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Hauterkrankungen

Auf Reisen wird die Haut insbesondere durch Klima- und Umwelteinflüsse, sowie durch Ernährungsumstellungen stark beeinflusst. Diese Tatsache wiederum, entscheidet erheblich über den Verlauf chronischer Hauterkrankungen und über die Exazerbation akuter Schübe. Allgemein gilt: Weisen Sie den Arzt der Sie reisemedizinisch berät darauf hin, dass Sie chronische Hautbeschwerden haben, da manche Malariamedikationen (wie z.B. Chloroquin) bei Hauterkrankungen kontraindiziert sind und eine Alternativmedikation in dem Fall zu verordnen ist. Bedenken Sie ebenfalls, dass durch Cortisontherapie vor allem im Zusammenhang mit intensiver Sonneneinstrahlung eine Schwächung des Immunsystems und in der Folge eine deutliche Herabsetzung der Infektresistenz eintreten kann.

Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte)

  • Eine angemessene Sonnenbestrahlung in Verbindung mit Baden im Meer kann sich günstig auf die Schuppenflechte auswirken. Daher kann bei Psoriasis eine Klimatherapie z.B. in den Monaten März bis Oktober am Toten Meer (hoher Salzgehalt hat keratolytische Wirkung !) eine sehr positive Wirkung zeigen. Vorsicht jedoch beim Sonnenbaden! Ein Sonnenbrand führt zur Verschlechterung der Psoriasis, daher sind wenig fettende Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor empfohlen.
  • Ernährungsumstellungen - wie zu kalorienreiche Kost und zuviel Alkohol - sowie psychischer Stress können zu einer Verschlechterung der Psoriasis führen.
  • Schützen Sie sich vor Hautverletzungen und Insektenstichen ! Beides kann zu Sekundärinfektionen und in der Folge zu neuen Schüben der Psoriasis führen.
  • Die medizinische Behandlung mit Hautlotionen und Pflegemittel gegen Psoriasis ist unbedingt auch im Reiseland fortzusetzen. Nehmen Sie ausreichende Mengen mit, die Ihre Haut gewöhnt ist und gut verträgt. Verzichten Sie auf das Experimentieren mit neuen unbekannten Hautlotionen.
  • In feuchtwarmen Klimazonen sollte auf die Verwendung von fettenden Cremes verzichtet werden! Eine Überfettung kann zum Ausbruch neuer Psoriasisherde führen.

Akne vulgaris

  • Eine angemessene Sonnenbestrahlung kann sich günstig auf die Akne auswirken. Daher können Bergaufenthalte und Strandurlaube eine sehr positive Wirkung zeigen. Vorsicht jedoch beim Sonnenbaden! Ein Sonnenbrand führt zur Verschlechterung. Daher sollten wenig fettende Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor verwendet werden.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Art und Verwendung Ihrer Medikation am Urlaubsort. Medikamente bzw. Hautcremes die zur Verdünnung der Hornschicht der Haut eingesetzt werden tolerieren die Sonnenbestrahlung nur sehr schlecht und sollten daher u.U. für die Dauer des Urlaubes abgesetzt werden. Auch manche Antibiotika-Therapien (z.B. mit Tetrazyklin) kann unter zu starker Sonnenbestrahlung zu photoallergischen Reaktionen führen. Sprechen Sie über Alternativen mit Ihrem Arzt.
  • Beachten Sie, dass durch zu starkes Schwitzen und hohe Luftfeuchtigkeit ein erschwerter Talgfluß provoziert werden kann, der zur Ausbildung einer sog. Acne tropicalis führen kann. Unter feucht-warmen Klimaverhältnissen sollte daher ein Hitzestau durch luftundurchlässige Kleidung oder größere sportliche Beanspruchungen oder sehr stark fettende Hautcremes vermieden werden.

Neurodermitis

  • Suchen Sie sich ein geeignetes Reiseklima aus: trockene, sonnenintensive Klimabedingungen können, ebenso wie ein feuchtwarmes Tropenklima die Hautbeschwerden verschlimmern. Vorteilhaft sind gemäßigte Klimazonen mit Monatsdurchschnittstemperaturen zwischen ca. 10 - 28 °C in warmen, gemäßigten und 0 - 20 °C in kühleren, gemäßigten Klimazonen. Die "allergenarme Luft" mit erhöhtem Feuchtigkeitsgehalt (d.h. mit wenig Reizstoffen in der Luft, die Allergien hervorrufen können z.B. Pollen, Pilze, etc.) stellt einen Schonfaktor dar. Dieses Klima ist daher gut geeignet für Personen mit Allergien, Lungenerkrankungen (Asthmatiker) und /oder chronischen, allergischen Hauterkrankungen (wie z.B. Ekzeme, Neurodermitis, Urtikaria).
  • Beachten Sie, dass durch zu starkes Schwitzen eine entzündliche Hautreaktion provoziert werden kann, die zu erhöhtem Juckreiz, Quaddelbildung und zur Verschlechterung der Neurodermitis führen kann. Unter feucht-warmen Klimaverhältnissen sollte daher ein Hitzestau durch luftundurchlässige Kleidung oder größere sportliche Beanspruchungen oder sehr stark fettende Hautcremes vermieden werden.
  • Nach dem Baden (auch Sonnenbaden) neigt die Haut bei Neurodermitis zur Austrocknung und Irritation. Daher sollte ein mäßiges Nachfetten der Haut nach jedem Badevorgang - je nach Bedarf - erfolgen.
  • Nehmen Sie ausreichend Cremes und Lotionen mit, die Ihre Haut gewöhnt ist und gut verträgt. Verzichten Sie auf das Experimentieren mit neuen unbekannten Hautlotionen.
  • Bei der Verwendung von mückenabweisenden Mitteln, sollten bevorzugt Cremes anstelle von Lotionen und Sprays verwendet werden, da sie einen höheren Fettgehalt aufweisen und somit die Haut besser schützen. Probieren Sie zunächst an kleineren Hautpartien die Verträglichkeit aus und tragen Sie zunächst Ihre normale Creme als Schutz für die Haut und im Anschluss daran die mückenabweisenden Cremes auf.
  • Vorsicht bei Hautverletzungen ! Personen mit Neurodermitis haben ein erhöhtes Risiko für Hautinfektionen durch z.B. leichte Verletzungen. Bereits kleine Hautverletzungen können zu einem akuten Neurodermitisschub führen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt wie Sie vorbeugen können bzw. was Sie bei einem akuten Schub tun sollten.

Lichtdermatosen

  • Patienten mit Lichtdermatosen (Hautkrankheiten, die unter Sonneneinstrahlung ausbrechen oder sich verschlimmern) sollten Reisen in tropische oder subtropische Länder meiden. Sollte ein Aufenthalt unumgänglich sein, ist eine qualitativ hochwertige Sonnenschutzcreme auf allen lichtexponierten Hautstellen, sowie das Tragen abdeckender Kleidung (z.B. von Vitiligobezirken) sehr wichtig.

Lupus erythematodes

  • Ein kutaner Lupus erythematodes neigt unter Sonneneinstrahlung zur Verschlechterung.

Hautpilzerkrankungen

  • Patienten mit Hautpilzerkrankungen im Bereich der Zehen sollten, soweit es geht, offenes Schuhwerk tragen (nicht bei Wanderungen !).

Pityriasis versicolor

  • Eine Pityriasis versicolor muss vor Antritt der Reise behandelt werden, da es sonst bei Verschlimmerung der Krankheit in feucht-warmem Klima zu kosmetisch sehr störenden Depigmentierungen kommen kann.

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