Ecuador: Tollwut durch Fledermäuse
Die Fledermäuse hielten sich in den Wäldern auf
Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörden wurden Anfang Dezember zehn Todesfälle durch Tollwut registriert. Die Personen wurden durch Fledermäuse in der Provinz Morona Santiago am Amazonasbecken attackiert. Die Erkrankungsfälle wurden in aus Wampuik, Tarimiat und Tsurik Nuevo gemeldet. Die Gemeinden liegen rund 260 km südöstlich von Quito. In diesem Jahr wurden in der Region bereits 150 Personen von Fledermäusen gebissen.
Die Erkrankungen wurden aus der Provinz Morona Santiago am Amazonasbecken berichtet
In Lateinamerika bleibt die Tollwut vielerorts ein Problem. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt jährlich eine Gesamtzahl von 55.000 Tollwut-Todesopfern weltweit – eine hohe Dunkelziffer wird angenommen. Das bedeutet, dass alle 10 min. ein Mensch an den Folgen der Tollwut stirbt. Bei rund 40% der Erkrankten handelt es sich um Kinder und Jugendliche jünger als 15 Jahre. Zwischen 250.000 bis 450.000 Menschen suchen jährlich medizinische Hilfe nach einem Tierbiss auf, um sich noch rechtzeitig vor Tollwut zu schützen.
Weltweit rund 55.000 Tollwut-Todesfälle im Jahr
Die Tollwut wird durch Viren verursacht. In 99% aller Fälle führen Tierbisse (vornehmlich durch Hunde) zu einer Tollwutübertragung. Im Zeitraum von 3 Wochen bis 3 Monaten (in Ausnahmefällen sogar bis zu einem Jahr) nach der Infektion kommt es zur Rötung mit einem Kribbeln der Bissnarbe, im weiteren Verlauf zu Krämpfen der Schlund-, Kehlkopf- und Atemmuskulatur mit Erstickungsgefühl, Atemnot, Erregungszuständen und Herzlähmungen mit Todesfolge.
Die rechtzeitige Behandlung ist in vielen tropischen und subtropischen Ländern nicht gegeben
Grundsätzlich sollten sich Reisende von freilaufenden Tieren (v.a. Hunde und Katzen) fernhalten. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Ebenso sollte bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v.a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, so dass im Notfall bei postexpositioneller Behandlung u.U. nicht die richtigen Medikamente in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen. Daher wird Risikopersonen vorsorglich um sich vor einer Tollwut-Erkrankung zu schützen eine Impfung empfohlen.


