Uganda
Stand: Januar 2012
Malaria Risikogebiete
News
Uganda: Masernausbruch im Westen, Osten und Zentrum
mehr...Wichtige Hinweise
Bis 25. Januar 2012 wurden weltweit im vergangenen Jahr 644 Fälle der Kinderlähmung (Poliomyelitis) gemeldet. Die Fälle wurden in Pakistan (197), Afghanistan (80), Nigeria (57), Indien (1), Tschad (132), Demokratische Republik Kongo (92), Angola (5), Zentralafrika (4), Niger (5), Kamerun (1), China (21), Guinea (3), Kenia (1), Elfenbeinküste (36), Mali (7), Republik Kongo (1) und Gabun (1) registriert. 2010 wurden insgesamt 1.352 Poliofälle weltweit gezählt. Die Fälle wurden aus Pakistan, Afghanistan, Nigeria, Indien, Tschad, Demokratische Republik Kongo, Angola, Mali, Republik Kongo, Niger, Uganda, Russland, Liberia, Nepal, Kasachstan und Tadschikistan gemeldet. Die meisten Erkrankungen werden in den Ländern beobachtet, in denen die Polio endemisch ist, d.h. ständig im Land vorkommt. Zu diesen Ländern gehören Afghanistan, Indien, Nigeria und Pakistan. In den anderen Ländern ist die Polio durch importierte Fälle wieder aufgetreten.
In Uganda wurden 2011 keine Fälle berichtet (zuletzt 2010: 4;
2009: 8 Fälle). Kinderlähmung bleibt ein Problem. Die Ursache der wachsenden Anzahl an Polioerkrankungen liegt am Wiederauftreten der Erkrankung in Ländern die noch vor kurzem als "polio-frei" galten. Daher ist ein Polio-Impfschutz für Reisende in Polio-Risikogebiete weiterhin unentbehrlich um einen Schutz vor Kinderlähmung zu gewährleisten. Das Risiko importierter Polioviren wird so lange bestehen, bis die Erkrankung weltweit ausgerottet ist.
Uganda gehört zu den Ländern mit Gelbfieber-Infektionsgebieten. Vor allem im Norden des Landes wurden in den vergangenen Monaten Erkrankungsfälle berichtet. Betroffen sind vor allem die Distrikte Abim (v.a. Morulem), Agago (v.a. Omiya Chua, Adilang, Paimoi) und Kitgum (Orum, Namokora und Kitgum Stadtbereich)., sowie Kaabong, Gulu, Lira und Pader. Seit November 2010 wurden aus 12 Distrikten im Norden des Landes über 220 Gelbfieberfälle berichtet - darunter auch Todesfälle. Reisenden ist eine Schutzimpfung empfohlen.
Landesweit besteht ein Übertragungsrisiko für Malaria. In den vergangenen Jahren erkrankten auch deutsche Urlauber nach bzw. während ihres Aufenthaltes an Malaria. Diese Tatsache unterstreicht die Wichtigkeit einer medikamentösen Malariaprophylaxe bei Reisen nach Afrika. südlich der Sahara Reisende in Regionen mit Malariavorkommen, sollten unbedingt eine reisemedizinische Beratung vor der Abreise aufsuchen. Insbesondere bei Reisen in Malaria-Hochrisikogebiete südlich der Sahara sollten neben Mückenschutzmaßnahmen auch Malariamedikamente zur Prophylaxe eingesetzt werden. Welches Medikament und welche Prophylaxeform (Chemoprophylaxe oder Notfallmedikation) für den jeweiligen Reisenden die Richtige ist, kann dabei durch ein ärztliches Gespräch geklärt werden. Alle Reisenden, die nach Rückkehr Fieber und/oder Zeichen eines grippalen Infektes entwickeln, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben, um möglichst früh eine Malaria erkennen und behandeln zu können.
