Während der Trockenzeit in den kommenden Wochen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko für Meningokokken Meningitis. Während dieser Zeit die ungefähr bis April/Mai andauert, werden in Afrika die meisten Meningokokken Meningitis-Erkrankungen gemeldet. Zu den afrikanischen Ländern des sog. "Meningitisgürtel" der Sahelzone, südlich der Sahara gehören: Senegal, Mali, Burkina Faso, Gambia, Guinea-Bissau, Guinea, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Niger, Tschad, Nigeria, Ghana, Togo, Benin, Kamerun, Zentralafrika, Sudan, Eritrea und Äthiopien. Erkundigen Sie sich vor der Abreise über die klimatischen Bedingungen in Ihrem Reiseland. Reisenden in Risikogebiete v.a. während Trockenzeiten in den "Meningitisgürtel Afrikas" wird eine Schutzimpfung mindestens 2 Wochen vor Reiseantritt empfohlen.
In diesem Jahr wurden bis 26. Januar 2010 sieben Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet. Die Fälle wurden in Pakistan, Afghanistan, Indien und Senegal registriert. Im vergangenen Jahr wurden der WHO 1.595 Poliofälle aus Pakistan (89), Afghanistan (38), Indien (732), Mauretanien (11), Tschad (66), Sierra Leone (12), Nigeria (388), Mali (2), Guinea (41), Liberia (11), Burkina Faso (15), Kamerun (3), Angola (29), Burundi (2), Zentralafrika (14), Elfenbeinküste (27), Kenia (18), Sudan (45), Demokratische Republik Kongo (3), Niger (15), Uganda (8), Benin (20) und Togo (6) berichtet. Die meisten Fälle werden aus den Ländern berichtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In die anderen Länder ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten. Im Sudan wurden im Jahr 2009 insgesamt 45 Polio-Fälle gemeldet (2008: 26; 2007: 1; 2005: 27 Fälle; 2004: 127). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Daher ist ein Polio-Impfschutz für Reisende in Polio-Risikogebiete weiterhin unentbehrlich um einen Schutz vor Kinderlähmung zu gewährleisten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist.
Weiterhin werden weltweit menschliche Fälle der Influenza A/H1N1, der sog. „Schweinegrippe“ registriert. Eine weitere Zunahme wird befürchtet. Auch aus dem Sudan wurden Erkrankungsfälle berichtet. Die WHO ruft weiterhin alle Länder zur erhöhten Wachsamkeit beim Auftreten von Influenza A (H1N1) in der Bevölkerung auf. Reisenden wird empfohlen sich sorgfältig und regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife zu waschen und sich beim Auftreten grippeähnlicher Beschwerden umgehend in medizinische Obhut zu begeben.
Im Sudan gilt das Territorium südlich des 12. nördlichen Breitengrades als Gelbfieber-Infektionsgebiet. Erkrankungsfälle wurden v.a. aus Dilling, Kadugli, Rashad, Talodi so wie aus Abu Gebiha und Rashad im Bundesstaat Süd Kordofan gemeldet. Die Erkrankung wird durch Viren verursacht die durch tag- und nachtaktive Mücken auf den Menschen übertragen werden. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, endet die Erkrankung in 50% - 60% der Fälle tödlich. Daher sind gute Schutzmaßnahmen (Impfung und Mückenschutz) für Reisende in die Gelbfieber-Infektionsgebiete unbedingt empfohlen.
