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Türkei

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Stand: April 2014


Malaria Risikogebiete

News

29.01.2014

Türkei: Mehr als 7.100 Masern-Fälle

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Wichtige Hinweise

Krim-Kongo hämorrhagischen Fieber
Vorkommen: landesweit regionales Auftreten, v.a. in ländlichen Regionen in Nord- und Zentralanatolien (Provinzen Tokat, Sivas, Gumushane, Amasya, Yozgat und Corum).
Übertragung: durch Zecken oder bei Schlachtarbeit an infizierten Tieren oder auch direkt von Mensch zu Mensch nach Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen.
Schutz: Insbesondere gute Zeckenschutzmaßnahmen
Aus der Schwarzmeerregion Kastamonu, im Norden der Türkei, wurden im Jahr 2012 Todesfälle infolge des Krim-Kongo hämorrhagischen Fiebers berichtet. Insgesamt sind es sieben Personen aus fünf unterschiedlichen Provinzen der Türkei, die im Mai 2012 am Krim-Kongo-Fieber gestorben sind. Viele andere erkrankten und mussten in Krankenhäusern stationär behandelt werden. In verschiedenen Landesteilen besteht ein Infektionsrisiko. Seit die Infektionskrankheit im Jahr 2002 erstmals in der Türkei berichtet wurde, sind in der Zwischenzeit mehr als 3.000 Erkrankungsfälle und mehr als 200 Todesfälle registriert worden. Vor allem die ländlichen Regionen in Nord- und Zentralanatolien sind betroffen. Die Erkrankungen wurden bislang aus mehreren Provinzen der Türkei gemeldet. Viele der Fälle stammen aus den Provinzen Tokat, Sivas, Gumushane, Amasya, Yozgat und Corum. Übertragen wird das Fieber durch Zecken oder bei Schlachtarbeit an infizierten Tieren oder auch direkt von Mensch zu Mensch nach Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen. Gefährdet sind in erster Linie z.B. in der Landwirtschaft beschäftigte Personen, Camper oder medizinisches Personal bei ungeschütztem Umgang mit Patienten. Der Krankheitsverlauf ist unterschiedlich und kann im schlimmsten Fall mit dem Tod des Patienten in Folge starker innerer Blutungen (Hämorrhagien) enden. Die Sterblichkeitsrate der Infektion liegt zwischen 2% und 50%. Folgende Ratschläge erteilt das europäische CDC (Centre for Disease Prevention and Control) Reisenden in den Nordosten der Türkei: 1. Minimierung der Exposition: Durch das Tragen von Körperbedeckender, heller Kleidung (Zecken sind dadurch besser sichtbar); 2. Die nicht durch Kleidung bedeckten Hautpartien sollten mit Insektenabweisenden Mitteln eingecremt (z.B. DEET 30%) und die Kleidung eingesprüht werden (z.B. Permethrin). Schwangere und Kinder unter dem 12. Lebensjahr sollten vor der Verwendung der Insektizide einen Arzt zur Beratung konsultieren; 3. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper auf Zecken abgesucht werden; 4. Zecken sind sofort zu entfernen und die Wunde zu desinfizieren; 5. Nach Zeckenstich, sollte die Stichstelle einige Tage beobachtet werden. Bei Auftreten von Hautausschlag, Blasenbildung oder anderen Beschwerden sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Masern
Vorkommen in vielen Regionen des Landes, v.a. im Süden
Mehr als 7.100 Masernfälle wurden im vergangenen Jahr durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) landesweit gezählt.
Schutz: Das deutsche Robert Koch-Institut empfiehlt Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen ihren Masernimpfschutz zu überprüfen.
Die Gesundheitsbehörden nehmen weiterhin an, dass die erhöhte Zahl der Erkrankungen v.a. im mediterranen Raum und dem Südosten des Landes, auf die wachsende Zahl der syrischen Immigranten, sowie auf Reisende aus dem europäischen Ausland zurückzuführen ist. Das türkische Gesundheitsministerium hat umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeleitet um der weiteren Ausbreitung entgegenzuwirken. Auch Reisende die keinen Masernschutz besitzen können sich in Ländern mit Masernvorkommen anstecken und die Krankheit in ihr Heimatland importieren. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen.

