Diabetes mellitus
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Vor Ihrer Abreise sollten Sie mit Ihrem Arzt klären, wie stabil Ihr Stoffwechsel eingestellt ist, ob möglicherweise vorliegende Organkomplikationen beachtet werden müssen und welche Belastungen durch Klima, Stress, Infektionskrankheiten und Nahrungsumstellung zu erwarten sind bzw. wie Sie sich unter den veränderten Bedingungen verhalten sollten um gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden.
Allgemeine Ratschläge
- Immer einen Internationalen Diabetikerausweis mitführen!
- Eine Bescheinigung für den Diabetikerbedarf (v.a. Spritzen und Pens) ist auf jeden Fall in englisch nötig, um bei Grenzkontrollen, keine Probleme zu bekommen. Ein entsprechendes Formular in neun Sprachen ist beziehbar beim Deutschen Diabetiker-Bund, Baden-Württemberg.
- Informieren Sie sich vor Antritt der Reise über die Adresse des besten (westlich orientierten) und rasch zu erreichenden Krankenhauses in Ihrem Reiseland. Gelegentlich verfügen Botschaften oder Tropeninstitute über einige Kontaktadressen.
- Wenn Sie Ausflüge planen, gehen Sie nicht alleine, informieren Sie bei körperlichen Beschwerden rechtzeitig ihre Mitreisenden (Reiseleiter) über Ihre Erkrankung.
- Wenn Sie einen Ausflug alleine planen, hinterlassen Sie eine Nachricht, wohin Sie gehen und wann Sie zurückzusein beabsichtigen. Das gilt auch für kleine Spaziergänge.
- Traubenzucker oder kohlenhydratreiche Nahrungsmittel, sollten in einem geschlossenem Behälter zum Schutz vor Insekten aufbewahrt werden.
- Im Handgepäck sind für die Reise mitzuführen: Mindestens ein Drei-Tages-Bedarf an Medikamenten, Teststreifen, Spritzen, kohlenhydratreiche Zwischenmahlzeiten, Traubenzucker und eventl. Glucagon-Notfallset. Bedenken Sie, dass es bei Langstrecken-Reisen häufig zu erheblichen Wartezeiten kommen kann. Ihr Diabetikerausweis in der Landessprache oder in englisch und eines Bescheinigung für den Diabetikerbedarf sind ebenfalls im Handgepäck mitzuführen, damit Sie jederzeit bei Kontrollen vorgelegt werden können.
- Vergessen Sie nicht, in heißen Ländern ausreichend zu trinken und regelmäßig den Blutzucker zu testen.
- Achten Sie auf gutes Schuhwerk, welches luftig sein sollte, jedoch Schutz vor Tieren bietet. Kontrollieren Sie Ihre Füße täglich auf Verletzungen!
- Vorsicht bei der Nahrungsumstellung: Sinnvoll ist es sich vor Reiseantritt, über die glykämische Zusammensetzung der landestypischen Speisen und Getränke zu erkundigen.
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Allgemeine Ratschläge zum Insulin
- Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welches Insulin am besten unter höheren Temperaturen lagerbar ist (durch z.B. Thermoskannen mit eventueller Zugabe von Kühlelementen - optimale Lagerungstemperatur bei 8°C). Insulin lichtgeschützt verwahren!
- Vorsicht vor auffallenden Etuis für das Insulin: Diebstahlgefahr! Besser sind unauffällige Behältnisse. Deponieren Sie ein Ersatzbesteck und Ersatzinsulin an einem sicheren Ort (Hotelsafe).
- Beachten Sie bei der Blutzuckereinstellung, dass Sie bei heißem Wetter weniger Nahrung und damit u.U. weniger Insulin benötigen.
- Sport spart Insulin.
