Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatit is A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Sporadisch treten vereinzelte Pestfälle in den Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Mahajanga und Toamasina auf. Mit schätzungsweise 2.000 Pestfällen pro Jahr ist Madagaskar weltweit das Land mit den meisten Erkrankungen. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar. Nach Flohstich in einem Pest-Risikogebiet bzw. nach direktem Kontakt mit Lungenpest-Erkrankten können - nach Absprache mit dem Arzt - vorbeugend Antibiotika eingenommen werden.
Landesweit, v.a. in den Provinzen Mahajanga, Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Toliary und Toamasina, besteht ein erhöhtes Cholera-Infektionsrisiko. Insbesondere unterernährte, vorerkrankte Menschen mit mangelnder medizinischer Betreuung und einem geschwächten körperlichen Abwehrsy stem sind von der Cholera betroffen. Die Infektionsgefahr bei Touristen ist als sehr gering einzustufen. Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen sind empfohlen.
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung
Malariaart: über 85 % Malaria tropica (P. falciparum)
Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe): ganzjährig, landesweit einschließlich der Städte
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Kinderlähmung | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Meningokokken Meningitis | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende, die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete). |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Bilharziose | Vorkommen: landesweit im Süßwasser | Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Cholera | Infektionsgebiete v.a. in den Provinzen: Antananarivo (Distrikte: Ambohidratrimo, Atsimondrano, Avaradrano, Renivohitra), Antsiranana (Distrikte: Ambanja, Ambilobe, Antsiranana II, Nosy Be), Fianarantsoa (Vohipeno District), Majunga (Mahajanga) (Distrikte: Ambato-Boeni, Analalava, Antsohihy, Bealanana, Befandriana Nord, Maevatanana, Mahajanga I, Mahajanga II, Mampikony, Mandritsara, Marovoay, Mitsinjo, Port Bergé, Soalala), Toliary (Distrikte: Amboasary Sud, Belo sur Tsiribihina, Mahabo, Morondava, Toliary I, Toliary II, Tsihombe) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. |
| Filariose | Vorkommen: vor allem in den Küstenregionen | Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Pest | Vorkommen:in den Provinzen Antananarivo: in den Regionen: Ambohidratrimo, Antananarivo-Avaradrano, Ambatolampy, Anjozorobe, Antananarivo, Antanifotsy, Antsirabe I, Antsirabe II (Distrikte: Ambodiala, Ambohitsimanova, Ampasatanety, Manandona, Soanindrariny, Tsarofar, Vinaninkarena), Arivonimamo, Betafo (Distrikt: Alakamisy-Anativato), Fanandriana, Manjakandriana, Miarinarivo (Distrikte: Analavory und Anosibe Ifanja), Renivohitra, Soavinandriana (Distrikt: Ambatoasana Centre), Tsiroanomandidy Antsiranana: in der Region Andapa (Distrikt: Doany) Fianarantsoa: in den Regionen: Ambatofinandrahana (Distrikte: Ambondromisotra, Andrefambohitra, Bevonotany, Soaniherenana), Ambohimahasoa (Distrikt: Manandroy), Ambositra (Distrikte: Ambatomarina, Ambohimahazo, Ambovombe, Andina, Anjoma N´Ankona, Anjomà Navona, Ankazoambo, Ivato, Ivony, Talata-Vohimena, Tsarasaotra), Fandriana (Distrikt: Fiadranana), Fianarantsoa I (Distrikt : Mahatsinjo), Fianarantsoa II (Distrikte: Andoharanomaitso, Fianarantsoa II), ManandrianaMajunga (Mahajanga): Toamasina: in der Region: Moramanga | Schutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätz bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 16 | 16 | 16 | 14 | 12 | 10 | 9 | 9 | 11 | 12 | 14 | 16 |
| Max. Temp °C | 26 | 26 | 26 | 24 | 23 | 21 | 20 | 21 | 23 | 27 | 27 | 27 |
| Feuchtigkeit % | 81 | 82 | 81 | 81 | 79 | 78 | 77 | 75 | 71 | 67 | 70 | 77 |
| Regentage | 21 | 20 | 17 | 11 | 9 | 9 | 10 | 9 | 7 | 9 | 13 | 20 |
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