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22.10.2011

Sambia, Bolivien: Erhöhtes regionales Tollwutrisiko

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hund2Von freilaufenden Hunden in den Tropen, sollte man sich fern halten Tollwut im Mansa-Distrikt (Sambia)

Im Mansa Distrikt, der gleichnamigen Hauptstadt, der Luapula Provinz in Sambia wurden in den vergangenen Tagen und Wochen 14 Tollwut-Fälle berichtet. Die Tollwut ist weltweit in mehr als 150 Ländern und Regionen verbreitet. Die meisten Erkrankungen werden jedoch aus Afrika und Asien gemeldet.

Tolwut in Cochabamba (Bolivien)

Doch auch in Lateinamerika bleibt die Tollwut vielerorts ein Problem. So wurde am 16. Oktober über den Tollwuttod einer Siebenjährigen aus Cochabamba berichtet, die sich beim Spielen mit einem zwei Monate alten Welpen infizierte, als dieser sie Biss. Cochabamba ist die Hauptstadt des umgebenden Departamento Cochabamba, in dem zuletzt 78 Tollwutfälle registriert wurden - darunter 11 Kinder die durch einen tollwütigen Hund gebissen wurden. Insbesondere in diesem Jahr wurde in der viertgrößten Stadt Boliviens eine erhöhte Zahl an Tollwut-Fällen berichtet. Doch auch in anderen Landesteilen wie z.B. Oruro, La Paz und Santa Cruz wurden in diesem Jahr Tollwut-Fälle registriert.

Weltweit jährlich rund 55.000 Tollwut-Todesfälle

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt jährlich eine Gesamtzahl von 55.000 Tollwut-Todesopfern – eine hohe Dunkelziffer wird angenommen. Das bedeutet, dass alle 10 min. ein Mensch an den Folgen der Tollwut stirbt. Bei rund 40% der Erkrankten handelt es sich um Kinder und Jugendliche jünger als 15 Jahre. Zwischen 250.000 bis 450.000 Menschen suchen jährlich medizinische Hilfe nach einem Tierbiss auf, um sich noch rechtzeitig vor Tollwut zu schützen.

Indien kämpft weiterhin gegen hohe Tollwut-Erkrankungszahlen bei Mensch und Tier

Immer wieder werden aus Landesteilen in Indien Tollwutfälle berichtet. Höhere Dunkelziffern unerfasster Fälle v.a. in ländlichen Regionen können vermutet werden. Indien gehört weiterhin weltweit zu den Ländern mit den höchsten Tollwut-Erkrankungszahlen bei Mensch und Tier. Tollwut-Impfkampagnen bei freilaufenden Hunden, vor allem in den Stadtrandgebieten konnten noch nicht ausreichend durchgeführt werden. Medikamente zur vorbeugenden Behandlung der Tollwut, nach einer Hundebissverletzung oder anderer ähnlicher Exposition, sollen nach Angabe der Gesundheitsbehörden in vielen Krankhäusern für die Bevölkerung frei verfügbar sein, jedoch sei diese Tatsache noch viel zu wenig bekannt gemacht worden.

In 99% der Fälle kommt es durch Tierbisse zur Infektion

Die Tollwut wird durch Viren verursacht. In 99% aller Fälle führen Tierbisse (vornehmlich durch Hunde) zu einer Tollwutübertragung. Im Zeitraum von 3 Wochen bis 3 Monaten (in Ausnahmefällen sogar bis zu einem Jahr) nach der Infektion kommt es zur Rötung mit einem Kribbeln der Bissnarbe, im weiteren Verlauf zu Krämpfen der Schlund-, Kehlkopf- und Atemmuskulatur mit Erstickungsgefühl, Atemnot, Erregungszuständen und Herzlähmungen mit Todesfolge.

Schutzmaßnahmen sind empfohlen

Grundsätzlich sollten sich Reisende von freilaufenden Tieren (v.a. Hunde und Katzen) fernhalten. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Ebenso sollte bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v.a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, so dass im Notfall bei postexpositioneller Behandlung u.U. nicht die richtigen Medikamente in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen. Daher wird Risikopersonen vorsorglich um sich vor einer Tollwut-Erkrankung zu schützen eine Impfung empfohlen.