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Venezuela

Stand: August 2010
Wichtige Hinweise
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Über 20.000 Malariaerkrankungen wurden bis Juni diesen Jahres in Venezuela registriert. Damit liegt die Zahl der Erkrankungen um fast das Doppelte höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die meisten Erkrankungen wurden aus dem südöstlichen Bundesstaat Bolivar berichtet. Reisende in Regionen mit Malariavorkommen, sollten unbedingt eine reisemedizinische Beratung vor der Abreise aufsuchen. Welches Medikament und welche Prophylaxeform (Chemoprophylaxe oder Notfallmedikation) für den jeweiligen Reisenden die Richtige ist, kann dabei durch ein ärztliches Gespräch geklärt werden. Alle Reisenden, die nach Rückkehr Fieber und/oder Zeichen eines grippalen Infektes entwickeln, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, um möglichst früh eine Malaria erkennen und behandeln zu können.

Landesweit besteht ein Übertragungsrisiko für Dengue Fieber - auch auf der Insel Margarita. Die meisten Erkrankungen werden aus dem Norden des Landes - aus den Provinzen Zulia, Merida, Lara und Monagas - berichtet. In diesem Jahr wurden bis Anfang Juni bereits mehr als 40.000 Dengue Fieber-Fälle berichtet. Die Erkrankungen wurden vor allem aus Tachira, Miranda, Zulia, Alberto Adriani (El Vigia), Justo Briceno (Torondoy), Sucre (Lagunillas), Campo Elias (Ejido), Merida  und aus der Region der Hauptstadt gemeldet. Im Vorjahr (2009) berichtete das Robert Koch Institut, dass im Jahr 2008 bei insgesamt 10 deutschen Reisenden eine Dengue Fieber-Erkrankung nach Aufenthalt in Venezuela diagnostiziert wurde. Dengue Fieber wird ganzjährig durch Mücken übertragen. Reisende sollten daher gute Mückenschutzmaßnahmen durchführen.

Venezuela gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten. Im Grenzgebiet zu Brasilien, in der Parima-Region im Staat Amazonas, sowie in Bolivar besteht ein generelles Gelbfieber-Übertragungsrisiko. Die meisten Fälle wurden in Zulia (v.a. au s den Dörfern Jesus Maria Semprun, Colon und Machiques de Perija), Sucre (Merida) und Tachira (Uribante) registriert. Daher sind ein sorgfältiger Mückenschutz sowie eine Gelbfieber-Impfung medizinisch unbedingt empfohlen.

Landesweit besteht ein Tollwutrisiko. Die Tollwutinfektion kann durch Haustiere (Hunde, Katzen) oder aber auch durch Fledermäuse erfolgen. Der Biss der Fledermaus kann u. U. unbemerkt bleiben, da Fledermäuse über sehr kleine Zähne verfügen. Das beinhaltet die Gefahr, dass der Biss nicht wahrgenommen wird und somit die Infektionsgefahr unerkannt bleibt. Das Risiko einer Tollwutinfektion hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören die landesspezifischen Bedingungen, das Verhalten des Reisenden, die Reiseart und Reisedauer. Zum Personenkreis der so genannten "Risikogruppe" gehören "Rucksackreisende", Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und Personen mit häufigem Tierkontakt. Der Reisende kann sich durch eine aktive Schutzimpfung gegen Tollwut schützen. Als wichtigste Verhaltensmaßnahme für Reisende gilt, insbesondere in den Tropen und Subtropen, freilaufende Tiere (v.a. Hunde und Katzen) nie zu streicheln oder zu berühren. Bei Bissverletzungen oder im Falle von Blut- bzw. Speichelkontakt durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen.

Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Der Verzehr von Meeresfrüchten (insbesondere Austern und Muscheln) sowie von rohem Fisch (v.a. das beliebte Rohfischgericht "Ceviche") und der Kauf von Fisch in Dosen oder Flaschen am Strand sollte vermieden werden. Bei Reis en unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.

MalariahinweiseSeitenanfang
Vorkommen
Region
Risikogebiete: in südlichen und östlichen Provinzen

Kein Malariarisiko: Städte, Zentral- und Westküste und Insel Margarita

Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung

Malariaart: Mehr als 10% Malaria tropica (P. falciparum), ansonsten Malaria tertiana (P. vivax)
Vorbeugung
Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.

Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): ganzjährig in südlichen und östlichen Provinzen
ImpfempfehlungSeitenanfang
KrankheitImpfschutzBemerkung
DiphtheriejaGrundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
FSMEnein
GelbfieberjaAlle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen
Hepatitis AjaAlle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen
Hepatitis BRisikogruppen jaReisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.
Japanische Enzephalitisnein
Kinderlähmungnein
Meningokokken Meningitisnein
TetanusjaGrundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
TollwutRisikogruppen jaReisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biß Tollwut übertragen !) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal
TyphusRisikogruppen jaReisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen).
ImpfvorschriftenSeitenanfang
Gelbfieber

Es besteht keine Impfvorschrift, aber eine ausdrückliche Impfempfehlung für die Risikogebiete. Venezuela gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten (v.a. Amazonas-Staat). Daher empfiehlt die WHO nachdrücklich die Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete (d.h. für alle Regionen aus denen humane Gelbfieberfälle gemeldet wurden bzw. das Gelbfieber-Virus bei Primaten nachgewiesen wurde).

GesundheitsrisikenSeitenanfang
KrankheitAnmerkungSchutz
BilharzioseVorkommen: landesweit im Süßwasser
v.a. in ländlichen Gebieten von Maracay, Aragua, Corabobo, Valencia
Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen)
Chagas-ErkrankungVorkommen: ländliche Gebiete im NordenBei Übernachtungen im Freien: Schutz vor dem Überträger, der sog. Raubwanze, die sich v.a. in Lehmhütten aufhält und nachtaktiv ist
CholeraInfektonsgebiete v.a. in den Staaten: Anzoátegui, Delta Amacuro, Monagas, Nueva Esparta, SucreSorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene.
Dengue-FieberVorkommen: landesweitSchutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
FilarioseVorkommen: vereinzelte Herde in ländlichen GebietenSchutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
GelbfieberInfektionsgebiete: v.a. in den südlichen Landesteilen in den Staaten Amazonas (Parima Region) und Bolivar (Gran Sabana Region)Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
Hepatitis Blandesweites VorkommenImpfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln
Leishmaniasislandesweites VorkommenSchutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.
Tollwutlandesweites VorkommenImpfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen)
diverse DarminfektionenLandesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien)Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene
KlimatabelleSeitenanfang
Monat123456789101112
Min. Temp °C131314161717161616161614
Max. Temp °C242526272726262527262526
Feuchtigkeit %------------
Regentage6234914151513121310
Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen.
BotschaftSeitenanfang
Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela
Schillstraße 9-10
10785 Berlin
Tel.: (030) 83 22 40 0
Fax: (030) 83 22 40 20
e-Mail: embavenez.berlin@botschaft-venezuela.de
Website: www.botschaft-venezuela.de
Mo-Fr: 9-17 Uhr

Hausanschrift:
Embajada de la República Federal de Alemania
Avenida Eugenio Mendoza (Prncipal de la Castellana)
y Avenida José Angel Lamas
Edif. La Castellana, 10. Stock
La Castellana
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Fax: (0058 212) 261 06 41
e-Mail: infro@caracas.diplo.de
Website: www.caracas.diplo.de

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