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Benin

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Stand: April 2016


Malaria Risikogebiete

News

25.02.2016

Benin: Lassafieber im Nordosten

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Wichtige Hinweise

Lassa-Fieber
Aus Benin wurden in der Zeit vom 21. Januar bis 13. Februar 2016 insgesamt 68 Lassa-Fieber-Fälle berichtet – darunter 23 Todesfälle. Während  am 5. Februar die Zahl der Erkrankten noch bei vier und 25 Verdachtsfällen lag, betrug die Zahl der Kranken nur acht Tage später bereits 68. Ebenso stieg die Zahl der Todesfälle im gleichen Zeitraum von acht auf 23 dramatisch an. Im Nordosten des Landes starb eine Schwangere an der Erkrankung. Wenig später erkrankten sechs Gesundheitshelfer aus der gleichen Region. Die Übertragung des Virus auf Gesundheitshelfer in medizinischen Einrichtungen ist nicht selten. Auch in den vergangenen Jahren kam es immer wieder landesweit zu Lassa-Fieber. Die Übertragung der Lassa-Viren auf den Menschen findet zumeist durch eine orale Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei mangelnder Hygiene statt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Erkrankten (z.B. bei medizinischen Pflegepersonal). Die Infektionskrankheit wird vor allem in der ersten Jahreshälfte gehäuft beobachtet, ist aber das ganze Jahr über präsent. Trekking-Reisende und Entwicklungshelfer haben ein erhöhtes Risiko. Eine sorgfältige Nahrungsmittelhygiene sollte stets eingehalten werden.

Kinderlähmung (Poliomyelitis)
In Benin wurden seit 2009 keine neuen Polio-Fälle registriert. Weltweit wurden in diesem Jahr (1.1.-23.3.2016) sieben Polio-Wildvirus-Fälle aus nur zwei Ländern berichtet (Pakistan: 6; Afghanistan:1). Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 74 Polio-Wildvirus-Fälle in den weltweit letzten beiden Polio-Endemieländern registriert (Pakistan 54, Afghanistan 20). Immer wieder kommt es durch Unruhen und Krieg zu Unterbrechungen von Impfkampagnen, so dass die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung die zur Ausrottung der Erkrankung erforderlich ist nicht erreicht werden kann. Die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) empfiehlt Reisenden nach Afrika grundsätzlich einen Impfschutz gegen Kinderlähmung. Bei  Personen ohne Polioschutz können die Erreger der Kinderlähmung (Polioviren) zu einer Infektion und in der Folge zu einer Erkrankung führen. Die Virusübertragung kann durch Nahrungsmittel oder Trinkwasser erfolgen, die durch virushaltige Stuhlausscheidungen verunreinigt wurden. Sehr sorgfältige Schutzmaßnahmen, insbesondere bei der Nahrungsmittel und Trinkwasserhygiene sind daher einzuhalten. Die aktuelle epidemiologische Lage ist zu beachten, insbesondere die Meldungen der Weltgesundheitsorganisation.

Hepatitis A , Typhus , Bakterienruhr , Amöbenruhr , Lambliasis
Landesweit besteht in vielen Regionen eine erhöhte Ansteckungsgefahr. Die Infektionsursache sind meist verunreinigte Speisen oder Getränke. Reisende sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen durchführen. Ein Hepatitis A-Impfschutz bei Reisen in Länder mit erhöhtem Hepatitis A-Vorkommen ist empfohlen. Ein Typhus-Impfschutz kann bei erhöhter Exposition (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Erwägung gezogen werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80-90% aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen wie z.B. Trekkingreisen in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen oder auch bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten, ist ein Typhus-Impfschutz sinnvoll.

Cholera
Vorkommen in vielen Landesteilen. Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen sind empfohlen. Reisende haben generell ein geringes Erkrankungsrisiko. Bei erhöhtem Risiko (z.B. Einsatz od. Besuch in Risikogebieten) Schutzimpfung empfohlen; Das Erkrankungsrisiko betrifft vor allem die einheimische Bevölkerung, insbesondere unterernährte, vorerkrankte Menschen mit mangelnder medizinischer Betreuung und einem geschwächten körperlichen Abwehrsystem. Grundsätzlich kann die Cholera-Impfung für Reisende bei Aufenthalten in Cholera-Infektionsgebieten, speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen, erwogen werden. Empfohlen ist die Cholera-Impfung für Einsätze bei Katastrophen und Flüchtlingssituationen in endemischen Gebieten (WHO), speziell unter mangelhaften Hygienebedingungen bei aktuellen Ausbrüchen.

