Woran sollten Sie während der Reise denken? - www.fit-for-travel.de - alles zu Reisemedizin, Hepatitis und Malaria

English Version Reisemedizinischer Infoservice

Woran sollten Sie während der Reise denken?

  • Reisekleidung:
    Angemessene Kleidung, die während der Reise allen Temperaturschwankungen stand hält (z.B. Temperaturen im Abflugland, Abkühlung durch Nachtflug und Flugzeugklimaanlage, Temperatur im Ankunftsland). Um sich den Temperaturschwankungen flexibel anzupassen, empfiehlt es sich die Kleidung so zu wählen, dass sie schichtweise an- bzw. ausgezogen werden kann ("Zwiebelprinzip").
  • Zeitumstellung
    Bei Fernreisen wird eine "Verlängerung" des Tages durch Flug in West-Richtung meist besser toleriert als eine "Verkürzung" durch Flug in Ost-Richtung. Die Umstellung auf die veränderten Zeitverhältnisse gelingt am ehesten, wenn dem Körper in den ersten 24 - 48 Stunden Gelegenheit gegeben wird, sich dem neuen (Schlaf- / Wach-) Rhythmus anzupassen. Körperliche und geistige Beanspruchung sollten dem angemessen sein.
    Berücksichtigen Sie bei der Einnahme Ihrer Dauermedikation die Zeitverschiebungen (v.a. Diabetiker! oder bei Einnahme der „Pille“). Fragen Sie vor der Reise Ihren Arzt.
  • Trinken
    Auf regelmäßige Flüssigkeitszufuhr achten auch wenn kein Durstgefühl besteht! Hierbei gelten bei heiß-trockenem Wetter mindestens 3,5 Liter pro Tag zuzüglich Ernährung. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist darüber hinaus für eine gute Verdauung unerlässlich. Der Urin sollte immer eine helle, klare Färbung haben. Dunkelgelber Urin ist (u.a.) ein Zeichen eines Flüssigkeitsmangels.
    Trinkwasserhygiene: Grundsätzlich sollte in den Tropen und Subtropen niemals Leitungswasser getrunken werden (auch nicht in den guten Hotels). Bei Trekkingtouren sollte eine Trinkwasserfilterung oder -entkeimung durchgeführt werden. Vorsicht bei Eiswürfeln. Nur industriell hergestellte Eiswürfel sind sicher.
  • Essen
    Nahrungsmittelhygiene: Nahrungsmittel von Straßenständen oder günstigen Straßenrestaurants sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da in der Regel nicht die erforderlichen Hygienemaßnahmen in der Nahrungszubereitung eingehalten werden können (v.a. Salate, roher Fisch/Fleisch, Speiseeis, etc.).
  • Mückenschutz:
    Wenn Sie sich nach der Dämmerung in geschlossenen, klimatischen Räumen aufhalten, ist das Risiko eines Mückenstiches gering. Tragen Sie möglichst langärmliche, langbeinige Kleidung! Je weniger offene Hautstellen Sie haben, desto weniger Angriffsfläche bieten Sie der Mücke. Ungeschützte Hautstellen reiben Sie mit einem Insektenabwehrmittel ein.
  • Sonnenschutz
    Vorsicht vor Sonnenbrand (starke Tropensonne). Sonnenbrände, vor allem bei Kindern und Jugendlichen bis zum 15. Lebensjahr, erhöhen das Hautkrebsrisiko um ein Vielfaches! Kinder sollten bei Badeurlauben beim Spielen am Strand T-Shirts und eine Kopfbedeckung tragen, als auch mit Sunblockcremes vor der starken UV-Strahlung (insbesondere am Wasser) geschützt werden.
  • Hitzeschutz
    Auf die richtige Kleidung achten. Warme Kleidung, Medikamenteneinnahmen, Alkohol, Übergewicht oder unzureichende Trinkmengen können einen Hitzeschlag begünstigen. Die ersten Anzeichen können Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, psychische und physische Unruhe, sowie eine trockene und heiße Haut sein.
