Nipah-Virus-Infektion
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Die Nipah-Virus-Infektion wird durch Viren (der Familie Paramyxoviridae) verursacht. Das Virus wurde 1999 zum erstenmal beschrieben und nach seinem Entdeckungsort "Nipah" in Malaysia benannt. Im Jahre 1998 und 1999 führte das Virus in Malaysia und Singapur zu Enzephalitis - Ausbrüchen (Entzündung des Gehirns), bei dem über 100 Menschen an den Folgen der Infektion verstarben. Eine enge Verwandtschaft des Virus besteht zu dem sogenannten Hendravirus, das 1994 in Hendra (Australien) entdeckt wurde und ebenfalls zu vereinzelten Enzephalitis-Ausbrüchen in Australien führte. Ungefähr 4 bis 18 Tage nach der Nipah-Virus-Infektion kommt es zu hohem Fieber mit grippeähnlichen Beschwerden. Im weiteren Verlauf kommt es zur Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) und in der Folge zu Schwindel, Desorientierung, Krämpfen, Bewusstseinseintrübung bis hin zum Koma. Ungefähr 50 % aller Erkrankten stirbt an den Folgen der Infektion. In manchen Fällen nimmt die Infektion auch einen leichten Krankheitsverlauf ein (bzw. führt zu keinen Beschwerden). Leider stehen noch keine Medikamente zur gezielten Bekämpfung des Virus zur Verfügung. Daher können bislang nur die Beschwerden medikamentös behandelt werden, nicht jedoch die Krankheitsursache.
Übertragung:
Die Übertragungswege der Infektion sind noch nicht geklärt. Es wurde beobachtet, dass es durch den engen Kontakt zu Schweinen (insbesondere der Kontakt mit ihren Körperflüssigkeiten und Gewebe) zur Infektion des Menschen mit dem Nipah-Virus gekommen ist. Ob auch andere Tiere das Virus auf den Menschen übertragen können ist noch ungeklärt. Auch der Übertragungsweg von Tier zu Tier ist noch ungewiss. Die primäre Quelle scheinen Fledermäuse zu sein, die sich von Früchten ernähren (sog. "fruit bats"). Diese Fledermausart "beherbergt" das Virus, ohne selbst daran zu erkranken. Diese Fledermäuse kommen in Nord-, Ost- und Südostasien, sowie in Australien, Indonesien, Malaysia, den Philippinen und auf manchen Pazifischen Inseln vor. Wie die Fledermäuse das Virus auf andere Tiere, wie z.B. Schweine, übertragen wird noch untersucht. Jedenfalls wurde noch keine direkte Virus-Übertragung von Fledermaus auf Mensch oder auch von Mensch zu Mensch festgestellt. Das Tier, das bei der Virus-Übertragung nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen eine zentrale Rolle einnimmt, ist das Schwein.
Schutz:
Nachdem die Übertragungswege noch nicht geklärt sind, können die Ratschläge zum Schutz vor der Infektion auch nur vage ausgesprochen werden. Grundsätzlich wird Reisenden geraten, sich von Schweinestallungen (insbesondere Schweineschlachtung) fernzuhalten. Sofern dies der Fall ist wird das Nipah-Virus-Infektionsrisiko des Reisenden als sehr gering eingestuft.