden haben die Vorschrift erweitert und vorbeugend eine Gelbfieber-Schutzimpfung für alle Reisenden bei Einreise nach Bolivien vorgeschrieben. Aktuelle Änderungen sind bei der Landesbotschaft in Berlin zu erfragen. |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Chagas-Erkrankung | mittleres Infektionsrisiko Vorkommen in der südlichen Hälfte und im Zentrum | Bei Übernachtungen im Freien: Schutz vor dem Überträger, der sog. Raubwanze, die sich v.a. in Lehmhütten aufhält und nachtaktiv ist |
| Cholera | Infektionsgebiete: Departments Beni, Chuquisaca, Cochabamba, El Alto, La Paz, Oruro, Potosi, Riberalta, Santa Cruz, Tarija, Tupiza | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. |
| Dengue-Fieber | Infektionsrisiko landesweit | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Gelbfieber | Infektionsgebiete: v.a. Waldgebiete östlich der Anden in den Departementen: Beni (Provinzen: Ballivian, Itenez),Cochabamba (Provinzen: Ayopayo, Carrasco, Chapare), La Paz (Provinzen: Larecaja, Murillo, Nor Yungas, Quinuni, Sud Yungas), Santa Cruz (Provinzen: Andrés Ibanez, Cordillera, Florida, Gutièrrez, Ichilo, La Guardia, Nuflo de Chavez, Vallegrande, Velasco) | Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Leishmaniasis | geringes Infektionsrisiko Haut: landesweit Kala Azar: einzelne Herde im La Paz Tal | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Pest | Vorkommen: in der südlichen Hälfte von La Paz (Provinzen: Franz Tamayo, Sud Yungas, Valle Grande). | Schutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätz bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 6 | 6 | 6 | 4 | 3 | 1 | 1 | 2 | 3 | 4 | 6 | 6 |
| Max. Temp °C | 17 | 17 | 18 | 18 | 18 | 17 | 17 | 17 | 18 | 19 | 19 | 18 |
| Feuchtigkeit % | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Regentage | 21 | 18 | 16 | 9 | 5 | 2 | 2 | 4 | 9 | 9 | 11 | 18 |
Wichmannstraße 6
10787 Berlin
Tel.: (030) 26 39 15-0
Fax: (030) 26 39 15-15
e-Mail: embajada.bolivia@berlin.de
Website: www.bolivia.de
Mo-Do: 9-12 Uhr und 13.30-17 Uhr, Fr: 9-14 Uhr
Hausanschrift:
Embajada de la Rebública Federal de Alemania
Avenida Arce 2395, La Paz
Postanschrift:
Embajada de la Rebública Federal de Alemania
Casilla 5265
La Paz
Bolivien
Tel.: (00591 2) 244 00-66 / -88, 244 11-33 / -66
Fax: (00591 2) 244 14 41
e-Mail: info@la-paz.diplo.de
Website: www.la-paz.diplo.de