Landesweit besteht ein Cholera-Infektionsrisiko v.a. im Westen des Landes in den Distrikten Kisoro, Ntungamo, Kasasa, Masindi, Nebbi, Kabarole, Mpigi, Hoima, Rukungiri, sowie in Bundibugyo, Dei, Panyimur, Padyimur, Nyapea, Akworo, Congo, Pamyigoro und Parombo, sowie in Kampala, Rubaga, Makindye und Nakawa. Das Risiko einer Choleraerkrankung betrifft vor allem die einheimische Bevölkerung. Insbesondere unterernährte, vorerkrankte Menschen mit mangelnder medizinischer Betreuung und einem geschwächten körperlichen Abwehrsystem sind von der Cholera betroffen. Die Infektionsgefahr bei Touristen ist als sehr gering einzustufen. Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen sind empfohlen.
Aus dem Norden des Landes wurden in den vergangenen Monaten vermehrt Hepatitis E-Fälle berichtet. Immer wieder werden Fälle von Hepatitis E aus Uganda berichtet. Einer der größten Ausbrüche der letzten Jahre hielt bis Ende Juli 2008 an - über 6000 Erkrankungsfälle und über 90 Todesfälle wurden registriert. Viele der Erkrankungen stammten aus dem Kitgum-Distrikt, dem Yumbe-Distrikt und dem Padar Distrikt. Als Infektionsquelle wurde mit Hepatitis E-Viren verunreinigtes Trinkwasser, so wie Nahrungsmittel nachgewiesen. Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen sind empfohlen. Schwangere sollten sich von den Risikogebieten fernhalten.
Ganzjährig treten vereinzelte Pestfälle im Landesinneren auf, v.a. im Nebbi-Distrikt und in Masindi. Für Touristen besteht nur bei engem Kontakt zur Bevölkerung der Risikogebiete, bei Übernachtungen im Freien oder bei Kontakt zu Nagetieren der betroffenen Regionen ein sehr geringes Infektionsrisiko. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt bezüglich der Übertragungswege aufklären.
In Uganda v.a. in den Regionen nördlich des Äquators, d.h. nördlich der Seen Viktoria und Edward besteht ein Übertragungsrisiko für die afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit). Im Dokolo Distrikt wurden Anfang März 2009 rund 120 Erkrankungsfälle (darunter auch Todesfälle) der Schlafkrankheit gemeldet. Der Distrikt liegt ca. 200km nördlich der Hauptstadt Kampala. Insbesondere betroffen sind die Regionen von Kwera, Kangai und Dokolo. Am 27. August 2005 wurde durch die ISTM (International Society for Infectious Diseases) gemeldet, dass durch die starke Ausbreitung des Erregers im Kaberamaido Distrikt, ein neues Risikogebiet entstanden ist. Rund 200.000 Menschen sind dadurch der permanenten Infektionsgefahr ausgesetzt. In bestimmten Regionen des Landes besteht ganzjährig ein erhöhtes Infektionsrisiko für Schlafkrankheit. Für Reisende besteht generell ein geringes Infektionsrisiko. Für Safariteilnehmer und Entwicklungshelfer (v.a. in Ostafrika), die in die Risikogebiete reisen, besteht jedoch ein erhöhtes Risiko. Gute Mückenschutzmaßnahmen z.B. durch Körperbedeckende Kleidung (langärmeliges Oberteil, lange Hosen, die Fußknöchel bedeckende Socken, Kopfbedeckung) und Insektenabweisende Mittel (mit Creme, Lotion, Spray, o.ä.) auf unbedeckten Hautstellen sind daher grundsätzlich unentbehrlich. Dunkle Kleidung sollte nicht getragen werden, da der Überträger der Krankheit, die sog. Tse-Tse Fliege, durch dunkle Farben angezogen wird.
