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Namibia

Stand: August 2010
Wichtige Hinweise
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Nach Ermittlungen der UNICEF wurden in Namibia bis 15. Juni 3.722 Masernerkrankungn gemeldet - darunter 58 Todesfälle. Besonders betroffen erscheint die Provinz Kunene. Den Grund für die starke Masernausbreitung sehen die Gesundheitsbehörden darin, dass die einheimische Bevölkerung kaum geimpft ist und somit keinen Schutz vor der Infektionskrankheit hat. Das deutsche Robert Koch-Institut empfiehlt Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen ihren Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Vor allem sollten Austauschschüler und Au-Pairs auf einen gültigen Masernschutz achten.

In einigen Landesteilen besteht ein Malariarisiko. Betroffen sind vor allem Regionen im Norden des Landes (Etoscha-Pfanne, Oshana, Oshikoto, Omusati, Ohangwena, Otjozondjupa und Omaheke). Auch Reisende sind bei Aufenthalten in Ländern mit Malaria-Vorkommen gefährdet. Daher sollte rechtzeitig vor der Reise eine aufklärende reisemedizinische Beratung erfolgen. Da eine Vielzahl von Faktoren das individuelle Malariarisiko festlegen, sollte in einer gründlichen Nutzen-Risiko Abwägung in einem persönlichen Gespräch mit dem Arzt die richtige Malariaprophylaxe individuell festgelegt werden.

Landesweit besteht ein erhöhtes Cholera-Infektionsrisiko, das vor allem die einheimische Bevölkerung betrifft. Insbesondere unterernährte, vorerkrankte Menschen mit mangelnder medizinischer Betreuung und einem geschwächten körperlichen Abwehrsystem sind von der Cholera betroffen. Die Infektionsgefahr bei Touristen ist als sehr gering einzustufen. Reisenden sind gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene-Maßnahmen empfohlen. Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit, kann die Cholera-Impfung für den Urlaubsreisenden in endemische Gebiete erwogen werden. Sie ersetzt jedoch nicht die gebotenen Maßnahmen zur Nahrungs- und Trinkwasserhygiene. Empfohlen ist die Cholera-Impfung für Einsätze bei Katastrophen und Flüchtlingssituationen in endemischen Gebieten (WHO), speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen Ausbrüchen.

In diesem Jahr wurden bis 2. August 2010 insgesamt 597 Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet. Die Fälle wurden in Tadschikistan (452), Pakistan (34), Demokratische Republik Kongo (2), Nigeria (6), Angola (17), Indien (25), Nepal (5) Afghanistan (12), Tschad (14), Mali (3), Senegal (18), Mauretanien (5), Niger (2), Liberia (1) und Sierra Leone (1) registriert. Im vergangenen Jahr wurden der WHO 1.604 Poliofälle aus Pakistan (89), Afghanistan (38), Indien (741), Mauretanien (13), Tschad (64), Sierra Leone (11), Nigeria (388), Mali (2), Guinea (42), Liberia (11), Burkina Faso (15), Kamerun (3),  Angola (29), Burundi (2), Zentralafrika (14), Elfenbeinküste (26), Kenia (19), Sudan (45), Demokratische Republik Kongo (3), Niger (15), Uganda (8), Benin (20) und Togo (6) berichtet. Die meisten Fälle werden aus den Ländern berichtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In die anderen Länder ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten. Aus Namibia wurden zuletzt im Jahr 2006 insgesamt 19 Poliofälle gemeldet. Die meisten Erkrankungsfälle wurden in Windhoek registriert. Kinderlähmung bleibt ein Problem. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausge rottet ist. Bei Reisen in aktuelle Polio-Risikogebiete ist ein Impfschutz empfohlen. Grundsätzlich zählen dazu großräumig das tropische Afrika und vereinzelte Länder/Regionen Asiens.

Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein He patitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.

