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Influenza

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(syn. Grippe)

Die Grippe oder saisonale Influenza ist im Gegensatz zu den sonst häufig banalen Erkältungskrankheiten eine ernstzunehmende Erkrankung, die insbesondere bei Kindern und älteren Menschen einen lebensbedrohlichen Verlauf einnehmen kann. Die fieberhaften Beschwerden können sich in vielerlei Weise äußern. Zumeist sind es Glieder- und Kopfschmerzen, Hals- und Brustschmerzen oft im Zusammenhang mit einem starken Hustenreiz, als auch Übelkeit und Erbrechen. Die Beschwerden dauern zumeist bis zu einer Woche an, die Erholungsphase des Körpers auf einen grippalen Infekt kann sich jedoch über mehrere Wochen hinwegziehen. Die häufigsten Komplikationen sind in erster Linie eine Lungenentzündung, die vor allem ältere Menschen stark gefährdet, als auch eine Hirnhautentzündung, die insbesondere Kinder betrifft.

Die Grippesaison 2009/2010 hat mit der Verbreitung eines neuen Influenzavirus und dem Höhepunkt der pandemischen Influenza-Erkrankungswelle Mitte November 2009 gezeigt, wie unberechenbar Influenzaviren sind. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch-Instituts (RKI) schätzt, dass es zwischen 2,5 und 3,4 Millionen zusätzliche Arztbesuche aufgrund einer Influenza-Erkrankung gab. Nach Aussage des RKI zeigt der Vergleich mit Daten aus den Vorjahren, dass die Werte im Bereich einer mittelstarken saisonalen Influenzawelle liegen. Nachwievor lässt sich die Schwere einer Welle nicht vorhersagen und kann sehr unterschiedlich sein. Todesfälle treten zudem auch bei moderaten Grippewellen auf. Doch mit einer Impfung kann man sich einfach vor einer Grippeerkrankung schützen.

Übertragung:

Die Influenza wird durch Viren verursacht, die durch Tröpfcheninfektion verbreitet werden. In einem wellenförmigen Zyklus bricht die "Grippewelle" alljährlich zu bestimmten Jahreszeiten weltweit in verschiedenen Ländern aus und führt dort zu hohen Infektionsraten in der Bevölkerung.

Schutz:

Influenza-Schutzimpfung
In Deutschland wird im Spätsommer und Herbst (September - November) bei Personen über 60 Jahre und bei Personen mit chronischen Erkrankungen der Lunge, des Herzens, der Nieren oder des Stoffwechsels (z.B. Diabetiker), sowie bei Personen mit engem Kontakt zur Bevölkerung (z.B. medizinisches Personal, Schul- und Kindergartenpersonal, Verkaufspersonal, Personal der öffentlichen Verkehrsmittel, etc.) eine Grippeschutzimpfung empfohlen. Bei fortbestehendem Risiko ist eine alljährliche Auffrischimpfung angeraten.

Wichtiger Hinweis

Der neue saisonale Grippe-Impfstoff 2010/11 setzt sich aus den Antigenen der aktuell weltweit vorkommenden Varianten der drei zirkulierenden Influenza-Virustypen (A/H1N1, A/H3N2, B) zusammen und enthält das Antigen des pandemischen H1N1-Influenzavirus. Somit schützt er auch gegen die ,Schweinegrippe'. Nach der Impfung ist der Impfschutz in 10 bis 14 Tagen aufgebaut.

Der im Handel erhältliche Grippe-Impfstoff schützt nicht vor der Vogelgrippe. Der auf dem Markt gängige "Influenza-Impfstoff" (=Grippe-Impfung) richtet sich gegen die für den Menschen häufig pathogenen Subtypen der Influenzaviren und wird jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation entsprechend der dominierenden Subtypen neu zusammengestellt.

Empfehlungen für Reisende

Die Influenza ("echte Grippe") stellt weltweit eine häufige Ursache akuter Atemwegserkrankungen dar, so dass eine Grippe-Impfung für Reisende mit erhöhter Exposition (= Infektionsrisiko) oder mit erhöhter Gefährdung durch eine Influenza (durch bestimmte Grunderkrankungen) zu erwägen ist. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) hat im Januar 2009 aktuelle Grippe-Impfempfehlungen für Reisende veröffentlicht.


Folgende aktuelle Empfehlungen für Reisende wurden von der DTG erteilt

1. Für Reisen in die unten genannten Gebiete mit aktuellen Ausbrüchen ist prinzipiell eine Grippeimpfung empfohlen:

  • bei Reisen auf der nördlichen Hemisphäre zwischen November und April
  • bei Reisen auf der südlichen Hemisphäre zwischen Mai und Oktober
  • bei Reisen in die Tropen oder Subtropen (zwischen den Wendekreisen) ganzjährig

    Bei Reisen auf die südliche Halbkugel ist die Verwendung eines speziellen Impfstoffes nicht erforderlich. Nach bisherigen Erfahrungen schützt der hiesige Impfstoff ausreichend. Das Problem besteht darin, dass der in Deutschland erhältliche Grippeimpfstoff ab Mai kaum noch verfügbar ist, Daher sollte bei entsprechender Impfindikation die Impfung möglichst vorher erfolgen. Mit einer Schutzdauer von 3 - 6 Monaten kann gerechnet werden.

2. Folgende Risikogruppen sollten geimpft sein:

  • Reisende älter als 60 Jahre
  • Kinder, Jugendliche, Erwachsene mit erhöhter Gefährdung infolge eines Grundleidens,
    bei beruflicher Exposition oder bei drohender Epidemie (STIKO-Empfehlungen beachten)

3. Folgende Reisende besitzen ein erhöhtes Expositionsrisiko (= das Risiko einem Krankheitserreger ausgesetzt zu sein):

 

  • Passagiere auf Kreuzschiffen
  • Reisende auf längeren Flug-, Bus- oder Bahnfahrten
  • Reisen mit organisierten Touristengruppen
  • Mekka-Pilger