Landesweit besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für diverse Infektionskrankheiten die durch verunreinigte Speisen oder Getränke übertragen werden (z.B. Hepatitis A, Typhus, Bakterienruhr, Amöbenruhr, Lambliasis, Wurmerkrankungen). Daher sollten sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen stets durchgeführt werden. Vor dem Verzehr und Kauf von Lebensmitteln aus billigen Straßenrestaurants und von Märkten wird gewarnt. Nach Deutschland werden rund 80 - 90 % aller Typhus- und Paratyphusfälle aus Reiseregionen mit unzureichendem Hygienestandard importiert. Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in R egionen mit erhöhtem Typhusvorkommen, ist daher ein Typhus - Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.
Risikogebiete: hohes Risiko im ganzen Land einschließlich der Städte (u.a. Fort Portal, Jinja, Kampala, Mbale und Kigezi)
Übertragungsmonate: ganzjährige Gefährdung
Malariaart: über 85 % Malaria tropica (P. falciparum)
Schutz vor Mückenstichen empfohlen: durch langärmelige Kleidung, Sprays, Cremes, Lotionen, Mosquitonetze, etc.
Vorbeugung mit Medikamenten empfohlen (Chemoprophylaxe): ganzjährig, landesweit einschließlich der Städte
| Krankheit | Impfschutz | Empfehlung |
|---|---|---|
| Cholera | Risikogruppen ja | Bei Reisen in Risikogebiete |
| Diphtherie | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| FSME | nein | |
| Gelbfieber | ja | Alle Reisende in Gebiete und Länder mit Gelbfiebervorkommen |
| Hepatitis A | ja | Alle Reisende in Länder mit erhöhtem Hepatitis-A-Vorkommen |
| Hepatitis B | Risikogruppen ja |
Reisende in Gebiete mit erhöhtem Hepatitis B-Vorkommen und bei erhöhtem Infektionsrisiko sowie bei längeren Aufenthalten (> 1 Monat). Anlässlich einer Reise ist es ratsam, eine Hepatitis B Impfung grundsätzlich in Erwägung zu ziehen. Die Impfung ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland routinemäßig empfohlen. |
| Influenza | Risikogruppen ja | Für alle Personen ≥ 60. Lebensjahr und Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen (Risikogruppen) ist die Impfung generell empfohlen. Für andere Reisende kann die Influenza-Impfung nach Risikoabwägung entsprechend dem Risiko vor Ort (Exposition) sinnvoll sein. Dabei ist das Auftreten der saisonalen Influenza zu beachten. |
| Japanische Enzephalitis | nein | |
| Keuchhusten | ja | Alle Erwachsenen sollten bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung (Td) eine einmalige Impfung gegen Keuchhusten (Tdap) erhalten. |
| Masern | Risikogruppen ja | Bei Reisen in Regionen mit aktuellen Ausbrüchen ist eine Schutzimpfung empfohlen. Die STIKO empfiehlt eine einmalige Impfung (vorzugsweise MMR-Impfstoff) den nach 1970 geborenen Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit. |
| Meningokokken-Meningitis | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Meningokokken-Meningitis Vorkommen (z.B. während Trockenzeiten) und/oder erhöhtem Ansteckungsrisiko (z.B. durch engere Kontakte zur Bevölkerung oder längere Aufenthalte in den betroffenen Gebieten) |
| Pneumokokken | Risikogruppen ja | Empfohlen für alle Personen ab vollendeten 2. Lebensjahr mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund chronischer Erkrankungen (Risikogruppen) |
| Polio | ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Polio-Infektionsrisiko |
| Tetanus | ja | Grundsätzlich sollten alle Personen einen Impfschutz besitzen (Auffrischung alle 10 Jahre) |
| Tollwut | Risikogruppen ja | Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Katzen und Waldtiere; Auch Fledermäuse können durch einen Biss Tollwut übertragen!) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und/oder Abenteuerreisen). Kinder gelten als besonders gefährdet. Zu den beruflichen Risikogruppen zählen Tierärzte, Jäger und Forstpersonal. |
| Typhus | Risikogruppen ja | Reisen in Länder mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung (z.B. während Rucksack- und Abenteuerreisen). |
Gelbfieberimpfung erforderlich für alle Reisende (Kinder über 1 Lj.), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. Als Gelbfieber-Endemiegebiete gelten die von der WHO ausgewiesenen (s. Karte Gelbfieber-Verbreitungsgebiete).