- Insulin und Zeitverschiebung: Bei Reisen in Ost-West-Richtung bzw. in West-Ost-Richtung ist die Zeitverschiebung zu berücksichtigen. Bei Reisen nach Osten verkürzt sich der Tag. Die Insulindosis ist entsprechend zu reduzieren. Als Faustregel kann gelten: Die innerhalb von 24 Std. zu verabfolgende Insulindosis reduziert sich um den Bruchteil, der sich aus der Zeitverschiebung ergibt. Werden die Uhren bei einer Reise nach Ostasien z.B. um 6 Std. vorgestellt, reduziert sich der Insulinbedarf um 6/24 = 1/4. Im Gastland sind dann unter entsprechender Blutzuckerkontrolle die bisherigen Insulindosen zu verabfolgen. Bei Reisen Richtung Westen gilt Entsprechendes mit umgekehrten Vorzeichen, d.h. die Insulinmenge ist entsprechend der Zeitverschiebung vorübergehend zu erhöhen, zweckmäßigerweise durch eine zusätzliche Insulindosis.
- Zeitverschiebungen von bis zu vier Stunden können durch kurzwirksame Insuline ausgeglichen werden. Bei Zeitverschiebungen von über 4 Stunden kann die zusätzliche Applikation von Basalinsulin indiziert sein.
- Es empfiehlt sich bis zum Eintreffen am Zielort die gewohnte Zeitzone beizubehalten. Sprechen Sie mit dem Flugzeugpersonal, damit Sie Ihr Essen zur gewohnten Zeit einnehmen können und ihren Rhythmus weitestgehend bis zum Erreichen des Zielortes beibehalten können.
- Bei Ausflockungen, Schlierenbildung oder Farbveränderung sind Insuline zu vernichten. Sollte Ihr Insulin beim Kühlen versehentlich gefroren worden sein, empfiehlt es sich ebenfalls das Insulin zu verwerfen.
Herz und Kreislauf
- Bei Diabetikern kommt es häufig zu Herzkranzgefäßveränderungen ohne typische Warnsymptome wie Brustenge usw. Nehmen Sie Warnsymptome in jedem Fall ernst, vor allem, wenn diese bei körperlicher Belastung auftreten! Hinter einem Kollaps kann sich auch ein Herzanfall verbergen!
Nieren und ableitende Harnwege
- Achten Sie auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr bei heißem Wetter: ohne körperliche Anstrengung benötigen Sie mindestens 3 Liter pro Tag. Achten Sie darauf, dass der Urin stets eine helle, klare Farbe behält, dies ist ein Zeichen dafür, dass Ihre Flüssigkeitsbilanz stimmt. Erhöhte Harnglucose und Harnwegsinfektionen begünstigen sich gegenseitig.
Verdauungssystem
- Sie sind durch die drohende Elektrolytverschiebung bei Durchfall und Erbrechen stärker gefährdet als andere Menschen. Begeben Sie sich bei Durchfall rechtzeitig in ärztliche Behandlung. Bedenken Sie, dass Sie bei Durchfall und Erbrechen nur unzureichend Nahrung resorbieren. Sie benötigen weniger Insulin.
Haut
- Achten Sie auf kleine Verletzungen der Haut, insbesondere der Füße. Bei Diabetikern kommt es sehr schnell zu großen Hautinfektionen. Vermeiden Sie das Kratzen an Insektenstichen und verwenden Sie - bei starken und störendem Juckreiz - Juckreizstillende Hautlotionen.
An was sollten Sie alles denken ?:
- Papiere mitnehmen:
Diabetikerausweis mit Übersetzung in der Landessprache, Auslandskrankenschein und -versicherungsnachweis mit Notrufnummern, Adresse des Hausarztes mit Telefonnummer für eventuelle Rückfragen und Diabetes - Tagebuch. - Medikation:
Insulin, orale Antidiabetika, Glucagon, Traubenzucker und Zwischenmahlzeiten. - Besteck und Diabetikerbedarf: Insulinspritzen bzw. - Pens, Kanülen für Spritzen bzw. Pens, Blutzuckermessgerät, Teststreifen für Blutzucker, Aceton und Harnzucker, Lanzetten bzw. Stechhilfen, Nahrungsmitteltabellen, Pflaster, Wunddesinfektionsmittel.