Hepatitis A
Vorkommen landesweit.
Im Jahr 2012 wurden bei deutschen Reisenden, die meisten Hepatitis A-Erkrankungen bei Auslandreisen in der Türkei erworben. Insgesamt wurden 39 Infektionen berichtet (Infektionsepidemiologiches Jahrbuch 2012).
Reisenden ist ein Impfschutz empfohlen. Eine Ansteckung in einem Land mit einer hohen Hepatitis-Verbreitung kann sehr leicht erfolgen. Infizierte Touristen können nach der Heimkehr auch für andere Menschen eine Gefahr darstellen, mit denen sie in direktem oder indirektem (z.B. über die Nahrung) Kontakt stehen. Daher wird bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen ein Hepatitis A-Impfschutz empfohlen. Eine sorgfältige Nahrungs- und Trinkwasserhygiene ist stets empfohlen.

Hepatitis B
Vorkommen landesweit
Zur Vorbeugung gegen Hepatitis B sollten die Infektionsquellen (z.B. Nadelstichverletzungen im medizinischen Bereich, ungeschützte Sexualkontakte, i.v. Drogenmissbrauch) vermieden werden. Durch Unfälle oder unvorhergesehene medizinische Eingriffe (z.B. Zahnbehandlungen) kann ebenfalls eine Virusübertragung erfolgen. Daher kann bei nennenswertem Risiko eine Impfung gegen Hepatitis B (ggf. kombiniert mit Hepatitis A) empfehlenswert sein. Personen die ein Risiko haben, besonders schwer zu erkranken z.B. Personen mit chronischen Lebererkrankungen, ist grundsätzlich ein Impfschutz gegen Hepatitis A und B zu empfehlen. Die Hepatitis B ist eine unter Umständen chronisch verlaufende Erkrankung, die mit einer Lebensverkürzung im Vergleich zur Normalbevölkerung einhergeht (Spätfolgen sind z.B. Leberzirrhose, -krebs).

Typhus , Bakterienruhr , Amöbenruhr , Lambliasis
Landesweit besteht in vielen Regionen eine erhöhte Ansteckungsgefahr;
Infektionsursache sind verunreinigte Speisen oder Getränke;
Reisenden sind sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen empfohlen;
Ein Typhus-Impfschutz sollte bei erhöhtem Risiko in Erwägung gezogen werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80-90% aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen oder auch bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten, ist ein Typhus-Impfschutz sinnvoll.

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Malariahinweise

Risikogebiete: minimales Risiko im Südosten Anatoliens (in den Regionen Diyarbakir, Mardin und Sanliurfa)

Kein Malariarisiko: in den Tourismuszentren im Westen und Südwesten

Übertragungsmonate: überwiegend Mai - Oktober

Malariaart: ausschließlich Malaria tertiana (P. vivax)

Keine medikamentöse Vorbeugung empfohlen: im Südosten (in den Regionen Diyarbakir, Mardin und Sanliurfa)

Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.

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Impfempfehlungen

Krankheit Impfschutz Empfehlung
Diphtherie ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
Gelbfieber nein
Hepatitis A ja Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen
Hepatitis B Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.
Influenza Risikogruppen ja Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.
Keuchhusten ja Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.
Masern Risikogruppen ja Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.
Meningokokken-Meningitis Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. bei Ausbrüchen) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten).
Pneumokokken Risikogruppen ja Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)
Tetanus ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
Tollwut Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biss Tollwut übertragen!) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal.
Typhus Risikogruppen ja Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen).
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Gesundheitsrisiken

Krankheit Anmerkung Schutz
Bilharziose Vorkommen: im Süßwasser
v.a. im Südosten an der syrischen Grenze (Nusabyin-Region, entlang des Wadi es Sublak)
Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen)
diverse Darminfektionen Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene
Hepatitis B landesweites Vorkommen Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln
Kala Azar Vorkommen: vereinzelte Herde im Südosten Anatoliens Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.
Leishmaniasis Vorkommen: vereinzelte Herde im Süden Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.
Tollwut landesweites Vorkommen Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen)
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Klimatabelle

Monat 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Min. Temp °C 3 2 3 7 12 16 18 19 16 13 9 5
Max. Temp °C 8 9 11 16 21 25 28 28 24 20 15 11
Feuchtigkeit % 79 77 74 72 72 69 68 67 70 74 77 78
Regentage 18 14 14 9 8 6 4 4 7 11 14 18
Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen.
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Botschaft

Botschaft der Republik Türkei

Tiergartenstraße 19-21
10785 Berlin
Öffnungszeiten: Mo-Fr: 8.45-12.45 Uhr und 13.45-17.45 Uhr
Tel.: (030) 27 58 50
Fax: (030) 27 59 09 15
E-Mail: botschaft.berlin@mfa.gov.tr
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