Russland
Stand: April 2012
Malaria Risikogebiete
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Russland: Thailändische Touristen erkranken an Masern
mehr...Wichtige Hinweise
Hepatitis A stellt weiterhin ein Problem dar. In Moskau ist die Zahl der Hepatitis A-Infektionen in den ersten drei Monaten 2010 auf über 930 Erkrankungsfälle angestiegen. Damit hat sich die Zahl der Erkrankungen im Vergleichszeitraum des Vorjahres 2009 verdoppelt. In der Region von Rospotrebnadzor wird die Ursache für die steigende Zahl der Infektionen in verunreinigtem Leitungswasser gesehen. Diese Infektionsursache wurde bereits auch in anderen Regionen Russlands, wie z.B. in Khabarovsk Krai, (Dagestan) und Ryazan Oblast für Hepatitis A-Ausbrüche gefunden. Derzeit ist vor allem Moskau betroffen. Reisende sollten auf das Trinken von Leitungswasser gänzlich verzichten und ihren Hepatitis A-Schutz kontrollieren.
Bis 11. April 2012 wurden weltweit 41 Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet. Die Fälle wurden aus Pakistan (15), Afghanistan (6), Tschad (3) und Nigeria (17). Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 650 Poliofälle berichtet (2010: 1.352). Die Fälle wurden in Pakistan, Afghanistan, Nigeria, Indien, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Angola, Zentralafrika, Niger, China, Guinea, Kenia, Elfenbeinküste, Mali, Republik Kongo und Gabun registriert. Die meisten Erkrankungen werden in den Ländern beobachtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In den anderen Ländern ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten.
In Russland wurden 2011 keine Polio-Fälle berichtet
(2010: 14). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Daher ist ein Polio-Impfschutz für Reisende in Polio-Risikogebiete weiterhin unentbehrlich um einen Schutz vor Kinderlähmung zu gewährleisten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist.
Während der warmen Temperaturen (März bis Oktober - je nach Witterungsbedingungen evtl. auch früher und später) besteht in vielen Landesteilen ein erhöhtes Übertragungsrisiko für bestimmte Krankheiten die durch Zecken übertragen werden, wie z.B. die RSSE/FSME (Russische Frühsommer-Meningoenzephalitis). In vielen Landesteilen – im eurasischen Waldgürtel von Kaliningrad (Königsberg) im Westen bis einschließlich Ost-Sibirien. Mit Hochrisikogebieten in Regionen zwischen Moskau und St. Petersburg, sowie Regionen in Süd- und Ost-Sibirien und Karelien (v.a. Feuchtbiotope nördlich des Ladogagsees). Die Übertragung der Krankheitserreger (Viren) erfolgt durch Zeckenstiche überwiegend in den Monaten März bis Oktober (je nach Witterungsbedingungen evtl. auch früher und später). Die meisten Zeckenstiche werden in der Freizeit bei Freilandaufenthalten erworben. Besonders gefährdet sind durch häufige und/oder längere Aufenthalte im Grünen (Bewohner mit Gärten, Urlauber, Ausflügler, etc.) aber auch beruflich exponierte Personen (Förster, Jäger, Waldarbeiter, etc.). Vorbeugende Maßnahmen bestehen durch Hautbedeckende Kleidung, wie z.B. langärmelige Hemden, lange Hosen, Strümpfe und ein festes Schuhwerk. Auch bestimmte Mückenabweisende Cremes und Lotionen können Zecken bis zu einem gewissen Grad abhalten – meistens jedoch nur für wenige Stunden. Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper, v.a. bei Kindern, nach Zecken abgesucht werden. Ist es zum Zeckenstich gekommen, sollte die Zecke umgehend entfernt werden. Beim ersten Auftreten von Beschwerden nach einem Zeckenstich sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Für die Bevölkerung der FSME-Risikogebiete, sowie für Reisende in die ausgewiesenen Risikogebiete ist ein guter Zeckenschutz und nach ärztlicher Absprache und Risikoeinschätzung ein FSME-Impfschutz empfohlen.
In einigen Landesteilen besteht das Risiko einer Infektion mit dem Krim Kongo-Virus v.a. im Süden des Landes. Krim-Kongo-hämorrhagisches Fiebers (CCHF) betrifft im Wesentlichen die örtliche Bevölkerung. Die Erkrankung ist vor allem in Regionen Südosteuropas, Asiens und Afrikas verbreitet. Übertragen wird die Infektionskrankheit durch Zecken, bei Schlachtarbeit an infizierten Tieren oder direkt von Mensch zu Mensch nach Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen. Gefährdet sind also in erster Linie z.B. in der Landwirtschaft beschäftigte Personen, Camper oder medizinisches Personal bei ungeschütztem Umgang mit CCHF-Patienten. Bei Aufenthalt in Risikoregionen kann durch geeignete Insektenschutzmittel für Haut und Kleidung das Infektionsrisiko durch Zecken minimiert werden. Kontakt zu frischem Fleisch von Schafen und Ziegen sollte in den Risikogebieten vermieden werden.