Malaria
Landesweites Malaria Übertragungsrisiko. In den vergangenen Jahren erkrankten auch deutsche Reisende nach ihrem Aufenthalt in Benin. Mückenschutzmaßnahmen und Malariamedikamente zur Prophylaxe sind empfohlen. Während der Regenzeit die im Norden Benins von Mai bis ungefähr September anhält, nimmt das  - Risiko zu.  In den vergangenen Jahren erkrankten auch deutsche Reisende nach ihrem Aufenthalt in Benin. Diese Tatsache unterstreicht die Wichtigkeit einer medikamentösen Malariaprophylaxe bei Reisen nach Afrika. Reisende in Regionen mit Malariavorkommen, sollten unbedingt eine reisemedizinische Beratung vor der Abreise aufsuchen. Insbesondere bei Reisen in Malaria-Hochrisikogebiete südlich der Sahara sollten neben Mückenschutzmaßnahmen auch Malariamedikamente zur Prophylaxe eingesetzt werden. Welches Medikament und welche Prophylaxeform (Chemoprophylaxe oder Notfallmedikation) für den jeweiligen Reisenden die Richtige ist, kann dabei durch ein ärztliches Gespräch geklärt werden. Alle Reisenden, die nach Rückkehr Fieber und/oder Zeichen eines grippalen Infektes entwickeln, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, um möglichst früh eine Malaria erkennen und behandeln zu können.

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Malariahinweise

Risikogebiete: hohes Risiko im ganzen Land einschließlich der Städte

Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung

Malariaart: > 99 % Malaria tropica (P. falciparum), ansonsten Malaria tertiana

Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe): landesweit einschließlich der Städte

Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.

 

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Impfempfehlungen

Krankheit Impfschutz Empfehlung
Cholera Risikogruppen ja Bei Reisen in Risikogebiete
Diphtherie ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
Gelbfieber ja Alle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen
Hepatitis A ja Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen
Hepatitis B Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.
Influenza Risikogruppen ja Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.
Keuchhusten ja Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.
Masern Risikogruppen ja Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.
Meningokokken-Meningitis Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. während Trockenzeiten oder bei Ausbrüchen) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten)
Pneumokokken Risikogruppen ja Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)
Polio ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko
Tetanus ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
Tollwut Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biss Tollwut übertragen!) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal.
Typhus Risikogruppen ja Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen).
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Impfvorschriften

Gelbfieber:
Eine Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden (Kinder über 1. Lj.), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen und für Reisende, die sich im Transit auf einem Flughafen aufhielten, der in einem Land mit Gelbfiebervorkommen liegt. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete).

Benin gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten. Insbesondere in den Departments Atacora und Borgou. Daher empfiehlt die WHO unabhängig von den Landesvorschriften nachdrücklich die Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete.

Ab 11.07.2016 gilt laut Internationaler Gesundheitsvorschrift (IGV) der Nachweis einer einmalig gültigen Gelbfieber-Impfung bei Einreise. Eine Auffrischimpfung wird demnach nicht mehr erforderlich sein. Es ist anzunehmen, dass die Anpassung der Einreisevorschriften in den Mitgliedstaaten jedoch schrittweise erfolgt. Daher ist es sinnvoll bei Reisen in Länder mit Gelbfieber- Impfvorschriften (auch Transit), sich  über die jeweiligen aktuellen Vorschriften bei einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle oder der Botschaft des Einreiselandes zu informieren. Folgende Länder sollen nach Auflistung der Internationalen Reisebestimmungen der WHO (International travel and Health) bereits ihre Empfehlungen auf lebenslangen Schutz umgestellt haben.

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Gesundheitsrisiken

Krankheit Anmerkung Schutz
Bilharziose Vorkommen: im Süßwasser landesweit, hohes Infektionsrisiko Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen)
Cholera Infektionsgebiete in den Departementen Atlantique und Borgou X Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene.
diverse Darminfektionen Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene
Filariosen landesweites Vorkommen Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
Gelbfieber Vorkommen: v.a. in den Departementen Atakora (Präf. Kérou) und Borgou (Präfäkturen: Banikoara, Bemberekè, Gogounou, Karimama, Malanville, Dinendé) Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
Hepatitis B landesweites Vorkommen Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln
Meningokokken-Meningitis Übertragungsmonate: Dezember-Mai Impfung. Vermeidung von größeren Menschenansammlungen (z.B. enge Wohnverhältnisse, überfüllte Verkehrsmittel, etc.)
Schlafkrankheit Geringes Infektionsrisiko Schutz vor Bremsen durch hautbedeckende Kleidung (dunkle Farben vermeiden). Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
Tollwut landesweites Vorkommen Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen)
Zeckenbissfieber landesweites Vorkommen Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays).
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Klimatabelle

Monat 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Min. Temp °C 23 25 26 26 24 23 23 23 23 24 24 24
Max. Temp °C 27 28 28 28 27 26 26 25 26 27 28 27
Feuchtigkeit % 79 79 77 77 80 84 83 82 82 81 81 81
Regentage 2 2 5 7 11 13 7 3 6 9 6 1
Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen.
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Botschaft

Botschaft der Republik Benin

Englerallee 23
14195 Berlin
Öffnungszeiten: Mo.-Do. 9.-13 und 14-17 Uhr; Fr. 9-16 Uhr
Tel.: (030) 236 314 70
Fax: (030) 236 314 740
E-Mail: contacts@botschaft-benin.de
Web: www.botschaft-benin.de

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Hausanschrift:
Ambassade de la République fédérale d´Allemagne

N° 1438, Avenue Pape Jean Paul II
Cotonou
Tel.: (00229) 21 31 29-67 / -68
Fax: (00229) 21 31 29 62
E-Mail: info@cotonou.diplo.de
Web: www.cotonou.diplo.de

Postanschrift:
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Cotonou
République du Bénin