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Sudan

Stand: August 2010
Wichtige Hinweise
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In diesem Jahr wurden bis 2. August 2010 insgesamt 597 Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet. Die Fälle wurden in Tadschikistan (452), Pakistan (34), Demokratische Republik Kongo (2), Nigeria (6), Angola (17), Indien (25), Nepal (5) Afghanistan (12), Tschad (14), Mali (3), Senegal (18), Mauretanien (5), Niger (2), Liberia (1) und Sierra Leone (1) registriert. Im vergangenen Jahr wurden der WHO 1.604 Poliofälle aus Pakistan (89), Afghanistan (38), Indien (741), Mauretanien (13), Tschad (64), Sierra Leone (11), Nigeria (388), Mali (2), Guinea (42), Liberia (11), Burkina Faso (15), Kamerun (3),  Angola (29), Burundi (2), Zentralafrika (14), Elfenbeinküste (26), Kenia (19), Sudan (45), Demokratische Republik Kongo (3), Niger (15), Uganda (8), Benin (20) und Togo (6) berichtet. Die meisten Fälle werden aus den Ländern berichtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In die anderen Länder ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten. Im Sudan wurden im Jahr 2009 insgesamt 45 Polio-Fälle gemeldet (2008: 26; 2007: 1; 2005: 27 Fälle; 2004: 127). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Daher ist ein Polio-Impfschutz für Reisende in Polio-Risikogebiete weiterhin unentbehrlich um einen Schutz vor Kinderlähmung zu gewährleisten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist.

Im Sudan gilt das Territorium südlich des 12. nördlichen Breitengrades als Gelbfieber-Infektionsgebiet. Erkrankungsfälle wurden v.a. aus Dilling, Kadugli, Rashad, Talodi so wie aus Abu Gebiha und Rashad im Bundesstaat Süd Kordofan gemeldet. Die Erkrankung wird durch Viren verursacht die durch tag- und nachtaktive Mücken auf den Menschen übertragen werden. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, endet die Erkrankung in 50% - 60% der Fälle tödlich. Daher sind gute Schutzmaßnahmen (Impfung und Mückenschutz) für Reisende in die Gelbfieber-Infektionsgebiete unbedingt empfohlen.

Zu den weltweit am stärksten von der viszeralen Leishmaniose betroffenen Gebieten zählt der Südsudan, eine touristische nicht zugänglich Region. Die Leishmaniose (syn. Leishmaniasis) wird durch Parasiten (sog. Leishmanien) verursacht. Sie befallen bestimmte Zellen des Immunsystems und schädigen dadurch Milz, Leber, Knochenmark, Lymphknoten, Haut und -Schleimhaut. Der Schweregrad der Erkrankung und das Krankheitsbild richten sich na ch der Erregerart, der Größe des Erregerbefalls als auch nach der Abwehrkraft der infizierten Person. Im Rahmen einer Allgemeininfektion befallen die Parasiten wichtige Körperorgane und beeinträchtigen ihre Funktionen. Das daraus resultierende Krankheitsbild der Kala Azar ist schwerwiegend und endet in der Regel unbehandelt meist tödlich. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt jährlich rund 400.000 Erkrankte. Hauptüberträger sind Schmetterlingsmücken. Gute Mückenschutzmaßnahmen sollten stets durchgeführt werden.

Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus - und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.

Landesweit besteht ein Cholera-Infektionsrisiko. Das Cholera-Infektionsrisiko betrifft insbesondere die einheimische Bevölkerung - insbesondere unterernährte, vorerkrankte Menschen mit mangelnder medizinischer Betreuung und einem geschwächten körperlichen Abwehrsystem. Das Infektionsrisiko für Reisende ist sehr gering. Reisenden sind gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene-Maßnahmen empfohlen. Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit, kann die Cholera-Impfung für den Urlaubsreisenden in endemische Gebiete erwogen werden. Sie ersetzt jedoch nicht die gebotenen Maßnahm en zur Nahrungs- und Trinkwasserhygiene. Empfohlen ist die Cholera-Impfung für Einsätze bei Katastrophen und Flüchtlingssituationen in endemischen Gebieten (WHO), speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen Ausbrüchen.

