Australien: Keuchhusten erreicht Höhepunkt in Western Australia
Über 3500 Keuchhusten-Fälle (Pertussis) wurden im vergangenen Jahr aus Australien berichtet. Im Vergleich zum Vorjahr 2010 lag die Zahl mit knappen 1500 Fällen deutlich niedriger. Nach Aussage der Gesundheitsbehörden hat die Zahl der Erkrankungen in Western Australia, im vergangenen Jahr mit über 700 Fällen seinen Höhepunkt erreicht. Zuletzt wurden im Jahr 2004 derart hohe Erkrankungszahlen im Land registriert. Die australischen Behörden betonen die Wichtigkeit des Impfschutzes für Säuglinge, Kinder und ihre Kontaktpersonen und führen Aufklärungskampagnen in der Bevölkerung durch.
Australien: Mehr als doppelt so viele Fälle wie im Vorjahr
Keuchhusten wird durch Bakterien (Bordetella pertussis) übertragen. Als einziges Erregerreservoir dient der Mensch. Die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion, v.a. beim Husten. Rund 80-90% aller Personen die mit dem Erreger in Kontakt kommen erkranken. Daher könnte mittels einer Durchimpfung der Bevölkerung das Infektionsrisiko erheblich vermindert werden. Auch in den Tropen und Subtropen ist der Keuchhusten weit verbreitet. Im Jahr 2003 erkrankten weltweit rund 17 Mio. Menschen an Keuchhusten – davon 90% in den sog. Entwicklungsländern. Ungefähr 1 von 1000 Erkrankten stirbt an der Infektionskrankheit – zumeist handelt es sich dabei um junge Säuglinge.
Ungefähr 1 von 1000 Erkrankten stirbt
Nach einer Inkubationszeit von ca. 7-21 Tagen beginnt die Krankheit meist mit unspezifischen Grippesymptomen. Bei weiterem Verlauf kommt es zu starken Hustenattacken, die mit Erbrechen begleitet sein können Häufige Komplikationen (15-20%) bilden Lungenentzündungen, so wie Mittelohrentzündungen. Im schlimmsten Fall kann es zu Krampfanfällen, Atemstillstand (Apnoen) und irreversiblen Schädigungen des Gehirns bis hin zum Tod, kommen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird die Krankheit oft nicht erkannt, da sie außer einem trockenen Husten meist keinerlei weitere Beschwerden zeigen. Dennoch können sie die Erreger weitergeben und zu schweren Erkrankungsbildern bei ungeschützten Säuglingen führen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland in den Jahren 2000 – 2007 zwischen 638 bis 1.266 Personen pro Jahr mit der Diagnose Keuchhusten in Krankenhäuser eingewiesen. Dabei hat der Anteil der Erkrankungen bei Personen jenseits des 19. Lebensjahres in diesem Zeitraum von 6,7 % auf 27,6 % deutlich zugenommen.
STIKO empfiehlt Pertussis-Impfung auch für Erwachsene
Weder die Impfung noch die Erkrankung führen zu einer lebenslangen Immunität (d.h. natürlicher Immunschutz des Körpers) gegen Keuchhusten. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Auffrischung erforderlich. Daher empfiehlt das Expertengremium für Impfempfehlungen in Deutschland, die sog. „STIKO“ (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut), neben der Standardimpfung im Kindes- und Jugendalter, Erwachsenen die Impfung zusammen mit der nächst fälligen Tetanus- und Diphtherieimpfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Der Grund für die Empfehlung liegt in der Absicht die Zahl der durch Keuchhustenbakterien (Pertussis) infizierten Erwachsenen zu senken, als auch die Infektionsgefahr von Säuglingen durch ungeschützten Kontakt zu infizierten Erwachsenen zu reduzieren. In vielen anderen Ländern wurden bereits ähnliche Impfempfehlungen ausgesprochen. So wird zum Beispiel Erwachsenen in Österreich, schon seit Längerem, alle 10 Jahre eine Impfung gegen Pertussis empfohlen. Aufgrund der geringen Nebenwirkungen, die fast ausschließlich von leichter Art und vorübergehend sind, haben die Impfexperten dazu aufgerufen sich gegen Keuchhusten impfen zu lassen, da der Nutzen des Impfschutzes gegen die Erkrankung überwiegt.
Reisende sollten darauf achten, dass im Falle einer anstehenden Auffrischung gegen Tetanus- und/oder Diphtherie im Rahmen einer Reise, auch an die Mitimpfung von Keuchhusten gedacht wird.