Vereinzelte Trichinose Erkrankungen werden über das Jahr hinweg aus Sibirien gemeldet. Die Infektion wurde durch den Verzehr von Wildfleisch (Braunbär, Polarbär, Waschbär, Fuchs, Wolf, Luchs und Walross) erworben. Daher wird Reisenden geraten kein unzureichend gegartes Fleisch zu verzehren. Bei vollständig durchgebratenem oder abgekochtem Fleisch besteht kein Infektionsrisiko.
Allgemein besteht ein erhöhtes Tollwut-Risiko, insbesondere durch Haustiere (durch Übertragung der Wildtollwut v.a. Hunde) aber auch durch Fledermäuse. Bei längeren oder ländlichen Aufenthalten wird daher vorsorglich eine Tollwut-Impfung empfohlen. Bei einer Bissverletzung im Land sollte eine geeignete Versorgungseinrichtung aufgesucht werden, in der wirksame und moderne Impfstoffe verwendet werden und Hyper-Immunglobuline vorhanden sind. Auskünfte können über die deutsche Botschaft im Land erteilt werden.
| Krankheit | Impfschutz | Empfehlung |
|---|---|---|
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit FSME Vorkommen, v.a. bei einem Urlaub "im Grünen", häufigen Waldbesuchen, etc. Zu den beruflichen Risikogruppen gehören: Jäger, Förster und Waldarbeiter |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja |
Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Influenza | Risikogruppen ja | Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten. |
| Japanische Enzephalitis | Risikogruppen ja | Reisende mit längeren Aufenthalten (ab 4 Wochen) in ländlichen Gebieten, in denen die Japanische Enzephalitis vorkommt, v.a. während Regenzeiten mit gehäufter Verbreitung der Überträgermücken |
| Keuchhusten | ja | Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten. |
| Masern | Risikogruppen ja | Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (vorzugsweise MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit. |
| Meningokokken-Meningitis | nein | |
| Pneumokokken | Risikogruppen ja | Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen) |
| Polio | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biss Tollwut übertragen!) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal. |
| Typhus (parenteral) | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
Gelbfieber:
Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende ab dem 9. Lebensmonat die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete).
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
|---|---|---|
| Borreliose |
landesweites Vorkommen Übertragung: durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz Übertragungsmonate: April-Oktober |
Schutz vor Zecken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Fleckfieber | Vorkommen: in den kälteren Gebieten | Schutz vor Kleiderläusen durch kontinuierliche und ordentliche Hygienemaßnahmen (sorgfältige Reinigung und regelmäßiger Wechsel der Wäsche). Impfung nur in seltenen Fällen empfohlen ! |
| Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) |
FSME und RSSE (Russische Frühsommer-Meningoenzephalitis): Vorkommen: Waldgebiete (eurasischer Waldgürtel von Kaliningrad (Königsberg) im Westen bis einschließlich Ost-Sibirien) Zu den Hochrisikogebieten zählen die Regionen zwischen Moskau und St. Petersburg, sowie Regionen in Süd- und Ost-Sibirien. Auch Karelien mit seinen Feuchtbiotopen nördlich des Ladogagsees gilt als Hochrisikogebiet mit einer Zeckendurchseuchung von schätzungsweise 5-12%. Die unmittelbare Umgebung von Moskau gilt derzeit noch als FSME frei Erreger: FSME-Viren Übertragung: durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz Übertragungsmonate: v.a. April-Oktober Bemerkung: Höchste Erkrankungszahlen in Europa ! |
Impfung. Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays). |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Japanische Enzephalitis |
Vorkommen: ländliche und suburbane Gebiete v.a. SO-Sibirien: Küstengebiete südlich von Chabarovsk Übertragungsmonate: ganzjähriges Vorkommen mit saisonaler Häufung: Juli-September |
Impfung. Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Min. Temp °C | -16 | -14 | -8 | 1 | 8 | 11 | 13 | 12 | 7 | 3 | -3 | -10 |
| Max. Temp °C | -9 | -6 | 0 | 10 | 19 | 21 | 23 | 22 | 16 | 9 | 2 | -5 |
| Feuchtigkeit % | 80 | 74 | 73 | 64 | 51 | 55 | 61 | 65 | 69 | 74 | 83 | 84 |
| Regentage | 18 | 15 | 15 | 13 | 13 | 12 | 15 | 14 | 13 | 15 | 15 | 23 |
| Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen. | ||||||||||||
Botschaft der Russischen Föderation
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