Ein 24-jähriger Tourist infizierte sich bei seinem Aufenthalt bei der WM in Südafrika mit Masern. Er besuchte mehrere Fußballspiele in Rustenberg, Durban, Kapstadt und Nelspruit. In Hinblick auf den anhaltenden Masernausbruch in Südafrika, haben die Gesundheitsbehörden bereits mehrfach auf die erhöhte Ansteckungsgefahr hingewiesen. Besucher sollten daher nach Rückkehr in ihre Heimatländer auf Krankheitsbeschwerden achten und bei ersten Anzeichen sofort den Arzt aufsuchen. Über 15.000 Masernfälle wurden in Südafrika im Zeitraum zwischen Januar 2009 und Juni 2010 berichtet. Die Erkrankungsfälle werden landesweit aus allen Provinzen berichtet. Schwerpunkt des Ausbruchs bilden jedoch die nordöstlichen Landesteile. In den vergangenen Jahren bildete Kapstadt, immer wieder die Infektionsquelle für Masernausbrüche in der Westkap-Provinz. Die Kapprovinzen, die im Nordosten Südafrikas liegen, warnen vielerorts vor einem erhöhten Masern-Übertragungsrisiko. Auch Reisende ohne Immunschutz können erkranken. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Risikogebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, ist eine Schutzimpfung empfohlen.
In manchen Regionen besteht die Gefahr einer Rift-Tal-Fieberinfektion.
Erst im April dieses Jahres erkrankte eine 50-jährige deutsche Reisende
bei einer Reise nach Südafrika an Rift Tal-Fieber. Die Touristin reiste
durch ländliche Regionen von Port Elisabeth und entlang der Südküste
(Ostkap- und Westkap-Provinzen). Sie besuchte Safari-Parks und
Bergregionen. Einen Tag vor ihrer Rückreise entwickelte die Patientin
Fieber, Kopfschmerzen und einen Hautausschlag. Am 4. Mai bestätigte die
Weltgesundheitsorganisation, dass sich die Touristin mit dem
Rift-Tal-Virus infiziert hatte. Bis 24. Juni wurden landesweit in
Südafrika 221 einheimische Erkrankungen des Rift-Tal Fiebers gemeldet -
darunter 23 Todesfälle. Der Ausbruch der Erkrankung ereignete sich in
der Free State Provinz und breitete sich von dort weiter auf die
Ostkap-, Nordkap- Westkap- und Nordwestkap-Provinzen aus. Viele der
Erkrankten hatten direkten Kontakt zu erkrankten Tieren. Dennoch ist
nicht bei allen Erkrankten die Infektionsquelle bekannt. Die
Weltgesundheitsorganisation empfiehlt allen Reisenden nach Südafrika,
sich von blutenden Tieren fernzuhalten, keine unpasteurisierte oder
ungekochte Milch zu trinken und kein rohes Fleisch zu verzehren.
Zusätzlich sollten gute Mückenschutzmaßnahmen durchgeführt werden.
Grundsätzlich wird für Reisende das Risiko einer
Rift-Tal-Fieber-Erkrankung jedoch als eher gering eingeschätzt.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkomme n, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Generell besteht in den Regionen im Norden, Westen und Osten des Landes ein erhöhtes Infektionsrisiko für Cholera, das insbesondere die einheimische Bevölkerung betrifft. Von der Cholera betroffen sind u.a. die Empangeni-Region (v.a. die unteren Regionen des Umfolozi-Distrikts, sowie Hlabisa, Ngwelezane und Eshowe/Nkandla), die Südküste (KwaDukuza/Stanger, Jozini, die Ugu-Region), des weiteren die Eastern Cape-Provinz, die Northern Province und Port Shepstone. Eines der größten Probleme bildet verunreinigtes Trinkwasser. Vor allem unterernährte, vorerkrankte Menschen mit mangelnder medizinischer Betreuung und einem geschwächten körperlichen Abwehrsystem sind von der Cholera betroffen. Das Infektionsrisiko für Reisende ist sehr gering. Reisenden sind gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene-Maßnahmen empfohlen. Grundsätzlich kann die Cholera-Impfung für Reisende bei Aufenthalten in Cholera-Infektionsgebieten, speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen, erwogen werden. Empfohlen ist die Cholera-Impfung für Einsätze bei Katastrophen und Flüchtlingssituationen in endemischen Gebieten (WHO), speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen Ausbrüchen.
Risikogebiete: hohes Risiko im Oktober bis Mai in den Tiefebenen der Provinz Mpumalanga im Osten (einschließlich des Krüger National Parks und der benachbarten Parks), im Norden und Nordosten der Limpopo Provinz, und im Nordosten von Kwazulu-Natal (v.a. Tembe- und Ndumu-Wildreservat). Ein minimales Risiko besteht im restlichen Tiefland der Provinz Kwazulu Natal bis zum Tugela-Fluß im Süden und bis Swartwater.
Kein Malariarisiko: Städte und alle übrigen Gebiete
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung. Erhöhtes Risiko Oktober - Mai
Malariaart: über 90 % Malaria tropica (P. falciparum)
Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe):
Oktober - Mai: in den Tiefebenen der Provinz Mpumalanga im Osten (einschließlich des Krüger National Parks und der benachbarten Parks), im Nordosten von Kwazulu-Natal (v.a. Tembe- und Ndumu-Wildreservat) und im Norden und Nordosten der Limpopo Provinz.
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby):
Juni - September: in den Tiefebenen der Provinz Mpumalanga im Osten (einschließlich des Krüger National Parks und der benachbarten Parks), im Nordosten von Kwazulu-Natal (v.a. Tembe- und Ndumu-Wildreservat) und im Norden und Nordosten der Limpopo Provinz.
Keine medikamentöse Vorbeugung empfohlen:
ganzjährig im restlichen Tiefland der Provinz Kwazulu Natal bis zum Tugela-Fluß im Süden und bis Swartwater.
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Kinderlähmung | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Meningokokken Meningitis | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden (> 1. Lebensjahr), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete). |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Bilharziose | Vorkommen: im Süßwasser v.a. Transvaal (einschl. der Nationalparks) Natal, Transkei, Ciskei, SO-Kapprovinz: küstennahe Flussniederungen bis Port Elisabeth | Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Cholera | Infektionsgebiete sind: Kwazulu Natal, Lower Umfolozi District, Eshowe/Nkandla, Durban, Port Shepstone | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. |
| Dengue-Fieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Pest | Vorkommen: vor allem im Norden | Schutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätz bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 16 | 16 | 14 | 12 | 9 | 7 | 7 | 8 | 9 | 11 | 13 | 14 |
| Max. Temp °C | 26 | 26 | 25 | 22 | 19 | 18 | 17 | 18 | 18 | 21 | 23 | 24 |
| Feuchtigkeit % | 63 | 66 | 71 | 75 | 78 | 78 | 79 | 78 | 75 | 69 | 65 | 63 |
| Regentage | 3 | 2 | 3 | 6 | 9 | 9 | 10 | 9 | 7 | 5 | 3 | 3 |
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