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30.12.2011

Indien: Malaria in Gujarat und Chhattisgarh

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img0086Die Anophelesmücke überträgt die Malariaerreger Aus dem nordwestlichen Bundesstaat Gujarat werden derzeit vermehrt Malariaerkrankungen gemeldet. Nach Aussage der örtlichen Gesundheitsbehörden wurden bereits mehrere Erkrankungs- und Todesfälle berichtet. Über 76.000 Malariafälle sollen in diesem Jahr bereits registriert worden sein. Damit gehört der Bundesstaat zu den fünf Bundesstaaten mit der landesweit höchsten Malariarate. Ein erhöhtes Risiko scheint in den Städten und Regionen von Ahmedabad, Surat, Vadodara sowie Dahod und Rajkot zu liegen. Auch aus dem östlich gelegenen Bundesstaat Chhattisgarh hat die Zahl der Malaria-Erkrankungen und Todesfälle erheblich zugenommen. Die Fälle wurden vor allem aus Talnar gemeldet.

13mal mehr Malaria-Todesfälle als angenommen

Indien stellt für Reisende – nach Afrika – das wichtigste Infektionsland dar. Medizinische Untersuchungen zeigten, dass in Indien mehr Menschen an Malaria sterben, als bislang angenommen. In einem Beitrag der medizinischen Fachzeitschrift „Lancet“ wurde geschätzt, dass rund 13mal mehr Malaria-Todesfälle im indischen Subkontinent auftreten, als bisher von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kalkuliert. Die Autoren nehmen an, dass in Indien jährlich rund 200.000 Menschen an Malaria sterben. Diese große Anzahl, so die Experten, käme dadurch zustande, dass viele der Erkrankten keinen Arzt aufsuchen bzw. keinen Zugang zu Gesundheitssystemen haben und daher an den Folgen der Krankheit sterben, ohne erfasst zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation zweifelt weiterhin diese hohe Zahl der Todesfälle an.

Guter Mückenschutz und Notfallmedikation sind empfohlen

Reisende sollten gute Mückenschutzmaßnahmen durchführen und - nach ärztlicher Absprache - ggf. ein Malaria-Notfallmedikament (sog. „Stand-By“) mitführen. Alle Reisenden, die nach Rückkehr Fieber und/oder Zeichen eines grippalen Infektes entwickeln, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, um möglichst früh eine Malaria erkennen und behandeln zu können.