  • Kälteschutz
    Meistens sind mehrere Kleiderschichten für z.B. Trekking und/oder Expeditionen erforderlich. Auf eine ausreichende Kopfbedeckung achten (bis zu 50% der Körperwärme wird über die Kopfregion abgegeben!). Nasse Kleidungsstücke sollten nach Möglichkeit durch trockene Kleidung ersetzt werden. Eine Unterkühlung kann durch zunehmende körperliche Erschöpfung (z.B. beim Gebirgstrekking in tropischen und subtropischen Ländern) und nachlassender Wärmeproduktion entstehen und zu Kälteschäden führen. Auf die richtige Kleidung achten, körperliche Überbelastung meiden.
  • Akklimatisation:
    Wenn Sie an niedrigem Blutdruck leiden, so werden sich die Beschwerden im Rahmen der Akklimatisierung zunächst verschlechtern. Vermeiden Sie in diesem Zeitraum den Aufenthalt in überfüllten Räumen und absturzgefährdete Tätigkeiten (z.B. Klettern, Bergsteigen). Wenn Ihnen schwindelig wird, setzen Sie sich in jedem Fall hin, ehe Sie das Bewusstsein verlieren. Bedenken Sie, dass nicht körperliche Schonung, sondern Betätigung wie Sport Ihre Beschwerden verbessert.
  • Siesta
    Passen Sie sich dem Lebensrhythmus des Gastlandes an. Eine Siesta in der wärmsten Zeit des Tages tut dem Körper gut und gibt Ihnen Kraft für nachfolgende Aktivitäten. Meiden Sie die Mittagshitze und achten Sie auf ausreichende Trinkmengen!
  • Abendausflug
    In der freien Natur Taschenlampe mitnehmen und festes über den Knöchel reichendes Schuhwerk anziehen. Viele Gifttiere bewegen sich im Dunkeln. Die meisten Schlangen sind Nachttiere. 90 % der Schlangenbisse sind am oder unterhalb des Knöchels.
  • Barfußlaufen
    Nicht Barfußlaufen laufen! Barfußlaufen begünstigt den Befall von Parasiten und die Verletzungsgefahr.
  • Tierkontakte
    Tierkontakte mit fremden, streunenden Tieren meiden (Tollwutgefahr!)
  • Gifttierunfall
    Beugen Sie vor: Nie auf der Erde schlafen (Kleidungsstücke, Schuhe, Nahrung etc. auf der Erde locken u.a. Spinnen, Skorpione und Schlangen an). Niemals tote Gifttiere anfassen! Nie auf Gifttiere zugehen! Nie auf Bäume klettern (Baumschlangen sind fast alle giftig)! Im Falle eines Gifttierunfalls bewahren Sie Ruhe und suchen Sie umgehend medizinische Hilfe auf.
  • Straßenverkehr
    Der ungewohnte Straßenverkehr (z.B. Linksverkehr od. keine erkennbaren Straßenregeln in vielen südlichen Ländern) birgt für Reisende ein hohes Risiko. Rund 40 % der Repatriierungsflüge gehen auf Unfälle im Straßenverkehr zurück. Reisende (auch Fußgänger) sollten daher im Straßenverkehr fremder Länder aufgrund der anderen Verkehrslage doppelt wachsam sein.
  • Körperschmuck:
    Tätowierungen, Piercing, o.ä. im Reiseland vermeiden (Gefahr der HIV und HCV-Infektion).
  • Intimkontakte
    Keine ungeschützten Intimkontakte (Kondome bieten den einzigen Infektionsschutz vor HIV und sexuell übertragbaren Erkrankungen)
  • Verlust von Ausweisen
    Suchen Sie Ihre Botschaftsvertretung bzw. das Konsulat im Reiseland auf und geben Sie Ihre Papiere als vermisst an. Falls Sie Ausweiskopien angefertigt haben (s. Vor Reise) weisen Sie sich in der Zwischenzeit damit aus. Wenn Sie Kreditkarten vermissen, rufen Sie sofort die entsprechenden Firmen oder Geldinstitutionen an und lassen Sie die Nummer sperren. In der Regel werden in solchen Fällen von den meisten Kreditkartenfirmen Ersatzkarten vergeben, die Ihnen in kürzester Zeit nachgeschickt werden.
  • Flugreise
    Druckausgleich: Druck "auf den Ohren" beim Starten und Landen des Flugzeugs wird durch Schlucken, Trinken, Kaugummi Kauen oder Lutschen eines Bonbon beseitigt. Bei Säuglingen Sauger, Schnuller, ggf. Stillen.
