Botswana
Stand: Januar 2012
Malaria Risikogebiete
Wichtige Hinweise
In vielen Regionen des Landes besteht ein Malariarisiko, dass während und nach der tropischen Sommerregenzeit (November - April/Mai) verstärkt ist. Betroffen sind vor allem die Regionen in Kasane am Zambezi-Fluss und am Okavango, sowie im Norden in den Distrikten Boteti, Chobe, Ngamiland und Tutume. Während den Regenzeiten stehen für viele Insekten, wie z.B. Mücken vermehrt Brutplätze zur Verfügung. Dadurch nimmt die Anzahl der Überträgermücken zu. Aus diesem Grund treten Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, wie z.B. Malaria, während und nach Regenperioden häufiger auf. Auch Reisende sind bei Aufenthalten in Ländern mit Malaria-Vorkommen gefährdet - vor allem während den Regenzeiten. Daher sollte rechtzeitig vor der Reise eine aufklärende reisemedizinische Beratung erfolgen. Da eine Vielzahl von Faktoren das individuelle Malariarisiko festlegen, sollte in einer gründlichen Nutzen-Risiko Abwägung in einem persönlichen Gespräch mit dem Arzt die richtige Malariaprophylaxe individuell festgelegt werden.
Die Masern stellen in vielen Regionen des Landes ein Problem dar. Nach Ermittlungen der UNICEF wurden alleine 2010 über 1.000 Masernerkrankungen gemeldet. Den Grund für die starke Masernausbreitung sehen die Gesundheitsbehörden darin, dass die einheimische Bevölkerung nicht ausreichend geimpft ist und somit keinen Schutz vor der Infektionskrankheit hat. Das deutsche Robert Koch-Institut empfiehlt Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen ihren Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Vor allem sollten Austauschschüler und Au-Pairs auf einen gültigen Masernschutz achten.
Bis 25. Januar 2012 wurden weltweit im vergangenen Jahr 644 Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet. Die Fälle wurden in Pakistan (197), Afghanistan (80), Nigeria (57), Indien (1), Tschad (132), Demokratische Republik Kongo (92), Angola (5), Zentralafrika (4), Niger (5), Kamerun (1), China (21), Guinea (3), Kenia (1), Elfenbeinküste (36), Mali (7), Republik Kongo (1) und Gabun (1) registriert. 2010 wurden insgesamt 1.352 Poliofälle weltweit gezählt. Die Fälle wurden aus Pakistan, Afghanistan, Nigeria, Indien, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Angola, Mali, Republik Kongo, Niger, Uganda, Russland, Liberia, Nepal, Kasachstan und Tadschikistan gemeldet. Die meisten Erkrankungen werden in den Ländern beobachtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In den anderen Ländern ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten. In Botswana wurde zuletzt im Jahr 2004 ein Fall von Kinderlähmung durch die WHO bestätigt (2003:0). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist. Bei Reisen in aktuelle Polio-Risikogebiete ist ein Impfschutz empfohlen. Grundsätzlich zählen dazu großräumig das tropische Afrika und vereinzelte Länder/Regionen Asiens.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygieni schen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Risikogebiete: Übertragungsrisiko (verstärkt in der Regenzeit) in den Gebieten Boteti, Chobe, Kasane, Ngamiland, Okavango und Tutume. Ein geringes Risiko besteht in den Grenzgebieten zu Simbabwe (Bobirwa, Selebi-Phikwe).
Übertragungsmonate:
ganzjährige Gefährdung mit geringem Risiko in den Grenzgebieten zu Simbabwe (Bobirwa, Selebi-Phikwe).
Juli - Oktober: Risiko in den Gebieten Boteti, Chobe, Kasane, Ngamiland, Okavango und Tutume.
Erhöhtes Risiko v.a. während der Regenzeit November - Juni: in den Gebieten Boteti, Chobe, Kasane, Ngamiland, Okavango und Tutume.
Kein Malariarisiko: in der südlichen Hälfte des Landes
Malariaart: 90 % Malaria tropica (P. falciparum), ansonsten Malaria tertiana (P. vivax).
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): Juli - Oktober: in den Distrikten Boteti, Chobe, Kasane, Ngamiland, Okavango und Tutume, sowie in den Grenzgebieten zu Simbabwe (Bobirwa, Selebi-Phikwe)
Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.
Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe): November - Juni: in den Distrikten Boteti, Chobe, Kasane, Ngamiland, Okavango und Tutume
| Krankheit | Impfschutz | Empfehlung |
|---|---|---|
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja |
Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Influenza | Risikogruppen ja | Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Keuchhusten | ja | Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten. |
| Masern | Risikogruppen ja | Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (vorzugsweise MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit. |
| Meningokokken-Meningitis | nein | |
| Pneumokokken | Risikogruppen ja | Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen) |
| Polio | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biss Tollwut übertragen!) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal. |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende (Kinder > 1 Lj.), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen (auch Transit). Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete).
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
|---|---|---|
| Bilharziose |
Vorkommen: im Süßwasser v.a. Infektionsrisiko entlang des Okawango |
Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Schlafkrankheit | Sporadisches Auftreten in den Okawango-Sümpfen | Schutz vor Bremsen durch hautbedeckende Kleidung (dunkle Farben vermeiden). Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Min. Temp °C | 18 | 18 | 16 | 11 | 6 | 2 | 2 | 4 | 9 | 14 | 16 | 17 |
| Max. Temp °C | 32 | 32 | 31 | 28 | 25 | 23 | 22 | 25 | 29 | 32 | 32 | 32 |
| Feuchtigkeit % | 59 | 67 | 69 | 68 | 64 | 55 | 51 | 51 | 45 | 49 | 46 | 59 |
| Regentage | 9 | 8 | 8 | 5 | 2 | 1 | 1 | 1 | 2 | 6 | 8 | 10 |
| Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen. | ||||||||||||
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