MalariahinweiseSeitenanfang
Vorkommen
Region
Risikogebiete: hohes Risiko im zentralen und südlichen Drittel des Landes; Geringeres Risiko im nördlichen Landesdrittel.
Ein mimimales Risiko besteht in den Küstenregionen des Roten Meeres

Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung. Erhöhtes Risiko in der Regenzeit April - November

Malariaart: über 90 % Malaria tropica (P. falciparum)
Vorbeugung
Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.

Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe): ganzjährig im zentralen und südlichen Drittel des Landes

Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): ganzjährig im nördlichen Landesdrittel.
ImpfempfehlungSeitenanfang
KrankheitImpfschutzBemerkung
DiphtheriejaGrundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
FSMEnein
GelbfieberRisikogruppen jaAlle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen
Hepatitis AjaAlle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen
Hepatitis BRisikogruppen jaReisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.
Japanische Enzephalitisnein
KinderlähmungjaReisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko
Meningokokken MeningitisRisikogruppen jaReisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. während Trockenzeiten) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten)
TetanusjaGrundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
TollwutRisikogruppen jaReisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal
TyphusRisikogruppen jaReisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen).
ImpfvorschriftenSeitenanfang
Gelbfieber

Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende (Kinder über 9. Lebensmonat), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete). Ein Impfnachweis kann evtl. bei der Ausreise aus dem Sudan in ein Gelbfieber-Endemiegebiet gefordert werden.

Im Sudan gilt das Territorium südlich des 12. Breitengrades als Gelbfieber-Infektionsgebiet. Daher empfiehlt die WHO unabhängig von den Landesvorschriften nachdrücklich die Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete (d.h. für alle Regionen aus denen humane Gelbfieberfälle gemeldet wurden bzw. das Gelbfieber-Virus bei Primaten nachgewiesen wurde).

GesundheitsrisikenSeitenanfang
KrankheitAnmerkungSchutz
BilharzioseVorkommen: im Süßwasser
vorwiegend Niltal und südliche Provinzen
Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen)
Dengue-Fieberlandesweites VorkommenSchutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
Filarioselandesweites VorkommenSchutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
FleckfieberVorkommen: vor allem im SüdenSchutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche). Impfung nur in seltenen Fällen empfohlen !
GelbfieberVorkommen: Territorium südl. 15° NImpfung. Schutz vor Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
Hepatitis Blandesweites VorkommenImpfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln
Kala AzarVorkommen: landesweit, v.a. am oberen Nil, Kasala, und am blauen NilSchutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.
Meningokokken MeningitisVorkommen: ländliche Gebiete, v.a. im Süden
Übertragungsmonate: Dezember-Mai
Impfung. Vermeidung von größeren Menschenansammlungen (z.B. enge Wohnverhältnisse, überfüllte Verkehrsmittel, etc.)
SchlafkrankheitVorkommen: vor allem im SüdenSchutz vor Bremsen durch hautbedeckende Kleidung (dunkle Farben vermeiden). Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
Tollwutlandesweites VorkommenImpfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen)
ZeckenbißfieberVorkommen: vor allem im SüdenSchutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays).
diverse DarminfektionenLandesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien)Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene
KlimatabelleSeitenanfang
Monat123456789101112
Min. Temp °C151619222526252425242017
Max. Temp °C323438413341383739403633
Feuchtigkeit %292216141928455443602730
Regentage000011562100
Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen.
BotschaftSeitenanfang
Botschaft der Republik Sudan
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Tel.: (030) 890 69 80
Fax: (030) 894 09 693
Website: www.sudan-embassy.de
Mo-Fr: 9-15.30 Uhr

Hausanschrift:
Embassy of the Federal Republic of Germany
53, Baladia Street
Block No 8 D, Plot No. 2
Khartum

Postanschrift:
Embassy of the Federal Republic of Germany
P.O. Box 970
Khartum
Sudan
Tel.: (00249 183) 74 50 55, 77 79 90
Fax: (00249 183) 77 76 22
e-Mail: info@khartum.diplo.de
Website: www.khartum.diplo.de


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