    Flüssigkeitsverlust: Der Körper verliert in der trockenen Kabinenluft Flüssigkeit durch Verdunsten; Haut und Schleimhäute trocknen aus. Eine Feuchtigkeitscreme verringert den Flüssigkeitsverlust. Während eines Fluges empfiehlt man ca. 150ml eines alkoholfreien Getränkes pro Stunde. Weitere Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Austrocknung der Haut- und Schleimhäute: Augentropfen (v.a. Kontaktlinsenträger) oder Augen- und Nasencreme (z.B. Bepanthen Augen-/Nasencreme), Haut- und Lippenbalsam (v.a. bei trockener Haut z.B. bei Personen mit allergischen Ekzemen, Neurodermitis, etc.)
    Vegetarier vor dem Abflug beim einchecken nach Sondermenü fragen
    Thrombosevorbeugung: reichlich trinken, Bewegung, Bein- und Fußgymnastik (vor der Reise informieren), Thrombosestrümpfe, ggf. zusätzliche blutverdünnende Medikamente (z.B. Acetylsalicylsäure, Heparinspritze, etc.)
    Nachtflüge: Warme Kleidung zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten; Personen mit Empfindlichkeit der oberen Atemwege sollten ein Halstuch mitführen. Sinnvoll für Langstreckenflüge ist eine Kleidung die schichtweise an- bzw. ausgezogen werden kann, um sich den Temperaturschwankungen flexibel anzupassen ("Zwiebelprinzip").
    Taucher: Nach dem letzten Tauchgang und dem Abflug sollten mindestens 24 Stunden liegen.
    Diabetiker: Da die Medikamente des Diabetikers lebensrettend sein können, sollte dem Verlust vorgebeugt werden, d.h. eine zweite Ration im Reisegepäck (nicht Koffer!) mitgeführt werden. Zusatz-BE: Immer genügend Traubenzucker, Kekse etc. auch bei kleinen Ausflügen mitnehmen (zeitl. Verspätungen mit einplanen). Insulin muss vor Frost und Hitze geschützt werden. Daher Insulin nicht im Reisekoffer des Flugzeuges mitführen (im Frachtraum sind oft Minustemperaturen): Kühlbox für Aufenthalt in heißen Länder mitnehmen; Ausreichende Mitnahme der persönlichen Dauermedikation für die gesamte Reisezeit kalkulieren (Reserve einpacken).
  • Reisekrankheit
    Augen schließen oder feste Punkte in der Umgebung fixieren, bei Schiffsreisen Horizontlinie. Nach unten blicken verstärkt eher die Übelkeit. Wenn möglich legen Sie sich hin, Beine erhöht, Kopf ruhig halten. Einnahme einer stabilen Position möglichst nahe des Schwerpunkts des Fahrzeugs (Flugzeug: in Höhe der Tragflächen; Schiff: mittschiffs auf einem unteren Deck; Auto: als Beifahrer, in Bussen hinter dem Fahrer. ggf. Medikamenteinnahme (Tabletten, Dragees, Kaugummis, und Pflaster mit z.B. Meclozin, Metoclopramid, Dimenhydrinat, Scopolamin-Pflaster. Pflanzliche Alternative: Ingwer).
  • Gesundheitsprobleme
    Bei Beschwerden Arzt aufsuchen. In Notfällen hilft die Botschaftsvertretung vor Ort. Dort kann auch eine ärztliche Hilfe vor Ort angefragt werden.
  • Elektr. Geräte
    Stromausfälle im Ausland sind nicht selten und können bei Ausfall medizinischer Geräte lebensbedrohliche Situationen hervorrufen. Begeben Sie sich nicht in Situationen, in denen über einen längeren Zeitraum möglicherweise kein Strom zum Betrieb der Geräte zur Verfügung steht (z.B. Patienten mit Trachealstoma)
  • Frauen
    Schwangere /Menopause: Vorsicht vor Hitze! Bei hohen Außentemperaturen muss der Körper verstärkt Wärme abgeben, was in der Folge zu einer erhöhten Belastung des Körperkreislaufs und zu Hitzewallungen führen kann. Vor der Hitze schützen. Pille: Zeitverschiebung, veränderter Tagesrhythmus oder Durchfallerkrankungen können die Sicherheit der Verhütung durch die Pille herabsetzen. (Sicherheitshalber zusätzlich Kondome mitführen)