Weiterhin werden weltweit menschliche Fälle der Influenza A/H1N1, der sog. „Schweinegrippe“ registriert. Eine weitere Zunahme wird befürchtet. Auch aus Kenia wurden Erkrankungs- und Todesfälle berichtet. Die WHO ruft weiterhin alle Länder zur erhöhten Wachsamkeit beim Auftreten von Influenza A (H1N1) in der Bevölkerung auf. Reisenden wird empfohlen sich sorgfältig und regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife zu waschen und sich beim Auftreten grippeähnlicher Beschwerden umgehend in medizinische Obhut zu begeben.
Aus dem Kilifi-Distrikt in der Küstenprovinz wurden vermehrt Bilharziose-Fälle berichtet. Der Distrikt befindet sich nördlich von Mombasa und beherbergt beliebte Touristenstrände in Kikambala und der Küstenstadt Kilifi. Die Erkrankungen wurden vor allem aus Malomani, Mitsenzini, Ganze, Migodomani und Dungicha gemeldet. Die Ursache wird in verunreinigtem Trinkwasser gesehen, da die Einwohner während der Trockenzeiten ihr Trinkwasser vor allem aus nahe gelegenen Seen und Teichen schöpfen. Reisende sollten jeden Kontakt zu Süßwasserseen (Bächen, Tümpeln, Teichen, etc.) meiden.
Über 80% der nach Deutschland importierten Malaria-Fälle werden in afrikanischen Ländern erworben. Erst im Januar 2008 erkrankte und verstarb eine deutsche Urlauberin nach ihrem Keniaaufenthalt an den Folgen einer Malaria tropica. Die Malaria stellt in vielen Regionen, vor allem in Ost- und Westafrika, noch immer ein großes Gesundheitsrisiko dar, auch für Touristen. Im Vorjahr (2009) berichtete das Robert Koch Institut das im Jahr 2008 bei insgesamt 11 deutschen Reisenden nach Aufenthalt in Kenia eine Malaria diagnostiziert wurde. Alle Reisenden, die nach Rückkehr Fieber und/oder Zeichen eines grippalen Infektes entwickeln, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, um möglichst früh eine Malaria erkennen und behandeln zu können. Grundsätzlich besteht in Kenia ein erhöhtes Malariarisiko unterhalb von 2.500m. Ebenfalls besteht ein Risiko im Grenzbereich um 2.500m Höhe (v.a. in den Provinzen Nyanza und Rift Valley, so wie die Provinzen Central, Eastern und Western). In diesem Fall spricht man von einer sog. "Highland malaria". Aufgrund der Regenfälle während der Regenzeit (März bis Juni) stehen für viele Insekten, wie z.B. Mücken vermehrt Brutplätze zur Verfügung. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z.B. Malaria während Regenperioden häufiger auf. Insbesondere in den Nationalparks (z.B. Krüger Nationalpark, Tsavo-Nationalpark, etc.) besteht ein erhöhtes Malariarisiko! Reisenden in die Regionen werden sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen - und nach ärztlicher Absprache eine medikamentöse Malariavorbeugung - empfohlen.
In diesem Jahr wurden bis 26. Januar 2010 sieben Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet. Die Fälle wurden in Pakistan, Afghanistan, Indien und Senegal registriert. Im vergangenen Jahr wurden der WHO 1.595 Poliofälle aus Pakistan (89), Afghanistan (38), Indien (732), Mauretanien (11), Tschad (66), Sierra Leone (12), Nigeria (388), Mali (2), Guinea (41), Liberia (11), Burkina Faso (15), Kamerun (3), Angola (29), Burundi (2), Zentralafrika (14), Elfenbeinküste (27), Kenia (18), Sudan (45), Demokratische Republik Kongo (3), Niger (15), Uganda (8), Benin (20) und Togo (6) berichtet. Die meisten Fälle werden aus den Ländern berichtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In die anderen Länder ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten. In Kenia wurden im Jahr 2009 insgesamt 18 Poliofälle registriert (2007: 2; 2006: 2). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist. Bei Reisen in aktuelle Polio-Risikogebiete ist ein Impfschutz empfohlen. Grundsätzlic h zählen dazu großräumig das tropische Afrika und vereinzelte Länder/Regionen Asiens.
