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Nepal

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Stand: April 2012


Malaria Risikogebiete

Wichtige Hinweise

Bis 11. April 2012 wurden weltweit 41 Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet. Die Fälle wurden aus Pakistan (15), Afghanistan (6), Tschad (3) und Nigeria (17). Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 650 Poliofälle berichtet (2010: 1.352). Die Fälle wurden in Pakistan, Afghanistan, Nigeria, Indien, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Angola, Zentralafrika, Niger, China, Guinea, Kenia, Elfenbeinküste, Mali, Republik Kongo und Gabun registriert. Die meisten Erkrankungen werden in den Ländern beobachtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In den anderen Ländern ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten. In Nepal wurden 2011 keine Polio-Fälle berichtet (2010: 6; 2008: 6; 2007:5; 2006: 4; 2005: 4). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Daher ist ein Polio-Impfschutz für Reisende in Polio-Risikogebiete weiterhin unentbehrlich um einen Schutz vor Kinderlähmung zu gewährleisten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist.

Zum ersten Mal wurden im Jahr 2010 aus der Hauptstadt Kathmandu zwei Dengue Fieber-Fälle berichtet. Aus dem in 1.300m Höhe gelegenen Kathmandu-Tal wurde das Dengue Fieber bislang noch nicht berichtet. Bereits fünf Jahre zuvor wurden in Distrikten des Terai vereinzelte Erkrankungen berichtet. Das Terai ist eine fruchtbare Tiefebene und dem zentralem Bergland Nepals südlich vorgelagert. Für Kathmandu sind dies die aller ersten Dengue Fieber-Fälle. Katmandu bildet mit seinen eindrucksvollen Palästen und interessanten Sehenswürdigkeiten ein gern bereistes Urlaubsziel für Rucksacktouristen, Bergsteiger und Weltreisende. Touristen sollten - trotz der Höhenlage - auf einen guten Mückenschutz achten.

Allgemein besteht ein erhöhtes Tollwut-Risiko, durch die Zunahme von streunenden Hunden insbesondere im Dang-Distrikt, West-Nepal. Rund 100 menschliche Tollwutfälle werden jährlich aus Nepal berichtet. Eine ausreichende medizinische Versorgung nach Bissverletzung ist nicht sicher gewährleistet. Bei längeren oder ländlichen Aufenthalten wird daher vorsorglich eine Tollwut-Impfung empfohlen. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Ebenso sollte bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v.a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, so dass im Notfall bei postexpositioneller Behandlung u.U. nicht die richtigen Medikamente in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen.

Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Die im Jahr 2011 registrierten Erkrankungsfälle für meldepflichtige Krankheiten bei deutschen Reisenden betragen für das Vorjahr 2010 für Shigellose 727 (davon Auslandsinfektionen: 79 aus Ägypten, 57 aus Indien, 22 aus der Türkei, 20 aus Marokko, 20 aus Tunesien und weitere u.a. aus Spanien, Peru, Afrika, Indonesien und Sri Lanka). Insgesamt 67 Typhus abdominalis-Erkrankungen wurden im Ausland erworben (43% Indien, 15% Pakistan, 7% Bangladesh, 4% Ägypten und weitere u.a. aus Ghana, Nepal, Irak und Türkei). Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen sind stets empfohlen. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. In Regionen mit erhöhtem Typhusvorkommen ist bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) ein Typhus-Impfschutz und bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung zu ziehen.

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Malariahinweise

Risikogebiete: Risiko (besonders in der Regenzeit) in den südlichen, ländlichen Regionen des Terai-Distriktes (einschließlich der Hügelwälder und Waldregionen Bara, Dhanukha, Kapilvastu, Mahotari, Parsa, Rautahat, Rupendehi, Sarlahi) und entlang der indischen Grenze (z.B. Royal Chitwan Park v.a. im Juli - Oktober).

Kein Malariarisiko: Kathmandu und Nord-Nepal

Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung mit erhöhtem Risiko während der Regenzeit

Malariaart: 12 % Malaria tropica (P. falciparum), ansonsten Malaria tertiana

Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): ganzjährig in den südlichen, ländlichen Regionen des Terai-Distriktes (einschließlich der Hügelwälder und Waldregionen Bara, Dhanukha, Kapilvastu, Mahotari, Parsa, Rautahat, Rupendehi, Sarlahi) und entlang der indischen Grenze (z.B. Royal Chitwan Park v.a. Juli - Oktober).

Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.

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Impfempfehlungen

Krankheit Impfschutz Empfehlung
Cholera Risikogruppen ja Bei Reisen in Risikogebiete
Diphtherie ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
FSME nein
Gelbfieber nein
Hepatitis A ja Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen
Hepatitis B Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat).

Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen.
Influenza Risikogruppen ja Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten.
Japanische Enzephalitis Risikogruppen ja Reisende mit längeren Aufenthalten (ab 4 Wochen) in ländlichen Gebieten, in denen die Japanische Enzephalitis vorkommt, v.a. während Regenzeiten mit gehäufter Verbreitung der Überträgermücken
Keuchhusten ja Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten.
Masern Risikogruppen ja Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (vorzugsweise MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.
Meningokokken-Meningitis Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. während Trockenzeiten) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten)
Pneumokokken Risikogruppen ja Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen)
Polio ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko
Tetanus ja Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre)
Tollwut Risikogruppen ja Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biss Tollwut übertragen!) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal.
Typhus (parenteral) Risikogruppen ja Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen).
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Impfvorschriften

Gelbfieber:
Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende, die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete).
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Gesundheitsrisiken

Krankheit Anmerkung Schutz
Cholera Infektionsgebiete: v.a. Distrikte Baitadi, Dhanusha, Jhapa, Khatmandu Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene.
diverse Darminfektionen Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene
Hepatitis B landesweites Vorkommen Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln
Japanische Enzephalitis Vorkommen: ländliche und suburbane Gebiete v.a. Reisanbaugebiete im S (Terai)
Übertragungsmonate: Saisonale Häufung Juli - Dezember
Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc.
Leishmaniasis Vorkommen: vor allem im Tiefland Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze.
Tollwut landesweites Vorkommen Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen)
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Klimatabelle

Monat 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Min. Temp °C 2 4 7 12 16 19 20 20 19 13 7 3
Max. Temp °C 18 19 25 28 30 29 29 28 28 27 23 19
Feuchtigkeit % 80 79 63 31 37 76 84 86 87 87 86 81
Regentage 1 5 2 6 10 15 21 20 12 4 1 0
Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen.
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Botschaft

Botschaft der Demokratischen Bundesrepublik Nepal

Guerickestraße 27, 2. Etage
10587 Berlin
Öffnungszeiten: Mo-Fr: 9-13 und 14-17 Uhr
Tel.: (030) 34 35 99 20-22
Fax: (030) 34 35 99 06 
Web: www.nepalembassy-germany.de

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Embassy of the Federal Republic of Germany

Gynaneshwar
Kathmandu
Tel.: (00977 1) 441 27 86, 441 65 27, 441 68 32, 441 66 55 (Mobiltelefon von Deutschland aus ohne 1 in der Vorwahl)
Fax: (00977 1) 441 68 99
E-Mail: info@kathmandu.diplo.de
Web: www.kathmandu.diplo.de

Embassy of the Federal Republic of Germany

P.O. Box 226
Kathmandu
Nepal