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11.08.2011

Japanische Enzephalitis in Asien: Erkrankungen nehmen zu

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bxp45108 Aus verschiedenen Regionen des indischen Subkontinents wurden in den vergangenen Wochen vermehrt Erkrankungsfälle der Japanischen Enzephalitis gemeldet. Im Stadtgebiet von Kamrup, im nordöstlichen Bundesstaat Assam wurde bei 23 Personen eine akute Entzündung des Gehirns festgestellt. In einigen Fällen konnte die Japanische Enzephalitis als Ursache festgestellt werden. Angeblich sollen 20 der 27 Distrikte des Bundesstaates durch die Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) betroffen sein.

Auch der Bundesstaat Uttar Pradesh meldet Erkrankungsfälle der Japanischen Enzephalitis. Während der Monsunzeit hat die Zahl der Überträgermücke stark zugenommen und zu einer erhöhten Virusübertragung in der Bevölkerung geführt. Die meisten Erkrankungsfälle werden alljährlich im August gemeldet. Mehr als 100 Patienten mit einer akuten Entzündung des Gehirns wurden in Purvanchal registriert. gezählt. Bei vielen wird angenommen, dass es sich um eine Japanische Enzephalitis handelt. Die Patienten kommen vor allem aus den Distrikten Siddharthnagar, Maharajganj, Kushinagar, Sant Kabirnagar, Deoria, Maharajganj, Gonda und sogar auch von Bihar und den Grenzgebieten Nepals. Mindestens 450 Erkrankungsfälle und 77 Todesfälle sollen insgesamt aus Uttar Pradesh gemeldet worden sein. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 371 Erkrankungs- und 67 Todesfälle. Am stärksten betroffen sind die Regionen Gorakhpur,  Deoria und Kushinagar.

Doch auch aus Taiwan im West-Pazifik meldeten die Gesundheitsbehörden Japanische Enzephalitis bei einer 44-jährigen Frau aus der Stadt Pingtung. Sie ist die vierte Patientin bei der in diesem Jahr eine Japanische Enzephalitis diagnostiziert wurde. In der Zeit zwischen Mai und Oktober kommt es in Taiwan vermehrt zu Erkrankungen die durch Mücken übertragen werden – darunter auch die Japanische Enzephalitis. Daher sollten vor allem in diesem Zeitraum Schutzmaßnahmen durchgeführt werden.

In seltenen Fällen kann die Japanische Enzephalitis auch Reisende betreffen. Erst im Mai dieses Jahres erkrankte eine deutsche Reisende an einer Japanischen Enzephalitis nach ihrem zweiwöchigen Aufenthalt in Bali (Indonesien). Die Inseln Java und Bali zählen zu den Endemiegebieten der Japanischen Enzephalitis, dennoch eine Infektion und das Risiko bei Reisenden sehr gering. Die Überträgermücke hält sich meist in ländlichen Regionen auf, in denen sich sehr selten Touristen längere Zeit aufhalten.

Die Japanische Enzephalitis ist eine gefährliche Viruserkrankung, die vor allem in den ländlichen Gebieten Asiens vorkommt. Dazu gehören u.a. Bangladesch, Brunei, China, Guam, Indien, Indonesien, Japan, Kambodscha, Korea, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Pakistan, Papua Neu-Guinea, Philippinen, Sri Lanka, Taiwan, Thailand, Vietnam aber auch Nord-Australien. Jährlich werden zwischen 30.000 bis 50.000 Erkrankungen aus Asien gemeldet. Damit stellt die Japanische Enzephalitis in Asien eine der häufigsten viralen Gehirnentzündungen dar.

Die Japanische Enzephalitis wird durch Mücken übertragen. Durch die erhöhten Niederschlagsmengen nimmt die Zahl der Brutstätten für Insekten zu. Damit kommt es zur Vermehrung der Insekten – auch der Überträgermücke und somit zu einem erhöhten Übertragungsrisiko.

Auch Reisende, vor allem Rucksack-Reisende in ländlichen Gebieten (insbesondere Reisanbaugebieten) sind durch die lebensgefährliche Viruserkrankung gefährdet. Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) empfiehlt die Schutzimpfung bei Reisen in die Risikogebiete mit Reisedauer länger als 4 Wochen oder auch bei Reisen mit Übernachtungen in ländlichen Regionen der Risikogebiete unabhängig von der Gesamtreisedauer. Neben dem Impfschutz sind gute Mückenschutzmaßnahmen zu jeder Tages- und Nachtzeit empfohlen.