Kenia: Deutscher Reisender erkrankt an Schlafkrankheit
Die Tse-Tse-Fliege überträgt die Erreger der Schlafkrankheit
Nach einem Aufenthalt im Nationalpark Masai Mara, in Kenia erkrankte ein deutscher Tourist an Schlafkrankheit. Zwei Stunden nach seiner Rückkehr entwickelte der 61-jährige Reisende hohes Fieber und begab sich zur Abklärung ins Krankenhaus. Die Mediziner konnten die Erreger der Schlafkrankheit in einer Blutuntersuchung feststellen und leiteten daraufhin sofort die Behandlung ein. Der Masai-Mara-Nationalpark gehört zu den tierreichsten Reservaten Kenias. Das Naturschutzgebiet ist Teil der Serengeti und grenzt nördlich direkt an den Serengeti-Nationalpark in Tansania an.
In vielen Nationalparks Afrikas besteht ein Übertragungsrisiko für Schlafkrankheit
In den vergangenen Jahren wurde die Schlafkrankheit vereinzelt – nicht nur bei amerikanischen Touristen – sondern auch bei europäischen Afrikareisenden festgestellt. Die meisten Infektionen wurden bei Aufenthalten in Nationalparks erworben. Die Reisenden unternahmen Safaris in Ländern wie Tansania, Malawi, Sambia, Namibia und Uganda.
WHO schätzt zwischen 50.000 – 70.000 Erkrankungsfälle pro Jahr
Die Schlafkrankheit tritt in afrikanischen Ländern südlich der Sahara auf und betrifft vorrangig die einheimische Bevölkerung in abgelegenen ländlichen Regionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich zwischen 50.000 – 70.000 Erkrankungsfälle auftreten. Das Vorkommen in den afrikanischen Ländern variiert. Während in Ländern wie u.a. Burkina Faso, Kamerun, Äquatorialguinea, Gabun, Kenia, Mosambik, Nigeria, Ruanda, Sambia und Simbabwe im Durchschnitt weniger als 50 Fälle pro Jahr registriert werden, stellt die Infektionskrankheit hingegen in Ländern wie Zentralafrika, Tschad, Kongo, Elfenbeinküste, Guinea, Malawi, Uganda und Tansania ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem in der Bevölkerung dar.
Gute Schutzmaßnahmen und helle Kleidung
Die Schlafkrankheit (sog. afrikanische Trypanosomiasis) wird durch Parasiten (sog. Trypanosomen) verursacht, die durch den Stich der Tse-Tse-Fliege übertragen werden. Die bremsenähnliche Fliege, hat einen starken Stachel mit dem sie auch am behaarten Kopf oder durch dünnere Stoffarten (z.B. Leinen) hindurch stechen kann. Daher sind gute Schutzmaßnahmen (Repellentien, Insektizide) vor allem durch Körperbedeckende Kleidung (langärmeliges Oberteil, lange Hosen, die Fußknöchel bedeckende Socken) aus dickeren bzw. festen Stoffen unentbehrlich. Auf dunkle Kleidung sollte verzichtet werden, da diese auf die Tse-Tse-Fliege anziehend wirkt. Die Schutzmaßnahmen können jedoch nicht vollständig vor dem Angriff der Tse-Tse-Fliege schützen.


