Nach Schätzungen hat sich die Zahl der Masern-Verdachtsfälle seit Ende Dezember bis Januar 2010 von 340 auf 1.052 erhöht. Mehr als 40 Maserntodesfälle wurden landesweit seit Ende 2009 berichtet. Die Hauptstadt Harare scheint bislang von den Masern mit am stärksten betroffen zu sein. Doch auch die Region Manicaland mit dem Makoni Distrikt und das Binnenland von Zvishavane hat in den vergangenen Wochen und Monaten mehrere Masernerkrankungs- und Todesfälle gezählt. Über die genaue Zahl der Erkrankten besteht noch Unklarheit, da viele der Fälle noch medizinisch untersucht und bestätigt werden müssen. Am 20. Januar wurde der Tod von zehn Kindern im Zeitraum vom 15. - 20.1.2010 aus der Region von Masvingo beklagt, die alle an Masernkomplikationen gestorben sind. Die Kinder hatten keinen Impfschutz. Das deutsche Robert Koch-Institut empfiehlt Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen ihren Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Vor allem sollten Austauschschüler und Au-Pairs auf einen gültigen Masernschutz achten.
Aufgrund der tropischen Sommerregenzeit (November - März) die derzeit im südlichen Afrika anhält, besteht in verschiedenen Landesteilen ein erhöhtes Malariarisiko. Betroffen sind vor allem in Simbabwe die Regionen unter 1.200m insbesondere im Norden (Sambesi-Tal, Victoria-Fälle). Während den Regenzeiten stehen für viele Insekten, wie z.B. Mücken vermehrt Brutplätze zur Verfügung. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z.B. Malaria, während und nach Regenperioden häufiger auf. Auch Reisende sind bei Aufenthalten in Ländern mit Malaria-Vorkommen gefährdet – vor allem während den Regenzeiten. Daher sollte rechtzeitig vor der Reise eine aufklärende reisemedizinische Beratung erfolgen. Da eine Vielzahl von Faktoren das individuelle Malariarisiko festlegen, sollte in einer gründlichen Nutzen-Risiko Abwägung in einem persönlichen Gespräch mit dem Arzt die richtige Malariaprophylaxe individuell festgelegt werden.
Nach Angaben der WHO hat die Zahl der Cholera-Ausbrüche in Simbabwe seit 1990 zugenommen. Der Krankheitsausbruch im vergangenen Jahr (2009) führte nach Aussage der WHO vom 9. Juni 2009, bis Mitte Mai zu mehr als 98.000 Erkrankungsfällen und über 4200 Todesfällen. Insgesamt waren 55 Distrikte von insgesamt 62 in allen 10 Provinzen des Landes von der Infektionskrankheit betroffen. Eines der größten Probleme bildet das verunreinigte Trinkwasser , durch das sich die Infektionskrankheit in den vergangenen Monaten so stark ausbreiten konnte. Vor allem unterernährte, vorerkrankte Menschen mit mangelnder medizinischer Betreuung und einem geschwächten körperlichen Abwehrsystem sind von der Cholera betroffen. Das Infektionsrisiko für Reisende ist sehr gering. Reisenden sind gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene-Maßnahmen empfohlen. Grundsätzlich kann die Cholera-Impfung für Reisende bei Aufenthalten in Cholera-Infektionsgebieten, speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen, erwogen werden. Empfohlen ist die Cholera-Impfung für Einsätze bei Katastrophen und Flüchtlingssituationen in endemischen Gebieten (WHO), speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen Ausbrüchen.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Übertragungsmonate: ganzjährig hohes Malariarisiko im Norden (Sambesi-Tal, Victoria-Fälle). In den übrigen Landesteilen unter 1.200 m Höhe erhöhtes Risiko in der Regenzeit November - Juni
Malariaart: Über 90 % Malaria tropica (P. falciparum)
Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe):
ganzjährig: im Norden (Sambesi-Tal, Victoria-Fälle)
November - Juni: in den übrigen Landesteilen unter 1.200 m Höhe
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby):
Juli - Oktober: in den übrigen Landesteilen unter 1.200 m Höhe
ganzjährig: in Harare und Bulawayo und in Höhenlagen ab 1.200m
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Kinderlähmung | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Meningokokken Meningitis | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden, die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete). |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Bilharziose | Vorkommen: landesweit im Süßwasser | Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Cholera | Infektionsgebiete sind die Provinzen:Manicaland (Chipinge District), Mashonaland Central (Mt. Darwin District), Mashonaland West (Zvimba District), Masvingo Province (Chiredzi District) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Pest | Vorkommen: Matabeleland North (Distrikte: Lupane und Nkayi) | Schutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätz bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden. |
| Schlafkrankheit | landesweites Vorkommen | Schutz vor Bremsen durch hautbedeckende Kleidung (dunkle Farben vermeiden). Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 15 | 15 | 14 | 13 | 9 | 7 | 7 | 8 | 12 | 14 | 15 | 15 |
| Max. Temp °C | 26 | 26 | 26 | 26 | 23 | 21 | 21 | 23 | 26 | 28 | 27 | 26 |
| Feuchtigkeit % | 66 | 65 | 64 | 56 | 49 | 47 | 45 | 39 | 35 | 35 | 50 | 62 |
| Regentage | 18 | 15 | 13 | 5 | 2 | 1 | 1 | 1 | 1 | 4 | 11 | 16 |
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