Bolivien
Stand: April 2012
Malaria Risikogebiete
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Aus Bolivien wurden in den vergangenen Monaten Fälle der Beulenpest gemeldet. Ein Erkrankungsfall wurde aus der nördlichen Region von La Paz berichtet. Dabei handelte es sich um einen 14 Jahre alten Jungen der an den Folgen der Beulenpest starb. Bislang wurden acht Fälle der Beulenpest in Apolo, der Hauptstadt der Provinz Franz Tamayo, im Grenzgebiet zu Peru registriert. Seit Ende Juni 2011 starben dort mindestens drei Personen an der Pest. Grundsätzlich besteht für Reisende nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition) ein sehr geringes Infektionsrisiko.
In einigen Regionen des Landes besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko für Dengue Fieber. Dengue Fieber wird durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen. Daher sind gute Mückenschutzmaßnahmen (Hautbedeckende Kleidung, Mückennetze, Lotionen, Sprays, Mückenabweisende Cremes, Räucherspiralen, Coils, etc) für Reisende stets empfohlen.
In den vergangenen Monaten wurden vereinzelte Gelbfieber-Fälle berichtet. Das Tiefland östlich der Anden gehört zu den Gelbfieber-Infektionsgebieten Boliviens. Zu den Risikogebieten zählen vor allem Beni, Cochabamba, Santa Cruz, Chuquisaca, Pando, Tarija und die subtropischen Regionen von La Paz. Während und nach den Sommerregenzeiten nimmt das Risiko für Krankheiten die durch Mücken übertragen (z.B. Gelbfieber, Malaria, Dengue-Fieber) zu. Eine Gelbfieber-Schutzimpfung wird bei Reisen in die ausgewiesenen Gelbfiebergebiete (auch in die Städte) unbedingt empfohlen.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Risikogebiete: im ganzen Land unter 2.500m Höhe
Kein Malariarisiko: in den Städten, sowie in der Provinz Oruro und Potosi im Südwesten
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung
Malariaart: überwiegend Malaria tertiana (90%), ansonsten Malaria tropica (P. falciparum 10 %) nur in Santa Cruz und in den nördlichen Provinzen Pando und Beni (insbesondere in Guayaramerín, Riberalta, Itinez).
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): landesweit unter 2.500m Höhe
Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.
| Krankheit | Impfschutz | Empfehlung |
|---|---|---|
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | ja | Alle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja |
Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Influenza | Risikogruppen ja | Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Keuchhusten | ja | Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten. |
| Masern | Risikogruppen ja | Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (vorzugsweise MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit. |
| Meningokokken-Meningitis | nein | |
| Pneumokokken | Risikogruppen ja | Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen) |
| Polio | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biss Tollwut übertragen!) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal. |
| Typhus (parenteral) | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
|---|---|---|
| Chagas-Krankheit | mittleres Infektionsrisiko Vorkommen in der südlichen Hälfte und im Zentrum | Bei Übernachtungen im Freien: Schutz vor dem Überträger, der sog. Raubwanze, die sich v.a. in Lehmhütten aufhält und nachtaktiv ist |
| Cholera | Infektionsgebiete: Departments Beni, Chuquisaca, Cochabamba, El Alto, La Paz, Oruro, Potosi, Riberalta, Santa Cruz, Tarija, Tupiza | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. |
| Dengue-Fieber | Infektionsrisiko landesweit | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Gelbfieber | Infektionsgebiete: v.a. Waldgebiete östlich der Anden in den Departementen: Beni (Provinzen: Ballivian, Itenez),Cochabamba (Provinzen: Ayopayo, Carrasco, Chapare), La Paz (Provinzen: Larecaja, Murillo, Nor Yungas, Quinuni, Sud Yungas), Santa Cruz (Provinzen: Andrés Ibanez, Cordillera, Florida, Gutièrrez, Ichilo, La Guardia, Nuflo de Chavez, Vallegrande, Velasco) | Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Leishmaniasis |
geringes Infektionsrisiko Haut: landesweit Kala Azar: einzelne Herde im La Paz Tal |
Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Pest | Vorkommen: in der südlichen Hälfte von La Paz (Provinzen: Franz Tamayo, Sud Yungas, Valle Grande). | Schutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätz bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Min. Temp °C | 6 | 6 | 6 | 4 | 3 | 1 | 1 | 2 | 3 | 4 | 6 | 6 |
| Max. Temp °C | 17 | 17 | 18 | 18 | 18 | 17 | 17 | 17 | 18 | 19 | 19 | 18 |
| Feuchtigkeit % | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Regentage | 21 | 18 | 16 | 9 | 5 | 2 | 2 | 4 | 9 | 9 | 11 | 18 |
| Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen. | ||||||||||||
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