Uganda gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten. Daher empfiehlt die WHO unabhängig von den Landesvorschriften nachdrücklich die Impfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete (d.h. für alle Regionen aus denen humane Gelbfieberfälle gemeldet wurden bzw. das Gelbfieber-Virus bei Primaten nachgewiesen wurde).
| Krankheit | Anmerkung | Schutz |
|---|---|---|
| Bilharziose |
Vorkommen: landesweit im Süßwasser v.a. in der Umgebung des Lake Albert, bis nach Pakwach im Nordwesten |
Vermeidung von Hautkontakt mit Süßwasser (Seen, Tümpel, Flüsse und Bächen) |
| Cholera | Infektionsgebiete: v.a. in den Regionen Central, Eastern, Western | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. |
| diverse Darminfektionen | Landesweites Vorkommen von Parasiten, Bakterien, Viren (Wurmbefall, Shigellen, Salmonellen, Amöben, Lamblien) | Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene |
| Filariosen | landesweites Vorkommen | Schutz vor Insekten, v.a. Mücken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Hepatitis B | landesweites Vorkommen | Impfung. Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen und Nadeln |
| Kala Azar | Vorkommen: vor allem in der Karamoja-Region im Nordosten | Schutz vor Mücken durch hautbedeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), engmaschige Mückennetze. |
| Meningokokken-Meningitis |
Vorkommen: landesweit, v.a. im Nordwesten und -osten Übertragungsmonate: v.a. Dezember - Mai |
Impfung. Vermeidung von größeren Menschenansammlungen (z.B. enge Wohnverhältnisse, überfüllte Verkehrsmittel, etc.) |
| Pest | Vorkommen: Nothern Region (Arua Distrikt), Western Region (Nebbi Distrikt) | Schutz vor Ratten (z.B. durch sichere Schlafplätz bei Übernachtungen im Freien) und Flöhen (häufiger hygienischer Wäschewechsel). Reisende sollten sich von Pestkranken fernhalten. Bei beruflicher Exposition können vorbeugend Antibiotika eingenommen werden. |
| Schlafkrankheit | Vorkommen: vor allem vom nördlichen Viktoriasee bis nördlich vom Kyoga-See und im Grenzgebiet nördlich des Lake Edward | Schutz vor Bremsen durch hautbedeckende Kleidung (dunkle Farben vermeiden). Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays), Anti-Mückencoils, Mückennetze, etc. |
| Tollwut | landesweites Vorkommen | Impfung. Fernhalten von freilaufenden, streunenden Tieren (v.a. Hunden und Katzen) |
| Zeckenbissfieber | landesweites Vorkommen | Schutz vor Zecken durch hautbeckende Kleidung. Verwendung von insektenabweisenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Sprays). |
| Monat | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Min. Temp °C | 18 | 18 | 18 | 18 | 17 | 17 | 17 | 16 | 17 | 17 | 17 | 17 |
| Max. Temp °C | 28 | 28 | 27 | 26 | 26 | 25 | 25 | 26 | 27 | 27 | 27 | 27 |
| Feuchtigkeit % | 66 | 69 | 73 | 79 | 81 | 79 | 78 | 78 | 76 | 74 | 75 | 72 |
| Regentage | 9 | 9 | 14 | 19 | 19 | 11 | 10 | 14 | 12 | 14 | 16 | 12 |
| Bei den monatlich angegebenen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte die sich aus einem Beobachtungszeitraum heraus errechnet haben. Nachdem die Wetterlage durch vielerlei Einflüsse ständigen Veränderungen unterworfen ist, können die Angaben nicht als absolut betrachtet werden, sondern sollen eine relative Klimaeinschätzung innerhalb der Monate wiedergeben. Das aktuelle Klima in Ihrem Reiseland erfahren Sie im Internet bei verschiedenen Wetterservice Einrichtungen. | ||||||||||||
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