Paraguay
Stand: Januar 2012
Malaria Risikogebiete
Wichtige Hinweise
In vielen Landesteilen besteht ein erhöhtes Dengue Fieber-Übertragungsrisiko. Auch aus dem Dreiländerdreieck Argentinien, Brasilien und Paraguay werden Erkrankungsfälle gemeldet. Grundsätzlich besteht weiterhin in Mittel- und Südamerika ein erhöhtes Infektionsrisiko. Dengue Fieber wird durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen. Reisende sollten daher gute Mückenschutzmaßnahmen ergreifen.
Gelbfieber-Erkrankungen treten im Land sporadisch auf. Erkrankungsfälle wurden u.a. aus dem Grenzgebiet zu Argentinien gemeldet, sowie aus San Pedro Department, in der östlichen Zentralregion von Paraguay; Central Department, nahe der Hauptstadt Asuncion; Caaguazú Department, eine Region östlich von Asuncion. 2008 meldete das Gesundheitsministerium von Paraguay der Weltgesundheitsorganisation insgesamt 26 Gelbfieber-Erkrankungsfälle (einschließlich 8 Todesfälle). Zuvor wurden die letzten Gelbfieber-Fälle in Paraguay im Jahr 1974 registriert. Die Gesundheitsbehörden befürchten ein Übertreten des Gelbfiebervirus aus den ländlichen Regionen in die Städte. Dort könnte es sich in einem solchen Fall sehr schnell ausbreiten. Somit ist mit einem erhöhten Übertragungsrisiko im Dreiländerdreieck im Südosten des Landes, sowie in den angrenzenden argentinischen Provinzen entlang des Uruguay (v.a. in den Provinzen Misiones und Corrientes) zu rechnen. Auch an der angrenzenden Westgrenze Brasiliens (Rio Grande do Sul) wurde das Gelbfiebervirus in Affen nachgewiesen. Nachdem Gelbfiebermücken das Virus von den Affen auf den Menschen übertragen können, besteht auch hier ein erhöhtes Infektionsrisiko. Die örtlichen Gesundheitsbehörden haben aus diesem Grund eine Impfaktion in der Bevölkerung der betroffenen Regionen durchgeführt. Aufgrund der aktuellen Umstände wird Reisenden, vor allem die diese Gebiete besuchen (insbesondere grenzüberschreitenden Besucher der Iguaçu-Nationalparks), ein Gelbfieber-Impfschutz empfohlen.
Risikogebiete: geringes Risiko in den ländlichen Grenzgebieten: Caaguazú, Alto Paraná, Canendiyú.
Kein Malariarisiko: Städte, Iguacu-Fälle und Rest des Landes
Übertragungsmonate: Oktober bis Mai
Malariaart: < 5 % Malaria tropica (P. falciparum), ansonsten überwiegend Malaria tertiana (P. vivax)
Nur Notfallmedikation empfohlen (Standby): Oktober - Mai: in den ländlichen Grenzgebieten: Caaguazú, Alto Paraná, Canendiyú.
Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.
| Krankheit | Impfschutz | Empfehlung |
|---|---|---|
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | Risikogruppen ja | Alle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja |
Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Influenza | Risikogruppen ja | Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Keuchhusten | ja | Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten. |
| Masern | Risikogruppen ja | Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (vorzugsweise MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit. |
| Meningokokken-Meningitis | nein | |
| Pneumokokken | Risikogruppen ja | Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen) |
| Polio | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biss Tollwut übertragen!) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal. |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
Gelbfieber:
Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung ist für alle Reisenden (Kinder > 1 Lj.) vorgeschrieben, die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) einreisen. Als Länder mit Gelbfieber-Infektionsgebieten gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete). Abgesehen von der Impfvorschrift, ist Reisenden eine Impfung bei Reisen in Gelbfieber-Risikogebiete unbedingt empfohlen.
Die WHO empfiehlt Reisenden (ab 9. Lebensmonat), die Risikogebiete besuchen (insbesondere grenzüberschreitende Besucher der Iguaçu-Nationalparks), einen Gelbfieber-Impfschutz. Nach Angaben der WHO besteht für den ausschließlichen Besuch der Stadt Asunción keine Empfehlung für eine Gelbfieber-Impfung.
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
|---|---|---|
| Chagas-Krankheit | landesweites Vorkommen | Bei Übernachtungen im Freien: Schutz vor dem Überträger, der sog. Raubwanze, die sich v.a. in Lehmhütten aufhält und nachtaktiv ist |
| Dengue-Fieber | Vorkommen: vor allem im Sommer im Osten | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Leishmaniasis | landesweites Vorkommen | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Min. Temp °C | 22 | 22 | 21 | 18 | 14 | 12 | 12 | 14 | 16 | 17 | 18 | 21 |
| Max. Temp °C | 35 | 34 | 33 | 29 | 25 | 22 | 23 | 26 | 28 | 30 | 32 | 34 |
| Feuchtigkeit % | 69 | 69 | 70 | 73 | 76 | 75 | 70 | 66 | 62 | 62 | 64 | 62 |
| Regentage | 8 | 6 | 6 | 7 | 6 | 6 | 5 | 4 | 7 | 8 | 8 | 7 |
| Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen. | ||||||||||||
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