MalariahinweiseSeitenanfang
Vorkommen
Region

Risikogebiete: hohes Risiko ganzjährig im Tal der Flüsse Okavango und Kunene, im Caprivi-Streifen sowie saisonal erhöhtes Risiko in den übrigen nördlichen und nordöstlichen Regionen, in der Etoscha-Pfanne, Oshana, Oshikoto, Omusati, Ohangwena, Otjozondjupa und Omaheke. Im nördlichen Drittel des Landes (einschl. der Etoscha-Pfanne, Otjozondjupa und Omaheke) nimmt das Risiko in den Monaten Juli bis Oktober ab.

Kein Malariarisiko: Städte, Küste und Süd-Namibia

Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung im Okavango- und Kunene-Tal sowie im Caprivi-Streifen. Während November - Juni besteht ein erhöhtes Malariarisiko im Norden/Nordosten des Landes (Etoscha-Pfanne, Oshana, Oshikoto, Omusati, Ohangwena, Otjozondjupa und Omaheke) das in den Monaten Juli bis Oktober abnimmt

Malariaart: 90 % Malaria tropica (P. falciparum)

Vorbeugung
Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.

Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe):
ganzjährig: im Tal der Flüsse Okavango und Kunene, im Caprivi-Streifen
November - Juni: in den nördlichen/nordöstlichen Gebieten, auch Etoscha Pfanne, Oshana, Oshikoto, Omusati, Ohangwena, Otjozondjupa und Omaheke

Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby):
Juli - Oktober: im nördlichen Drittel des Landes, auch Etoscha Pfanne, Otjozondjupa und Omaheke
ImpfempfehlungSeitenanfang
KrankheitImpfschutzBemerkung
DiphtheriejaGrundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
FSMEnein
Gelbfiebernein
Hepatitis AjaAlle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen
Hepatitis BRisikogruppen jaReisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.
Japanische Enzephalitisnein
KinderlähmungjaReisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko
Meningokokken Meningitisnein
TetanusjaGrundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
TollwutRisikogruppen jaReisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal
TyphusRisikogruppen jaReisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen).
ImpfvorschriftenSeitenanfang
Gelbfieber

Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden, die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete).

Reisende auf Linienflügen mit Transitaufenthalten in Endemiegebieten benötigen kein Impfzertifikat, sofern sie auf dem Transitflughafen oder in der angrenzenden Stadt bleiben. Handelt es sich nicht um einen Linienflug und der Abflugflughafen liegt innerhalb einer Gelbfieber-Endemiegebietes, ist ein Impfzertifikat erforderlich. Dieses Zertifikat ist bei Kindern unter 12 Monaten nicht vorgeschrieben! Diese Kinder können aber einer Überwachung unterzogen werden.

GesundheitsrisikenSeitenanfang
KrankheitAnmerkungSchutz
BilharzioseVorkommen: im Süßwasser
v.a. Caprivi-Streifen
Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen)
Hepatitis Blandesweites VorkommenImpfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln
PestVorkommen: in der Ohangwena-Region im Norden des LandesSchutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätz bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden.
SchlafkrankheitVorkommen: vereinzelte Herde im NordenSchutz vor Bremsen durch hautbedeckende Kleidung (dunkle Farben vermeiden). Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
Tollwutlandesweites VorkommenImpfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen)
diverse DarminfektionenLandesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien)Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene
KlimatabelleSeitenanfang
Monat123456789101112
Min. Temp °C17161513976812151517
Max. Temp °C292827252220202325292930
Feuchtigkeit %394946433837302420202632
Regentage888410000236
Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen.
BotschaftSeitenanfang
Botschaft der Republik Namibia
Reichsstraße 17
14052 Berlin
Tel.: (030) 25 40 95-0
Fax: (030) 25 40 95 55
e-Mail: namibiaberlin@aol.com
Website: www.namibia-botschaft.de

Hausanschrift:
Embassy of the Federal Republic of Germany
Sanlam Centre, 6th Floor
Independence Ave.
Windhoek

Postanschrift:
Embassy of the Federal Republic of Germany
P.O. Box 231
Windhoek
Tel.: (00264 61) 27 31-00 / -33
Fax: (00264 61) 22 29 81
e-Mail: info@windhuk.diplo.de
Website: www.windhuk.diplo.de

Kontakt

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