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01.09.2011

Pakistan: Akuter Anstieg an Tollwut-Todesfällen

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hund2 Pakistan beklagt den akuten Anstieg von Tollwut im Land. Rund 5.000 Tollwut-Todesfälle werden derzeit jährlich registriert. Die meisten Betroffenen infizieren sich durch Hundebisse. Die Gesundheitsbehörden fordern daher verstärkte nationale Fördermaßnahmen im Kampf gegen die Tollwut. Im benachbarten Indien sieht es bezüglich der Tollwut noch besorgniserregender aus. Tollwut-Impfkampagnen bei freilaufenden Hunden, vor allem in den Stadtrandgebieten konnten noch nicht ausreichend durchgeführt werden. Medikamente zur vorbeugenden Behandlung der Tollwut, nach einer Hundebissverletzung oder anderer ähnlicher Exposition, sollen nach Angabe der Gesundheitsbehörden in vielen Krankhäusern für die Bevölkerung frei verfügbar sein, jedoch sei diese Tatsache noch viel zu wenig bekannt gemacht worden. 

Immer wieder werden aus Landesteilen in Indien Tollwutfälle berichtet. Höhere Dunkelziffern unerfasster Fälle v.a. in ländlichen Regionen können vermutet werden. Indien gehört weiterhin weltweit zu den Ländern mit den höchsten Tollwut-Erkrankungszahlen bei Mensch und Tier. Die Tollwut wird durch Viren verursacht. Im Zeitraum von 3 Wochen bis 3 Monaten (in Ausnahmefällen sogar bis zu einem Jahr) nach der Infektion kommt es zur Rötung mit einem Kribbeln der Bissnarbe, im weiteren Verlauf zu Krämpfen der Schlund-, Kehlkopf- und Atemmuskulatur mit Erstickungsgefühl, Atemnot, Erregungszuständen und Herzlähmungen mit Todesfolge.

Weltweit sterben laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 55.000 Menschen an Tollwut. Tollwut tritt in mehr als 150 Ländern und Regionen auf, dennoch treten 95% aller Tollwut-Todesfälle in Asien und Afrika auf. In 99% aller Fälle führen Tierbisse (vornehmlich durch Hunde) zu einer Tollwutübertragung. Das wachsende Tollwutrisiko ergibt sich durch die zunehmende Anzahl von streunenden Hunden.

Grundsätzlich sollten sich Reisende von freilaufenden Tieren (v.a. Hunde und Katzen) fernhalten. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Ebenso sollte bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v.a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, so dass im Notfall bei postexpositioneller Behandlung u.U. nicht die richtigen Medikamente in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen. Daher wird Risikopersonen vorsorglich um sich vor einer Tollwut-Erkrankung zu schützen eine Impfung empfohlen.