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04.10.2011

Indien: Mehrere Tausend Malariafälle im Norden

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indiakids2Malaria bildet in vielen indischen Bundesstaaten ein Problem Im nordwestlichen Bundesstaat Gujarat wurden aus verschiedenen Regionen Malariafälle berichtet. In zwei Septemberwochen wurden alleine über 8.200 Erkrankungsfälle registriert. In über 2600 Fällen wurde dabei eine Malaria tropica nachgewiesen. Die meisten Erkrankungen wurden aus den Städten Surat und Ahmedabad berichtet. Auch im Distrikt Dahod wurden vermehrt Malariafälle beobachtet. Insgesamt wurden im Bundesstaat über 38.000 Fieberfälle gezählt, die in den örtlichen Krankenhäusern abgeklärt werden mussten.

Über 8.200 Malariafälle in nur zwei Wochen

Auch aus dem nördlichen Bundesstaat Haryana werden Malaria-Erkrankungen berichtet. Im Distrikt von Yamunanagar registrierten die Gesundheitsbehörden rund 2900 Malariafälle in nur einem Monat. Die Fälle wurden vor allem aus dem Khijrabad Gürtel in Pipli Majra, Bahadurpur und Bambepur gemeldet, als auch aus Naharpur, Sadhaura, Bilaspur und den Distrikten Radaur und Mustafabad.

Auch Reisende können erkranken

Indien stellt für Reisende – nach Afrika – das wichtigste Malaria-Infektionsland dar. In den Monaten Mai bis Oktober kommt es durch den Monsun im Nordosten Indiens regelmäßig zu verstärkten Niederschlägen. Davon betroffen sind die nördlichen Regionen von Bihar und Uttar Pradesh, sowie die Bundesstaaten Punjab, Haryana, Sikkim, Nagaland, Manipur, Mizoram, Tripura, Meghalaya, Assam und Westbengalen. Die Regenzeiten können regional ausbleiben (gelegentlich im Nordwesten) oder verstärkt auftreten (v.a. im Nordosten und an der Westküste). Während der Regenzeit stehen für viele Insekten, wie z.B. Mücken vermehrt Brutplätze zur Verfügung. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z.B. Malaria während und nach Regenperioden häufiger auf.

Malariarisiko in Indien unterschätzt?

Medizinische Untersuchungen zeigten, dass in Indien mehr Menschen an Malaria sterben, als bislang angenommen. In einem Beitrag der medizinischen Fachzeitschrift „Lancet“ wurde geschätzt, dass rund 13mal mehr Malaria-Todesfälle im indischen Subkontinent auftreten, als bisher von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kalkuliert. Die Autoren nehmen an, dass in Indien jährlich rund 200.000 Menschen an Malaria sterben. Diese große Anzahl, so die Experten, käme dadurch zustande, dass viele der Erkrankten keinen Arzt aufsuchen bzw. keinen Zugang zu Gesundheitssystemen haben und daher an den Folgen der Krankheit sterben, ohne erfasst zu werden.

Mückenschutzmaßnahmen sind immer empfohlen

Reisende sollten gute Mückenschutzmaßnahmen durchführen und - nach ärztlicher Absprache - ggf. ein Malaria-Notfallmedikament (sog. „Stand-By“) mitführen. Alle Reisenden, die nach Rückkehr Fieber und/oder Zeichen eines grippalen Infektes entwickeln, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, um möglichst früh eine Malaria erkennen und behandeln zu können.