In bestimmten Regionen des Landes (v.a. im Hinterland), als auch in anderen ostafrikanischen Ländern besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko für Schlafkrankheit (afrikanische Trypanosomiasis). Auch bei europäischen Reisenden, die zu unterschiedlichen Zeiten aus sowohl beruflichen wie auch touristischen Gründen Tansania, Kenia und Sambia besuchten, wurden bereits Infektionen mit dem Erreger der Schlafkrankheit festgestellt. Die Reisenden hielten sich vor allem in den Nationalparks Tansanias (Manyara, Serengeti, Ngorongoro), in Masai Dörfern, am Manyara See, sowie im Tsavo-Nationalpark in Kenia, auf. Bei Aufenthalten in Ostafrika, insbesondere Tansania (National Parks), Kenia (National Parks) und Sambia, werden aufgrund des Risikos der durch Mücken übertragenen Erkrankungen (z.B. Schlafkrankheit), sorgfältige Mücken-Schutzmaßnahmen empfohlen.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Landesweit und insbesondere in Machakos-, Kisuma- und im Nyanza-Distrikt, besteht ein erhöhtes Cholera-Infektionsrisiko. Insbesondere unterernährte, vorerkrankte Menschen mit mangelnder medizinischer Betreuung und einem geschwächten körperlichen Abwe hrsystem sind von der Cholera betroffen. Die Infektionsgefahr bei Touristen ist als sehr gering einzustufen. Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen sind empfohlen.
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung. Erhöhtes Malariarisiko während der Regenzeiten März - Juni und Oktober - Dezember
Malariaart: über 85 % Malaria tropica (P. falciparum)
Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe): landesweit unter 2.500 m Höhe einschließlich der Städte
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | ja | Alle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Kinderlähmung | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Meningokokken Meningitis | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. während Trockenzeiten) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten) |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden (> 1. Lebensjahr), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete). Kenia gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten (u.a. Mombasa, Nairobi). Daher empfiehlt die WHO unabhängig von den Landesvorschriften nachdrücklich die Impfung für alle Reisenden in Gelbfieber-Infektionsgebiete. |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Bilharziose | Vorkommen: landesweit im Süßwasser | Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Borreliose | landesweites Vorkommen Übertragung: durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz | Schutz vor Zecken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays) |
| Cholera | Infektionsgebiete landesweit, v.a. in den Provinzen: Eastern (Isiolo District), Nyanza (Distrikte: Homa Bay, Kisumu, Migori, Rachuonyo, Siaya, Suba), Rift Valley (Koibatek District) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. |
| Dengue-Fieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Filariose | landesweites Vorkommen | Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Fleckfieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche). Impfung nur in seltenen Fällen empfohlen ! |
| Gelbfieber | Vorkommen: landesweit | Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Kala Azar | Vorkommen: vereinzelte, halbtrockene Gebiete im Norden und Osten | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Leishmaniasis | Vorkommen: vereinzelte, halbtrockene Gebiete im Norden und Osten | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Pest | Vorkommen: vereinzelte Herde im Süden | Schutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätz bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden. |
| Schlafkrankheit | Vorkommen: vereinzelte Herde im Westen, besonders im Lambabwe-Tal | Schutz vor Bremsen durch hautbedeckende Kleidung (dunkle Farben vermeiden). Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| Zeckenbißfieber | Vorkommen: landesweit Übertragungsmonate: ganzjährig | Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays). |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 12 | 13 | 14 | 14 | 13 | 12 | 11 | 11 | 11 | 13 | 13 | 13 |
| Max. Temp °C | 25 | 26 | 25 | 24 | 22 | 21 | 21 | 21 | 24 | 24 | 23 | 23 |
| Feuchtigkeit % | 59 | 57 | 63 | 72 | 75 | 75 | 72 | 71 | 64 | 63 | 70 | 67 |
| Regentage | 5 | 6 | 11 | 16 | 17 | 9 | 6 | 7 | 6 | 8 | 15 | 11 |
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