In den Monaten Juni bis ungefähr Ende Januar besteht ein erhöhtes Übertragungsrisiko für Japanische Enzephalitis, insbesondere in den ländlichen und suburbanen Gebieten v.a. entlang der indischen Grenze und in den zentralen Deltas. Die Krankheitserreger werden durch Mücken übertragen. Daher wird neben sorgfältigen Mückenschutzmaßnahmen Reisenden in Risikogebiete mit einer Aufenthaltsdauer von über 2 Wochen zusätzlich eine Schutzimpfung gegen Japanische Enzephalitis empfohlen.
Die Hautleishmaniose tritt landesweit auf. Vor allem Kinder unter 15 Jahren sind betroffen. Für Reisende besteht nur ein geringes Infektionsrisiko. Die Erreger sind kleine Parasiten die durch Sandmücken übertragen werden. Diese Mückenart ist vor allem nachts aktiv und sticht vorwiegend an Stellen dünner Haut (z.B. Knöchel, Hände, Füße, Gesicht und Nacken). Die Stichstellen jucken zumeist lange und stark. Die Infektionsgefahr kann jedoch durch gute Mückenschutzmaßnahmen deutlich verringert werden.
In diesem Jahr wurden bis 15. Juni 2010 insgesamt
349 Fälle der Kinderlähmung
(Poliomyelitis)
gemeldet. Die Fälle wurden in Pakistan (24),
Tadschikistan (239), Afghanistan (10), Angola (8), Senegal (18), Indien
(21), Mauretanien (5), Nigeria (3), Tschad (14), Niger (2), Mali (2),
Liberia (1), Sierra Leone (1) und Nepal (1) registriert. Im vergangenen Jahr wurden der WHO 1.604 Poliofälle aus Pakistan (89), Afghanistan (38), Indien (741), Mauretanien (13), Tschad (64), Sierra Leone (11), Nigeria (388), Mali (2), Guinea (42), Liberia (11), Burkina Faso (15), Kamerun (3), Angola (29), Burundi (2), Zentralafrika (14), Elfenbeinküste (26), Kenia (19), Sudan (45), Demokratische Republik Kongo (3), Niger (15), Uganda (8), Benin (20) und Togo (6) berichtet. Die meisten Fälle werden aus den Ländern berichtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In die anderen Länder ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten. In Pakistan wurden in diesem Jahr insgesamt 24 Fälle registriert (2009: 89; 2008: 117; 2007: 32; 2006: 39; 2005: 27; 2004: 53; 2003: 103). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Daher ist ein Polio-Impfschutz für Reisende in Polio-Risikogebiete weiterhin unentbehrlich um einen Schutz vor Kinderlähmung zu gewährleisten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Im Vorjahr (2009) berichtete das Robert Koch Institut, dass im Jahr 2008 bei insgesamt neun deutschen Reisenden eine Typhus abdominalis-Erkrankung nach Aufenthalt in Pakistan diagnostiziert wurde. Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Allgemein besteht ein erhöhtes Tollwut-Risiko, durch die Zunahme von streunenden Hunden. Bei längeren oder ländlichen Aufenthalten wird daher vorsorglich eine Tollwut-Impfung empfohlen. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Ebenso sollte bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v.a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, so dass im Notfall bei postexpositioneller Behandlung u.U. nicht die richtigen Medikamente in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen.
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung
Malariaart: 70 % Malaria tropica (P. falciparum), ansonsten Malaria tertiana
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): ganzjährig, landesweit unter 2.000 m Höhe
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | Risikogruppen ja | Reisende mit längeren Aufenthalten (ab 4 Wochen) in ländlichen Gebieten, in denen die Japanische Enzephalitis vorkommt, v.a. während Regenzeiten mit gehäufter Verbreitung der Überträgermücken |
| Kinderlähmung | ja | Pakistan zählt als Land mit Polio-Übertragungsrisiko! Reisende sollten einen gültigen Impfschutz haben. |
| Meningokokken Meningitis | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | Risikogruppen ja |
| Gelbfieber | Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende, die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete). |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Dengue-Fieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Fleckfieber | Vorkommen: einzelne Herde im Norden und Westen | Schutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche). Impfung nur in seltenen Fällen empfohlen ! |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Japanische Enzephalitis | Vorkommen: ländliche und suburbane Gebiete v.a. entlang der indischen Grenze und in den zentralen Deltas Übertragungsmonate: Saisonale Häufung Juni - Januar | Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Kala Azar | Vorkommen: vor allem im Norden | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Leishmaniasis | landesweites Vorkommen | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 13 | 14 | 19 | 23 | 26 | 28 | 27 | 26 | 25 | 22 | 18 | 14 |
| Max. Temp °C | 25 | 26 | 29 | 32 | 34 | 34 | 33 | 31 | 31 | 33 | 31 | 27 |
| Feuchtigkeit % | 54 | 61 | 68 | 75 | 78 | 78 | 81 | 82 | 80 | 70 | 59 | 55 |
| Regentage | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 1 | 2 | 2 | 1 | 0 | 0 | 1 |
Schaperstraße 29
10719 Berlin-Wilmersdorf
Tel.: (030) 21 244-299, -499
Fax: (030) 21 244 210
e-Mail: mail@pakemb.de
Website: www.pakemb.de
Hausanschrift:
Consulate General of the Federal Republic of Germany
92-A/7, Block 5
Clifton
Karachi
Postanschrift:
Consulate General of the Federal Republic of Germany
P.O. Box 3701
Karachi
Tel.: (0092 21) 587 37 82, 587 37 83, 587 02 34
Fax: (0092 21) 587 40 09
e-Mail: info@karachi.diplo.de
Website: www.karachi.diplo.de
Hausanschrift:
Embassy of the Federal Republic of Germany
Ramna 5
Diplomatic Enclave
Islamabad
Postanschrift:
Embassy of the Federal Republic of Germany
P.O. Box 1027
Islamabad
Pakistan
Tel.: (0092 51) 227 94-30 bis -35
Fax: (0092 51) 227 94 36
e-Mail: info@islamabad.diplo.de
Website: www.islamabad.diplo.de