Zu den weltweit am stärksten von der viszeralen Leishmaniose betroffenen Gebieten zählt der Südsudan, eine touristische nicht zugänglich Region. Die Leishmaniose (syn. Leishmaniasis) wird durch Parasiten (sog. Leishmanien) verursacht. Sie befallen bestimmte Zellen des Immunsystems und schädigen dadurch Milz, Leber, Knochenmark, Lymphknoten, Haut und -Schleimhaut. Der Schweregrad der Erkrankung und das Krankheitsbild richten sich na ch der Erregerart, der Größe des Erregerbefalls als auch nach der Abwehrkraft der infizierten Person. Im Rahmen einer Allgemeininfektion befallen die Parasiten wichtige Körperorgane und beeinträchtigen ihre Funktionen. Das daraus resultierende Krankheitsbild der Kala Azar ist schwerwiegend und endet in der Regel unbehandelt meist tödlich. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt jährlich rund 400.000 Erkrankte. Hauptüberträger sind Schmetterlingsmücken. Gute Mückenschutzmaßnahmen sollten stets durchgeführt werden.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus - und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Landesweit besteht ein Cholera-Infektionsrisiko. Das Cholera-Infektionsrisiko betrifft insbesondere die einheimische Bevölkerung - insbesondere unterernährte, vorerkrankte Menschen mit mangelnder medizinischer Betreuung und einem geschwächten körperlichen Abwehrsystem. Das Infektionsrisiko für Reisende ist sehr gering. Reisenden sind gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene-Maßnahmen empfohlen. Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit, kann die Cholera-Impfung für den Urlaubsreisenden in endemische Gebiete erwogen werden. Sie ersetzt jedoch nicht die gebotenen Maßnahm en zur Nahrungs- und Trinkwasserhygiene. Empfohlen ist die Cholera-Impfung für Einsätze bei Katastrophen und Flüchtlingssituationen in endemischen Gebieten (WHO), speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen Ausbrüchen.
Ein mimimales Risiko besteht in den Küstenregionen des Roten Meeres
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung. Erhöhtes Risiko in der Regenzeit April - November
Malariaart: über 90 % Malaria tropica (P. falciparum)
Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe): ganzjährig in den südlichen Zweidrittel des Landes
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): ganzjährig im nördlichen Landesdrittel.
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | Risikogruppen ja | Alle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Kinderlähmung | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Meningokokken Meningitis | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. während Trockenzeiten) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten) |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende (Kinder über 9. Lebensmonat), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete). Ein Impfnachweis kann evtl. bei der Ausreise aus dem Sudan in ein Gelbfieber-Endemiegebiet gefordert werden. |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Bilharziose | Vorkommen: im Süßwasser vorwiegend Niltal und südliche Provinzen | Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Dengue-Fieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Filariose | landesweites Vorkommen | Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Fleckfieber | Vorkommen: vor allem im Süden | Schutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche). Impfung nur in seltenen Fällen empfohlen ! |
| Gelbfieber | Vorkommen: Territorium südl. 15° N | Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Kala Azar | Vorkommen: landesweit, v.a. am oberen Nil, Kasala, und am blauen Nil | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Meningokokken Meningitis | Vorkommen: ländliche Gebiete, v.a. im Süden Übertragungsmonate: Dezember-Mai | Impfung. Vermeidung von größeren Menschenansammlungen (z.B. enge Wohnverhältnisse, überfüllte Verkehrsmittel, etc.) |
| Schlafkrankheit | Vorkommen: vor allem im Süden | Schutz vor Bremsen durch hautbedeckende Kleidung (dunkle Farben vermeiden). Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| Zeckenbißfieber | Vorkommen: vor allem im Süden | Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays). |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 15 | 16 | 19 | 22 | 25 | 26 | 25 | 24 | 25 | 24 | 20 | 17 |
| Max. Temp °C | 32 | 34 | 38 | 41 | 33 | 41 | 38 | 37 | 39 | 40 | 36 | 33 |
| Feuchtigkeit % | 29 | 22 | 16 | 14 | 19 | 28 | 45 | 54 | 43 | 60 | 27 | 30 |
| Regentage | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 | 5 | 6 | 2 | 1 | 0 | 0 |
Kurfürstendamm 151
10709 Berlin
Tel.: (030) 890 69 80
Fax: (030) 894 09 693
Website: www.sudan-embassy.de
Mo-Fr: 9-15.30 Uhr
Hausanschrift:
Embassy of the Federal Republic of Germany
53, Baladia Street
Block No 8 D, Plot No. 2
Khartum
Postanschrift:
Embassy of the Federal Republic of Germany
P.O. Box 970
Khartum
Sudan
Tel.: (00249 183) 74 50 55, 77 79 90
Fax: (00249 183) 77 76 22
e-Mail: info@khartum.diplo.de
Website: www.khartum.diplo.de

