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Deutschland

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Stand: Juli 2014


Malaria Risikogebiete

News

28.03.2014

Deutschland: Zeckenzeit hat begonnen

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22.02.2014

Hepatitis A: Wie hoch ist das Risiko für Reisende?

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Wichtige Hinweise

Masern
In diesem Jahr wurden bis 16. Juli 185 Masernfälle in verschiedenen Bundesländern erfasst. Häufungen treten v.a. in Bayern auf. Das Vorkommen der Erkrankung ist bundesweit. Schutz: Impfung (Masern, Mumps, Röteln = MMR) empfohlen allen nach 1970 Geborenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit, insbesondere wenn im Gesundheitsdienst, Gemeinschaftseinrichtungen und in der Betreuung von Immunsupprimierten und -defizienten gearbeitet wird. Die Ständige Impfkommission empfiehlt zwei Masernimpfungen im zweiten Lebensjahr und fordert generell dazu auf, Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachzuholen, wenn sie nicht zum empfohlenen Zeitpunkt durchgeführt werden konnten. In Regionen mit geringen Masern-Impfraten kann es infolge der hohen Infektiosität des Masern-Virus immer wieder zu Masernausbrüchen kommen. Die Ursache für die Ausbreitung der Masern sehen die Experten in Impflücken bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 19 Jahren. Werden die Impflücken geschlossen, kann dadurch die Zahl der Erkrankten in der Bevölkerung gesenkt werden. Masern sind nicht nur eine Kinderkrankheit. Auch Erwachsene können daran erkranken! Sie entwickeln meistens einen schwereren Krankheitsverlauf und haben gegenüber Kleinkindern eine wesentliche höhere Komplikationsrate. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Die WHO hat das Ziel die Masern weltweit bis zum Jahr 2015 zu eliminieren.

FSME und Borreliose
In den warmen Monaten des Jahres besteht ein erhöhtes Übertragungsrisiko für bestimmte Krankheiten die durch Zecken übertragen werden, wie z.B. die Borreliose (Lyme Krankheit) und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgtdurch Zeckenstiche überwiegend in den Monaten März bis Oktober (je nach Witterungsbedingungen evtl. auch früher und später). Die meisten Zeckenstiche werden in der Freizeit bei Freilandaufenthalten erworben. Bis 16. Juli 2014 wurden bereits 72 FSME-Fälle in Deutschland registriert. Schwerpunkte liegen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Rheinlandpfalz. Zu den Bundesländern mit vereinzelt auftretenden FSME-Erkrankungen gehören: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Die einzigen Bundesländer, in denen bislang keine FSME-Erkrankungen aufgetreten sind, sind Berlin, Bremen und Hamburg. Die Kenntnisse über die genaue Anzahl sowie über das Vorkommen der Borreliose in Deutschland sind leider noch lückenhaft. Es wird geschätzt, dass die Zahl der jährlich Infektionen zwischen 50.000 - 160.000 liegt. Für die Bevölkerung der FSME-Risikogebiete, sowie für Reisende in die ausgewiesenen Risikogebiete ist ein guter Zeckenschutz und ggf. ein FSME-Impfschutz empfohlen. In aller Regel zahlen die Krankenkassen Personen die in Risikogebieten leben die Impfungen. Zu den sogenannten FSME-Risikogebieten, zählen diejenigen Gebiete mit FSME-Vorkommen, in denen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für Personen mit vermehrtem Zeckenkontakt besteht. So z.B. durch häufige und/oder längere Aufenthalte im Grünen (Bewohner mit Gärten, Urlauber, Ausflügler, etc.) aber auch beruflich exponierte Personen (Förster, Jäger, Waldarbeiter, etc.). Besonders stark vermehren sich die Zecken in den warmen und trockenen Sommermonaten, wodurch die Hauptübertragungszeit jedes Jahr im Juni und Juli ihren Höhepunkt findet.

Hantavirus
Seit Anfang des Jahres werden in verschiedenen Regionen Deutschlands Hantavirus-Infektionen gemeldet. Insgesamt wurden 143 Erkrankungsfälle (RKI Datenstand 16.7.2014) bundesweit registriert. Hantaviren befinden sich in frei lebenden Nagetieren (v.a. Mäuse und Ratten), die selbst nicht durch den Virenbefall erkranken und das Virus durch Speichel, Kot und Urin ausscheiden. Der Mensch infiziert sich meistens durch das Einatmen des Erregers mittels Atemluft - durch Einatmen von erregerhaltigem Staub. Auch durch den Verzehr infektiöser Produkte (z.B. verunreinigte Lebensmittel durch den Urin infizierter Tiere) oder Nagetierbisse können die Viren übertragen werden. Bereits in den Vorjahren wurden aus Baden-Württemberg vermehrt Hantavirus-Erkrankungsfälle berichtet. Die meisten Erkrankten sind berufstätige Männer im Alter von 18 - 65 Jahre die auf der Schwäbischen Alb oder in angrenzenden Regionen leben, in denen das Hantavirus bekanntlich vorkommt. Weitere Erkrankungsfälle wurden aber auch in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen registriert. Personen in der Landwirtschaft, aber auch Camper die sich in der freien Natur aufhalten (und dadurch Kontakt zu Nagetieren haben) sind am meisten gefährdet. Beim Campen im Freien ist auf eine Beseitigung von offenen Nahrungsmittelabfällen zu achten, welche die Tiere anziehen könnte. Urlauber in ländlichen Regionen sollten sich bei Freilandaufenthalten von Nagetieren fernhalten und eine sorgfältige Lebensmittelhygiene durchführen.
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Impfempfehlungen

