In Chile wurde im Jahr 1995 der erste Hantavirus-Fall berichtet. Seither wurden in Chile landesweit über 620 Fälle gemeldet. Im vergangenen Jahr (2009) wurden insgesamt 24 Erkrankungsfälle - darunter 6 Todesfälle - registriert. Die Fälle wurden in der Hauptstadt, als auch in den Regionen VI, VII, VIII, IX, X, XI und XIV gezählt. In diesem Jahr meldeten die örtlichen Gesundheitsbehörden bis Mitte Februar bereits 10 Erkrankungsfälle - darunter vier Todesfälle. Acht Erkrankungen wurden im Januar gemeldet und zwei weitere im Februar. Die Erkrankungen wurden aus der Bio Bio Region (VIII), der Araucania Region (IX), der Los Lagos Region (X) und der Coihaique Region (XI) berichtet. Damit liegt das Auftreten der Erkrankungsfälle in diesem Jahr vor allem im Süden des Landes. Die örtlichen Behörden warnen vor einer saisonalen Zunahme der Erkrankung, die meist während des Sommers im Land auftritt. Auch für Reisende kann eine Infektion mit dem Hantavirus tödlich enden. So starb im Dezember 2008 ein 24-jähriger Tourist aus England an einer Hantavirus-Infektion nach seiner Reise durch Argentinien und Chile. Hantaviren gehören zu den Erregern viraler hämorrhagischer Fieber. Sie werden durch Sekrete und Ausscheidungen von freilebenden Nagetieren (v.a. Mäuse und Ratten) auf den Menschen übertragen. Personen in der Landwirtschaft, aber auch Camper die sich in der freien Natur aufhalten (und dadurch Kontakt zu Nagetieren haben) sind am meisten gefährdet. Beim Campen im Freien ist auf eine Beseitigung von offenen Nahrungsmittelabfällen zu achten, welche die Tiere anziehen könnte. Urlauber in ländliche Regionen, sollten sich bei Freilandaufenthalten von Nagetieren fernhalten und eine sorgfältige Lebensmittelhygiene durchführen.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Vorsicht beim Verzehr von unzureichend gegartem Schweinefleisch (in z.B. Hackfleisch-Spießen und Würsten). Insbesondere aus dem Süden des Landes werden vermehrt Trichinose - Erkrankungen (Wurmerkrankung) gemeldet. Bei vollständig durchgebratenen oder abgekochten Fleisch besteht kein Infektionsrisiko.
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Kinderlähmung | nein | |
| Meningokokken Meningitis | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Chagas-Erkrankung | Vorkommen: Slums v.a. im Norden und in den zentralen Gebieten des Landes | Bei Übernachtungen im Freien: Schutz vor dem Überträger, der sog. Raubwanze, die sich v.a. in Lehmhütten aufhält und nachtaktiv ist |
| Cholera | landesweites Vorkommen | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. |
| Meningokokken Meningitis | Vorkommen: vor allem in den Slums der Großstädte | Impfung. Vermeidung von größeren Menschenansammlungen (z.B. enge Wohnverhältnisse, überfüllte Verkehrsmittel, etc.) |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 12 | 11 | 9 | 7 | 5 | 3 | 3 | 4 | 6 | 7 | 9 | 11 |
| Max. Temp °C | 29 | 29 | 27 | 23 | 18 | 14 | 15 | 17 | 19 | 22 | 26 | 28 |
| Feuchtigkeit % | 54 | 59 | 64 | 68 | 75 | 79 | 76 | 75 | 72 | 66 | 57 | 54 |
| Regentage | 0 | 0 | 1 | 1 | 5 | 6 | 6 | 5 | 3 | 3 | 1 | 0 |
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