Afrika: Masernausbrüche in Afrika
Aus der Demokratischen Republik Kongo wurden seit Januar 2011 rund 1.145 Masern-Todesfälle bei Kindern gemeldet. Mehr als 115.000 Kinder sind bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres erkrankt. Der Masernausbruch breitet sich in sieben Provinzen im Osten des Landes aus. Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation besteht derzeit in der Demokratischen Republik Kongo auch ein Cholera-Ausbruch, der bereits zu über 2.500 Todesopfern geführt hat. Die WHO und die nationalen Gesundheitsbehörden führen daher breitflächig angelegte Impfkampagnen in neun Provinzen des Umfeldes durch. Begonnen wurde in Kasai Occidental, Bas Congo, Equateur und Provence Orientale. Weitere Impfungen sind geplant für Katanga, Maniema und Süd-Kivu. Nigeria und Sudan meldeten in diesem Jahr ebenfalls etliche Masern-Erkrankungs- und Todesfälle.
Auch aus Äthiopien und Kenia werden Masern-Erkrankungsfälle berichtet. In der ersten Jahreshälfte wurden mehr als 17.500 Masern-Fälle – einschließlich über 110 Todesfällen alleine aus Äthiopien gemeldet. In Kenia wurden in einem Flüchtlingslager über 460 Masern-Erkrankungen unter somalischen Flüchtlingen gezählt. Aufgrund der starken Dürre und mangelhaften Versorgung steigt im Land auch das Risiko an Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Cholera, Typhus und Masern.
Rund 20 Millionen Menschen sind weltweit nach Schätzungen der WHO jedes Jahr von Masern betroffen. Die meisten Erkrankungsfälle werden vor allem in Regionen mit einer geringen Masern-Durchimpfungsrate festgestellt. Aus Afrika werden regelmäßig Erkrankungsfälle und Masernausbrüche gemeldet. Besonders betroffen ist der Osten und Süden Afrikas.
Auch durch Urlauber und den weltweiten Reiseverkehr können immer wieder Masern-Infektionsketten in Gang gesetzt werden. Das deutsche Robert Koch-Institut empfiehlt daher Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen > 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen > 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.