Krankheit Impfschutz Empfehlung
Diphtherie ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
FSME Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit FSME Vorkommen, v.a. bei einem Urlaub "im Grünen", häufigen Waldbesuchen, etc. Zu den beruflichen Risikogruppen gehören: Jäger, Förster und Waldarbeiter
Gelbfieber nein
Hepatitis B Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.
Influenza Risikogruppen ja Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.
Keuchhusten ja Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.
Masern Risikogruppen ja Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.
Pneumokokken Risikogruppen ja Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)
Tetanus ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
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Gesundheitsrisiken

Krankheit Anmerkung Schutz
Borreliose Vorkommen: landesweit
Übertragung: durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz
Übertragungsmonate: April-Oktober
Schutz vor Zecken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays)
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

FSME-Viren Übertragung durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz
Übertragungszeitraum: Frühjahr - Herbst (April - November)
Vorkommen: v.a. in Bayern und in Baden-Württemberg

Bayern:
Südlicher Bayrischer Wald, Niederbayern entlang der Donau ab Regensburg (v.a.Passau), entlang der Paar, Isar (ab Landshut), Rott, Inn, Vils und Altmühl, kleine Herde in Nordbayern.
Folgende Landkreise werden zu den FSME-Risikogebieten gezählt: Kempten, Passau, Rottal-Inn, Altötting, Traunstein, Rosenheim, Mühldorf a. Inn, Landshut, Dingolfing-Landau, Deggendorf, Freyung-Grafenau, Regen, Straubing-Bogen, Regensburg, Cham, Schwandorf, Pfaffenhofen an der Ilm, Ansbach, Nürnberg, Fürth, Erlangen, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Erlangen-Höchstadt, Bamberg, Bayreuth, Lichtenfels, Kulmbach, Kronach, Main-Spessart, Berchtesgadener Land, Forchheim, Kelheim, Kitzingen, Miltenberg, Neustadt an der Waldnaab, Roth,  Weißenburg-Gunzenhausen, Amberg-Sulzbach, Amberg, Aschaffenburg, Coburg, Hof, Neumarkt in der Oberpfalz, Neu-Ulm, Schweinfurt, Würzburg, Wunsiedel i. Fichtelgebirge, Schwabach, Miesbach, Ebersberg, Erding, Freising, Landshut, Straubing, Aichach-Friedberg, Neuburg-Schrobenhausen, Eichstätt, Ingolstadt, Donau-Ries, Nürnberger Land, Weiden i. d. OPf., Tirschenreuth, Haßberge, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld, Bad Tölz, Wolfratshausen.

Baden-Württemberg:
gesamter Schwarzwald (Gebiet zwischen Pforzheim, Offenburg, Freiburg, Villingen, Tübingen, Sidelfingen), Gebiete entlang der Flüße, Enz, Nagold, Neckar sowie entlang des Oberrheins oberhalb Kehls bis zum westlichen Bodensee (Konstanz, Singen, Stockach).
Folgende Landkreise werden zu den FSME-Risikogebieten gezählt: Ulm, Ravensburg, Bodenseekreis, Konstanz, Waldshut, Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg i. Breisgau, Schwarzwald-Baar-Kreis, Emmendingen, Ortenaukreis, Rottweil, Zollernalbkreis, Freudenstadt, Rastatt, Calw, Tübingen, Reutlingen, Böblingen, Stuttgart, Sigmaringen, Pforzheim, Karlsruhe, Enzkreis, Ludwigsburg, Rems-Murr-Kreis, Heilbronn, Rhein-Neckar-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis, Main-Tauber-Kreis, Ostalbkreis, Heidelberg, Biberach, Tuttlingen, Esslingen, Baden-Baden, Hohenlohe, Mannheim, Schwäbisch Hall, Göppingen und Alb-Donau Kreis.

Thüringen:
Landkreise Saale-Holzland Kreis, Hildburghausen, Saale-Orla Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg, Jena und Gera.

Rheinland-Pfalz:
Landkreis Birkenfeld

Hessen:
Landkreise Marburg-Biedenkopf, Odenwaldkreis und Bergstrasse, Darmstadt-Dieburg, Offenbach Main-Kinzig Kreis, Groß Gerau und Darmstadt.

Saarland:
Landkreis Saar-Pfalz-Kreis


Es gibt noch weitere Gebiete innerhalb Deutschlands in denen FSME-Einzelerkrankungen aufgetreten sind und die aufgrund des sporadischen Auftretens nicht als FSME-Risikogebiet deklariert werden.

Impfung. Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays).
Tollwut

Deutschland gilt als terrestrisch tollwutfrei. Gemeldete Fälle durch WHO in den Jahren 2000 bis 15.9.2009: 459 Tollwutfälle (Wildtiere 338, Fledermäuse: 97, Haustiere: 24);

Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen)