Argentinien
Stand: Januar 2012
Malaria Risikogebiete
Wichtige Hinweise
In vielen Regionen besteht ein erhöhtes Dengue Fieber-Übertragungsrisiko. In den vergangenen Monaten wurden landesweit Erkrankungsfälle gemeldet, v.a. auch aus Buenos Aires, Catamarca, Chaco, Chubut, Corrientes, Formosa, Jujuy, La Pampa, Misiones, Salta, Santa Fe, Santiago de Estero und Medoza. Viele Fälle wurden auch aus dem Dreiländerdreieck Argentinien, Brasilien und Paraguay berichtet. Dengue Fieber wird durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen. Reisende sollten daher gute Mückenschutzmaßnahmen ergreifen.
In manchen Landesteilen besteht ein Übertragungsrisiko für Hantavirus-Infektionen. Im Wesentlichen ist die einheimische Bevölkerung betroffen, aber auch Reisende können erkranken. Ein 24-jähriger Tourist aus England starb in der ersten Dezemberwoche 2008 an einer Hantavirus-Infektion nach seiner Reise durch Argentinien und Chile. Hantaviren gehören zu den Erregern viraler hämorrhagischer Fieber. Sie werden durch Sekrete und Ausscheidungen von freilebenden Nagetieren (v.a. Mäuse und Ratten) auf den Menschen übertragen. Personen in der Landwirtschaft, aber auch Camper die sich in der freien Natur aufhalten (und dadurch Kontakt zu Nagetieren haben) sind am meisten gefährdet. Beim Campen im Freien ist auf eine Beseitigung von offenen Nahrungsmittelabfällen zu achten, welche die Tiere anziehen könnte. Urlauber in ländlichen Regionen, sollten sich bei Freilandaufenthalten von Nagetieren fernhalten und eine sorgfältige Lebensmittelhygiene durchführen.
Im Dreiländerdreieck, mit den angrenzenden argentinischen Provinzen entlang des Uruguay (v.a. in den Provinzen Misiones und Corrientes), sowie den angrenzenden südöstlichen Landesteilen Paraguays, ist ein Impfschutz gegen Gelbfieber empfohlen. Einige Gelbfieber-Erkrankungsfälle darunter auch ein Todesfall, wurden im Jahr 2009 aus der Provinz Misiones gemeldet. Auch an der angrenzenden Westgrenze Brasiliens (Rio Grande do Sul) wurde das Gelbfiebervirus in erkrankten und gestorbenen Affen nachgewiesen. Nachdem Gelbfiebermücken das Virus von den Affen auf den Menschen übertragen können, besteht auch in diesen Regionen ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die örtlichen Gesundheitsbehörden haben aus diesem Grund umfassende Impfaktionen in der Bevölkerung eingeleitet. Reisenden wird eine Gelbfieber-Impfung für folgende Regionen empfohlen: Provinzen Formosa, Misiones, Chaco (Bermejo), Corrientes (Berón de Astrada, Capital, General Alvear, General Paz, Ituzaingó, Itatí, Paso de los Libres, San Cosme, San Miguel, San Martín und san Tomé), Jujuy (Ledesma, Santa Barbara, San Pedro, Valle Grande), Salta (Anta, General José de San Martín, Orán, Rivadavia). Vor allem Reisende in das Dreiländer-Dreieck und Besucher des Iguaçu National Parks ist eine Schutzimpfung empfohlen.
Risikogebiete: minimales Risiko in den ländlichen Grenzgebieten zu Bolivien (v.a. Provinzen Salta und Jujuy) und zu Paraguay (v.a. Provinzen Misiones und Corrientes)
Die übrigen Gebiete gelten als Malariafrei (einschl. Iguacu-Fälle).
Übertragungsmonate: überwiegend Oktober - Mai
Malariaart: ausschließlich Malaria tertiana (P. vivax)
Keine medikamentöse Vorbeugung empfohlen: ländliche Grenzgebiete zu Bolivien und Paraguay
Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.
| Krankheit | Impfschutz | Empfehlung |
|---|---|---|
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | ja | Alle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja |
Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Influenza | Risikogruppen ja | Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Keuchhusten | ja | Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten. |
| Masern | Risikogruppen ja | Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (vorzugsweise MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit. |
| Meningokokken-Meningitis | nein | |
| Pneumokokken | Risikogruppen ja | Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen) |
| Polio | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biss Tollwut übertragen!) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal. |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
Eine Gelbfieberimpfung wird nicht empfohlen für Reisende deren Reiseroute sich auf Regionen > 2300m oder auf folgende Regionen < 2300m beschränkt: Provinz Formosa (alle Regionen), Chaco (Bermejo), Jujuy (Ledesma, Santa Barbara, San Pedro, Valle Grande) und Salta (Anta, General José de San Martín, Orán, Rivadavia).
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
|---|---|---|
| Chagas-Krankheit | ländliche Gebiete im Norden des Landes (nördlich des Rio Negro) | Bei Übernachtungen im Freien: Schutz vor dem Überträger, der sog. Raubwanze, die sich v.a. in Lehmhütten aufhält und nachtaktiv ist |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Leishmaniasis | Haut Form: Herde im Nordosten | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Min. Temp °C | 17 | 17 | 16 | 12 | 8 | 5 | 6 | 6 | 8 | 10 | 13 | 16 |
| Max. Temp °C | 29 | 28 | 26 | 22 | 18 | 14 | 14 | 16 | 18 | 21 | 24 | 28 |
| Feuchtigkeit % | 71 | 73 | 78 | 80 | 82 | 85 | 86 | 82 | 77 | 74 | 70 | 71 |
| Regentage | 7 | 6 | 7 | 8 | 7 | 7 | 8 | 9 | 8 | 9 | 9 | 8 |
| Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen. | ||||||||||||
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