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Libyen

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Stand: Januar 2012


Malaria Risikogebiete

Wichtige Hinweise

In Libyen existieren mindestens sieben Mückenarten, die Malariaerreger übertragen könnten. Eine deutsche Reisende erkrankte an der lebensgefährlichen Malaria tropica nach 20-tägigem Aufenthalt in Libyen im November 2010. Die Reiseleiterin besuchte vor allem beliebte Touristenziele und erkrankte Ende November nach ihrer Rückkehr nach Deutschland. Zunächst flog sie nach Djerba (Tunesien) und reiste von dort über Land in die antike Stadt Sabratha (Libyen), mit ihren bekannten Ausgrabungsstätten, die 1982 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Von dort aus setzte sie ihre Reise in die Oasenstadt Ghadames im westlichen Libyen und in die Wüstenlandschaft des Akkakus-Gebirges fort. Nach einigen Tagen Aufenthalt reiste sie zum erloschenen Vulkan Waw an Namus und verbrachte den Rest ihrer Reise an der Mandara-Seen-Oase. Diese beliebten Touristenziele galten bislang als Malaria-freie Regionen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Reiseleiterin die in den vergangenen Monaten auch andere Länder besuchte, in denen ein Malaria-Vorkommen bekannt ist, sich eben dort infizierte. Dennoch deutet nach Aussage der Experten alles darauf hin, dass sie die Malaria in Libyen erworben hat. In der Landschaft von Fessan, im Westen Libyens, werden durch Nomadenstämme, die aus Malariaregionen in das Land einwandern, gelegentlich Malariafälle beobachtet. Durch die Nomaden, die häufig eine Semiimmunität besitzen (und daher nicht zwangsläufig an der Malaria erkranken) können die Malariaerreger in andere Länder und Malaria-freie Gebiete importiert werden. Kommt es dort zu Mückenstichen durch Mücken die Malariaerreger übertragen können, können eben diese Insekten aus den infizierten Körpern die Erreger aufnehmen und an andere Personen bei der nächsten Blutmahlzeit weitergeben. Zum Beispiel sind die Tuaregs ein Nomadenvolk dessen Siedlungsgebiet sich über die Wüste Sahara und den Sahel erstreckt. Sie leben in nomadischen Gebieten der Länder Mali, Algerien, Niger, Libyen, Burkina Faso und Marokko. Eine Übertragung der Malariaerreger auf diesem Weg, ist in einem bislang als Malaria-frei geltenden Gebiet durchaus eine theoretische Möglichkeit. Bis auf Weiteres  haben die medizinischen Experten keine besonderen Malaria-Schutzmaßnahmen für die Regionen ausgesprochen. Ein guter und kontinuierlich durchgeführter Mückenschutz bei Tag und Nacht wird jedoch grundsätzlich empfohlen.

Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
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Impfempfehlungen

Krankheit Impfschutz Empfehlung
Diphtherie ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
FSME nein
Gelbfieber nein
Hepatitis A ja Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen
Hepatitis B Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.
Influenza Risikogruppen ja Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.
Japanische Enzephalitis nein
Keuchhusten ja Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.
Masern Risikogruppen ja Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (vorzugsweise MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.
Meningokokken-Meningitis nein
Pneumokokken Risikogruppen ja Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)
Polio ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko
Tetanus ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
Tollwut nein
Typhus Risikogruppen ja Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen).
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Impfvorschriften

Gelbfieber:
Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende, die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete).
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Gesundheitsrisiken

Krankheit Anmerkung Schutz
Bilharziose Vorkommen: im Süßwasser: v.a. im Gebiet von Derna, Fessan, Tauorga Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen)
diverse Darminfektionen Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene
Hepatitis B landesweites Vorkommen Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln
Kala Azar landesweites Vorkommen Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.
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Klimatabelle

Monat 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Min. Temp °C 8 9 11 14 16 19 22 22 22 18 14 9
Max. Temp °C 16 17 19 22 24 27 29 30 29 27 23 18
Feuchtigkeit % 64 66 61 60 60 64 63 71 67 62 60 60
Regentage 11 7 5 2 3 1 0 0 2 5 7 11
Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen.
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Podbielskiallee 42
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