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Deutschland

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Stand: April 2012


Malaria Risikogebiete

News

19.04.2012

Impfschutz prüfen! Start der Europäischen Impfwoche 2012

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16.03.2012

Deutschland: Im Frühjahr kommen die Zecken

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Wichtige Hinweise

Mit den warmen Temperaturen werden auch die Zecken wieder mobil. Dadurch entsteht ein Übertragungsrisiko für bestimmte Krankheiten die durch Zecken übertragen werden, wie z.B. die Borreliose (Lyme Krankheit) und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt in Mitteleuropa durch Zeckenstiche überwiegend in den Monaten März bis Oktober (je nach Witterungsbedingungen evtl. auch früher und später). Die meisten Zeckenstiche werden in der Freizeit bei Freilandaufenthalten erworben. Besonders stark vermehren sich die Zecken in den warmen und trockenen Sommermonaten, wodurch die Hauptübertragungszeit jedes Jahr im Juni und Juli ihren Höhepunkt findet. Für die Bevölkerung der FSME-Risikogebiete, sowie für Reisende in die ausgewiesenen Risikogebiete ist ein guter Zeckenschutz und nach Absprache und Risikoeinschätzung mit dem Arzt ein FSME-Impfschutz empfohlen. In aller Regel zahlen die Krankenkassen Personen die in Risikogebieten leben die Impfungen. Zu den sogenannten FSME-Risikogebieten, zählen diejenigen Gebiete mit FSME-Vorkommen, in denen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für Personen mit vermehrtem Zeckenkontakt besteht. So z.B. durch häufige und/oder längere Aufenthalte im Grünen (Bewohner mit Gärten, Urlauber, Ausflügler, etc.) aber auch beruflich exponierte Personen (Förster, Jäger, Waldarbeiter, etc.).

Die Masern in Deutschland bleiben ein Problem. Über 1.600 Masernfälle wurden im vergangenen Jahr landesweit gemeldet (2010: 780). Die Ursache für die Ausbreitung der Masern sehen die Experten in Impflücken bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 19 Jahren. In Regionen mit geringen Masern-Impfraten kann es infolge der hohen Infektiosität des Masern-Virus immer wieder zu Masernausbrüchen kommen. Masern sind nicht nur eine Kinderkrankheit. Auch Erwachsene können daran erkranken! Sie entwickeln meistens einen schwereren Krankheitsverlauf und haben gegenüber Kleinkindern eine wesentliche höhere Komplikationsrate. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen > 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen > 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist eine Impfung empfohlen.

Seit Anfang des Jahres werden Hantavirus-Infektionen gemeldet. Insgesamt wurden 355 Erkrankungsfälle in den ersten zehn Wochen des Jahres gemeldet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 32 Fälle. Hantaviren befinden sich in frei lebenden Nagetieren (v.a. Mäuse und Ratten), die selbst nicht durch den Virenbefall erkranken und das Virus durch Speichel, Kot und Urin ausscheiden. Der Mensch infiziert sich meistens durch das Einatmen des Erregers mittels Atemluft - durch Einatmen von erregerhaltigem Staub. Auch durch den Verzehr infektiöser Produkte (z.B. verunreinigte Lebensmittel durch den Urin infizierter Tiere) oder Nagetierbisse können die Viren übertragen werden. Bereits in den Vorjahren wurden aus Baden-Württemberg vermehrt Hantavirus-Erkrankungsfälle berichtet. Die meisten Erkrankten sind berufstätige Männer im Alter von 18 - 65 Jahre die auf der Schwäbischen Alb oder in angrenzenden Regionen leben, in denen das Hantavirus bekanntlich vorkommt. Weitere Erkrankungsfälle wurden aber auch in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen registriert. Personen in der Landwirtschaft, aber auch Camper , Hundebesitzer, Wanderer die sich in der freien Natur aufhalten (und dadurch Kontakt zu Nagetieren haben) sind am meisten gefährdet. Beim Campen im Freien ist auf eine Beseitigung von offenen Nahrungsmittelabfällen zu achten, welche die Tiere anziehen könnte. Urlauber in ländlichen Regionen sollten sich bei Freilandaufenthalten von Nagetieren fernhalten und eine sorgfältige Lebensmittelhygiene durchführen.

