Tschechische Republik
Stand: April 2012
Malaria Risikogebiete
Wichtige Hinweise
In den warmen Monaten des Jahres besteht ein erhöhtes Übertragungsrisiko für bestimmte Krankheiten die durch Zecken übertragen werden, wie z.B. die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). In der Tschechischen Republik besteht in vielen Regionen ein hohes Risiko, vor allem in den Flußniederungen. Besonders stark vermehren sich die Zecken in den sehr warmen und trockenen Sommermonaten. Für die Bevölkerung der FSME-Risikogebiete, sowie für Reisende in die ausgewiesenen Risikogebiete ist ein guter Zeckenschutz und nach Absprache und Risikoeinschätzung mit dem Arzt ein FSME-Impfschutz empfohlen.
Landesweit besteht ein Übertragungsrisiko für Hepatitis A. Aus Prag und Böhmen wurden im Jahr 2008 mit rund 600 Hepatitis A-Fällen, die meisten Erkrankungsfälle berichtet. Unter den registrierten Fällen befinden sich auch zahlreiche Schulkinder. In Böhmen wurden die meisten Erkrankungen aus Pardubice (Pardubitz) im Osten und in Hradec Kralove (Königgrätz) am Oberlauf der Elbe, in Nordböhmen, registriert. Auch aus Frydek Mystek in Mähren wurden Erkrankungen berichtet. Bei einer Konferenz des "European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)" im Januar 2009 betonten die medizinischen Experten nochmals die Wichtigkeit einer Hepatitis A-Schutzimpfung bei Reisenden in Länder mit erhöhten Hepatitis A-Aufkommen. Grund der erneuten Betonung der Empfehlung waren die kürzlich zurückliegenden Hepatitis A-Ausbrüche in verschiedenen Ländern der EU, sowie Erkrankungsfälle bei ungeimpften Reisenden. Aufgrund der Hepatitis A-Ausbrüche die in der Slowakei, Tschechischen Republik und in Lettland im vergangenen Jahr aufgetreten sind, sollte eine Hepatitis A-Impfung für Reisende in diese drei Länder auf jeden Fall in Erwägung gezogen werden. Eine Ansteckung in einem Land mit einer hohen Hepatitis A-Verbreitung kann sehr leicht erfolgen. Erkrankungsfälle in der Vergangenheit zeigen, dass es durch Reisen in Länder mit erhöhtem Hepatitis A-Aufkommen, bei ungeimpften Reisenden immer wieder zu Infektionen kommt, die im Heimatland auch auf das Umfeld übertragen werden. Daher wird bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen ein Hepatitis A-Impfschutz empfohlen. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Eine sorgfältige Nahrungs- und Trinkwasserhygiene ist stets empfohlen.
| Krankheit | Impfschutz | Empfehlung |
|---|---|---|
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit FSME Vorkommen, v.a. bei einem Urlaub "im Grünen", häufigen Waldbesuchen, etc. Zu den beruflichen Risikogruppen gehören: Jäger, Förster und Waldarbeiter |
| Gelbfieber | nein | |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja |
Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Influenza | Risikogruppen ja | Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Keuchhusten | ja | Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten. |
| Masern | Risikogruppen ja | Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (vorzugsweise MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit. |
| Meningokokken-Meningitis | nein | |
| Pneumokokken | Risikogruppen ja | Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen) |
| Polio | nein | |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biss Tollwut übertragen!) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal. |
| Typhus (parenteral) | nein |
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
|---|---|---|
| Borreliose |
landesweites Vorkommen Übertragung: durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz Übertragungsmonate: April-Oktober |
Schutz vor Zecken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays) |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) |
Vorkommen: landesweit v.a. in den Flußniederungen. Ein besonders hohes Risiko wird aus dem Süden von Prag, im Norden bis zur sächsischen Grenze, im Südwesten am Osthang des Böhmerwaldes insbesondere um den Lippenstausee, im Osten um Ostrava, sowie im Süden von Böhmen und Mähren bis zur österreichischen Grenze berichtet Erreger: FSME-Viren Übertragung: durch Zecken v.a. in Gräsern, Sträuchern, Unterholz Übertragungsmonate: v.a. April-Oktober |
Impfung. Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays). |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Tollwut | Die Tschechische Republik gilt als terrestrisch tollwutfrei. Gemeldete Fälle durch WHO in den Jahren 2000 bis 15.9.2009: 204 Tollwutfälle (Wildtiere: 192; Fledermäuse: 1, Haustiere: 11) | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Min. Temp °C | -4 | -3 | 0 | 4 | 8 | 11 | 13 | 13 | 10 | 5 | 2 | -2 |
| Max. Temp °C | 2 | 3 | 8 | 14 | 19 | 22 | 24 | 23 | 20 | 13 | 8 | 3 |
| Feuchtigkeit % | 79 | 75 | 69 | 62 | 60 | 60 | 63 | 65 | 68 | 74 | 80 | 83 |
| Regentage | 13 | 11 | 10 | 11 | 13 | 12 | 13 | 12 | 10 | 13 | 12 | 13 |
| Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen. | ||||||||||||
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