Landesweit besteht ein Übertragungsrisiko für Dengue Fieber - auch auf der Insel Margarita. Die meisten Erkrankungen werden aus dem Norden des Landes - aus den Provinzen Zulia, Merida, Lara und Monagas - berichtet. Im Bundesstaat Zulia befindet sich der von Touristen gern besuchte Maracaibo-See - der größte See Südamerikas. Im Vorjahr (2009) berichtete das Robert Koch Institut, dass im Jahr 2008 bei insgesamt 10 deutschen Reisenden eine Dengue Fieber-Erkrankung nach Aufenthalt in Venezuela diagnostiziert wurde. Dengue Fieber wird ganzjährig durch Mücken übertragen. Reisende sollten daher gute Mückenschutzmaßnahmen durchführen.
Venezuela gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten. Im Grenzgebiet zu Brasilien, in der Parima-Region im Staat Amazonas, sowie in Bolivar besteht ein generelles Gelbfieber-Übertragungsrisiko. Die meisten Fälle wurden in Zulia (v.a. au s den Dörfern Jesus Maria Semprun, Colon und Machiques de Perija), Sucre (Merida) und Tachira (Uribante) registriert. Daher sind ein sorgfältiger Mückenschutz sowie eine Gelbfieber-Impfung medizinisch unbedingt empfohlen.
Landesweit besteht ein Tollwutrisiko. Die Tollwutinfektion kann durch Haustiere (Hunde, Katzen) oder aber auch durch Fledermäuse erfolgen. Der Biss der Fledermaus kann u. U. unbemerkt bleiben, da Fledermäuse über sehr kleine Zähne verfügen. Das beinhaltet die Gefahr, dass der Biss nicht wahrgenommen wird und somit die Infektionsgefahr unerkannt bleibt. Das Risiko einer Tollwutinfektion hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die landesspezifischen Bedingungen, das Verhalten des Reisenden, die Reiseart und Reisedauer. Zum Personenkreis der so genannten "Risikogruppe" gehören "Rucksackreisende", Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und Personen mit häufigem Tierkontakt. Der Reisende kann sich durch eine aktive Schutzimpfung gegen Tollwut schützen. Als wichtigste Verhaltensmaßnahme für Reisende gilt, insbesondere in den Tropen und Subtropen, freilaufende Tiere (v.a. Hunde und Katzen) nie zu streicheln oder zu berühren. Bei Bissverletzungen oder im Falle von Blut- bzw. Speichelkontakt durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Der Verzehr von Meeresfrüchten (insbesondere Austern und Muscheln) sowie von rohem Fisch (v.a. das beliebte Rohfischgericht "Ceviche") und der Kauf von Fisch in Dosen oder Flaschen am Strand sollte vermieden werden. Bei Reis en unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Kein Malariarisiko: Städte, Zentral- und Westküste und Insel Margarita
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung
Malariaart: Mehr als 10% Malaria tropica (P. falciparum), ansonsten Malaria tertiana (P. vivax)
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): ganzjährig in südlichen und östlichen Provinzen
| Krankheit | Impfschutz | Bemerkung |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | ja | Alle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Kinderlähmung | nein | |
| Meningokokken Meningitis | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Gelbfieber | Es besteht keine Impfvorschrift, aber eine ausdrückliche Impfempfehlung für die Risikogebiete. Venezuela gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten (v.a. Amazonas-Staat). Daher empfiehlt die WHO nachdrücklich die Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete (d.h. für alle Regionen aus denen humane Gelbfieberfälle gemeldet wurden bzw. das Gelbfieber-Virus bei Primaten nachgewiesen wurde). |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
| Bilharziose | Vorkommen: landesweit im Süßwasser v.a. in ländlichen Gebieten von Maracay, Aragua, Corabobo, Valencia | Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Chagas-Erkrankung | Vorkommen: ländliche Gebiete im Norden | Bei Übernachtungen im Freien: Schutz vor dem Überträger, der sog. Raubwanze, die sich v.a. in Lehmhütten aufhält und nachtaktiv ist |
| Cholera | Infektonsgebiete v.a. in den Staaten: Anzoátegui, Delta Amacuro, Monagas, Nueva Esparta, Sucre | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. |
| Dengue-Fieber | Vorkommen: landesweit | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Filariose | Vorkommen: vereinzelte Herde in ländlichen Gebieten | Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Gelbfieber | Infektionsgebiete: v.a. in den südlichen Landesteilen in den Staaten Amazonas (Parima Region) und Bolivar (Gran Sabana Region) | Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Leishmaniasis | landesweites Vorkommen | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| Min. Temp °C | 13 | 13 | 14 | 16 | 17 | 17 | 16 | 16 | 16 | 16 | 16 | 14 |
| Max. Temp °C | 24 | 25 | 26 | 27 | 27 | 26 | 26 | 25 | 27 | 26 | 25 | 26 |
| Feuchtigkeit % | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Regentage | 6 | 2 | 3 | 4 | 9 | 14 | 15 | 15 | 13 | 12 | 13 | 10 |
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