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Impfempfehlungen

Krankheit Impfschutz Empfehlung
Diphtherie ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
FSME Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit FSME Vorkommen, v.a. bei einem Urlaub "im Grünen", häufigen Waldbesuchen, etc. Zu den beruflichen Risikogruppen gehören: Jäger, Förster und Waldarbeiter
Gelbfieber nein
Hepatitis A nein
Hepatitis B Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.
Influenza Risikogruppen ja Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.
Japanische Enzephalitis nein
Keuchhusten ja Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.
Masern Risikogruppen ja Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (vorzugsweise MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.
Meningokokken-Meningitis nein
Pneumokokken Risikogruppen ja Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)
Polio nein Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko
Tetanus ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
Tollwut nein
Typhus (parenteral) nein
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Gesundheitsrisiken

Krankheit Anmerkung Schutz
Borreliose Vorkommen: landesweit
Übertragung: durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz
Übertragungsmonate: April-Oktober
Schutz vor Zecken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays)
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

FSME-Viren Übertragung durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz
Übertragungszeitraum: Frühjahr - Herbst (April - November)
Vorkommen: v.a. in Bayern und in Baden-Württemberg

Bayern:
Südlicher Bayrischer Wald, Niederbayern entlang der Donau ab Regensburg (v.a.Passau), entlang der Paar, Isar (ab Landshut), Rott, Inn, Vils und Altmühl, kleine Herde in Nordbayern.
Folgende Landkreise werden zu den FSME-Risikogebieten gezählt: Passau, Rottal-Inn, Altötting, Traunstein, Rosenheim, Mühldorf a. Inn, Landshut, Dingolfing-Landau, Deggendorf, Freyung-Grafenau, Regen, Straubing-Bogen, Regensburg, Cham, Schwandorf, Pfaffenhofen an der Ilm, Ansbach, Nürnberg, Fürth, Erlangen, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Erlangen-Höchstadt, Bamberg, Bayreuth, Lichtenfels, Kulmbach, Kronach, Main-Spessart, Berchtesgadener Land, Forchheim, Kelheim, Kitzingen, Miltenberg, Neustadt an der Waldnaab, Roth,  Weißenburg-Gunzenhausen, Amberg-Sulzbach, Amberg, Aschaffenburg, Coburg, Hof, Neumarkt in der Oberpfalz, Neu-Ulm, Schweinfurt, Würzburg, Wunsiedel i. Fichtelgebirge, Schwabach, Miesbach, Ebersberg, Erding, Freising, Landshut, Straubing, Aichach-Friedberg, Neuburg-Schrobenhausen, Eichstätt, Ingolstadt, Donau-Ries, Nürnberger Land, Weiden i. d. OPf., Tirschenreuth, Haßberge, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld.

Baden-Württemberg:
gesamter Schwarzwald (Gebiet zwischen Pforzheim, Offenburg, Freiburg, Villingen, Tübingen, Sidelfingen), Gebiete entlang der Flüße, Enz, Nagold, Neckar sowie entlang des Oberrheins oberhalb Kehls bis zum westlichen Bodensee (Konstanz, Singen, Stockach).
Folgende Landkreise werden zu den FSME-Risikogebieten gezählt: Ravensburg, Bodenseekreis, Konstanz, Waldshut, Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg i. Breisgau, Schwarzwald-Baar-Kreis, Emmendingen, Ortenaukreis, Rottweil, Zollernalbkreis, Freudenstadt, Rastatt, Calw, Tübingen, Reutlingen, Böblingen, Stuttgart, Sigmaringen, Pforzheim, Karlsruhe, Enzkreis, Ludwigsburg, Rems-Murr-Kreis, Heilbronn, Rhein-Neckar-Kreis, Neckar-Odenwald-Kreis, Main-Tauber-Kreis, Ostalbkreis, Heidelberg, Biberach, Tuttlingen, Esslingen, Baden-Baden, Hohenlohe, Mannheim, Schwäbisch Hall, Göppingen und Alb-Donau Kreis.

Thüringen:
Landkreise Saale-Holzland Kreis, Hildburghausen, Saale-Orla Kreis, Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg, Jena und Gera.

Rheinland-Pfalz:
Landkreis Birkenfeld

Hessen:
Landkreise Marburg-Biedenkopf, Odenwaldkreis und Bergstrasse, Darmstadt-Dieburg, Offenbach Main-Kinzig Kreis, Groß Gerau und Darmstadt.

Es gibt noch weitere Gebiete innerhalb Deutschlands in denen FSME-Einzelerkrankungen aufgetreten sind und die aufgrund des sporadischen Auftretens nicht als FSME-Risikogebiet deklariert werden.

Impfung. Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays).
Tollwut

Deutschland gilt als terrestrisch tollwutfrei. Gemeldete Fälle durch WHO in den Jahren 2000 bis 15.9.2009: 459 Tollwutfälle (Wildtiere 338, Fledermäuse: 97, Haustiere: 24);

Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen)