Akklimatisation
Das Reisen in ferne Länder stellt sich für den Körper zunächst als "Stressfaktor" dar, der individuell unterschiedlich empfunden und bewältigt wird. Denn unser Organismus, muss sich in kurzer Zeit vielen neuen Umweltgegebenheiten anpassen, wie zum Beispiel einem fremden Klima, einer Zeitumstellung und einer Umstellung in der Ernährung. Insbesondere wirkt sich das Klima mit seiner Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung auf unsere Gesundheit aus.Die Gewöhnung des Körpers an Reiseort und Klima (Akklimatisation) ist von vielen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel dem Ausmaß der körperlichen Aktivität am Reiseort, sowie der persönlichen gesundheitlichen Situation und Konstitution. Unser Körper hat Regulationsmechanismen die um einen Ausgleich zwischen Wärmeproduktion und -abgabe zur Aufrechterhaltung der Körpertemperatur permanent bemüht sind. Zu diesen Mechanismen gehören sowohl subjektive Empfindungen wie z.B. ein Unbehagen bei zuviel Sonne und das Aufsuchen von dunklen, schattigen Plätzen, Durst- und Ruheempfindungen, sowie Körperreaktionen wie z.B. Schwitzen, "Ausdampfen" und Abkühlen der Hautoberfläche.
Wie kann man sich auf eine Klimaumstellung vorbereiten ?
Vor der Reise:- Regelmäßiges körperliches Training (z.B. durch Heimtrainer, Jogging, Sport, etc.) vor der Abreise begünstigt die Fähigkeit des Körpers sich auf Klimaveränderungen schneller einzustellen (Akklimatisation).
- Vor der Reise sollte sich der Reisende über das Klima am Reiseort informieren z.B.: Tagestemperaturen, Temperaturschwankungen (u.a. Tages- und Nachttemperaturen), Regen- oder Trockenzeit, Luftfeuchtigkeit, etc.
- Ruhephasen, v. a. während der Mittagszeit (stärkste Hitzeperiode am Tag), sind empfohlen
- Bei längeren Außenaufenthalten Schattenplätze aufsuchen
- Regelmäßige und ausreichende Trinkwasseraufnahme
- Auf ausreichende Salzzufuhr achten (z.B. durch Nahrungsmittel)
- Dicht anliegende, luftundurchlässige Kleidung vermeiden. Gut geeignet ist leichte Leinen- oder Baumwollkleidung bzw. Kleidung aus atmungsaktiver Microfaser.
- Eine Gewöhnung des Körpers an Hitze (Akklimatisation) wird durch eine zwischenzeitliche Unterbrechung der Temperaturen (z.B. durch Klimaanlagen) verzögert und kann bei häufigem, schnellen Temperaturwechsel nicht selten zu Erkältungskrankheiten führen
- Die Gewöhnung des Körpers an ein neues Klima (Akklimatisation) beträgt zwischen 1 - 2 Wochen
Risikogruppen
Die körpereigenen Regulationsmechanismen, können bei verschiedenen Personengruppen eingeschränkt oder funktional verändert sein. Dazu gehören:Säuglinge und Kleinkinder
Da Säuglinge und Kleinkinder durch die geringe Körperoberfläche (kleine Körpergröße) nur eine geringe Temperatur- und somit Wärmeaustauschfläche (Haut/Umwelt) besitzen, sind sie Hitze- und/oder Kälteeinwirkungen stärker ausgesetzt als Erwachsene. Wichtig ist daher vor allem auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Salzzufuhr zu achten und die Kleidung - entsprechend den Außentemperaturen - achtsam anzupassen.
Schwangere:
Um das heranwachsende Kind vor Wärmestress zu schützen, senkt der Körper in der Schwangerschaft die Körperkerntemperatur um ca. 1°C. Bei hohen Außentemperaturen muss der Körper zur Einhaltung seiner Temperatur somit verstärkt Wärme abgeben, was in der Folge zu einer erhöhten Belastung des Körperkreislaufs der Schwangeren in heißen Ländern führt.
Frauen in der Menopause:
Während der Menopause unterliegt der Körper häufig größeren Temperaturschwankungen ("Hitzewallungen"). Hohe Außentemperaturen verstärken diese Hitzewallungen, so dass dadurch eine zusätzlich körperliche Belastung verursacht wird.
Personen ab dem 60. Lebensjahr
Mit zunehmenden Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers durch regulierende Mechanismen (wie z.B. Schwitzen oder Kältezittern) die Körperkerntemperatur zu erhalten ab. Daher wird das Reisen für ältere Personen (v.a. bei Fernreisen) mit zunehmenden Lebensalter körperlich anstrengender und schwieriger in der Anpassung an neue klimatische Gegebenheiten.
