Wassersport
Grundlegende Ratschläge für Schwimmer und Badende der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft und des Deutschen Roten Kreuzes:- nicht erhitzt oder mit vollem Magen ins Wasser gehen
- Bereiche mit Wasserpflanzen oder auch Schiff-Fahrtsstrassen meiden
- stets in der Nähe des Ufers schwimmen und unbewachte Gewässer meiden
- auf Badeverbote, örtliche Warnhinweise oder Wetterbedingungen achten
- Kindern so früh wie möglich Schwimmunterricht erteilen
- Jugendliche und Erwachsene in „Erster Hilfe“ ausbilden
- keinen Alkohol trinken und nicht alleine an unbewachten Stellen schwimmen
- Kinder die nicht schwimmen können, niemals unbeaufsichtigt lassen
Der Badeurlaub im In- und Ausland stellt vor allem im Sommer eine beliebte Freizeitaktivität dar. Doch auch beim Plantschen, Schnorcheln und Baden gibt es Gesundheitsrisiken, die man vermeiden kann, sofern man sie kennt.
Vorsicht vor Unterwasserströmungen:
Rip-Strömungen können lebensgefährlich sein!
Rip-Strömungen kommen an vielen Stränden Europas vor – vor allem an der Nordsee, im Mittelmeer und an der Atlantikküste. Sie gehören zu den gefährlichsten Ursachen für Badeunfälle und Ertrinkungstod. Schätzungsweise 80% aller Rettungseinsätze am Meer, sind auf Rip-Strömungen zurückzuführen. Die Rippströmung, oder anders ausgedrückt, der Brandungsrückstrom, tritt plötzlich und unerwartet auf. Die Strömung ergibt sich durch ein Zusammenwirken verschiedener Faktoren. Da das Wasser der Brandungswellen vielerorts nicht ungehindert in das Meer zurückfließen kann, sondern an einigen Stellen durch Sandbänke, Buhnen oder auch Felsen behindert wird, bilden sich z.B. an abgeflachten Stellen von Sandbänken gebündelte Rückströmungen des Wassers. Diese Rückströmungen können oft so stark und reißend sein, dass sie die Badenden auf das offene Meer hinaus treiben. Wind kann die Strömungen verstärken.
In diesen Situationen kommt es oft zu Panikreaktionen. Die Schwimmer versuchen meist gegen die Strömung auf direktem Weg zum Strand zurückzuschwimmen und das ist der größte Fehler: Denn die Strömungen sind stärker – die Schwimmer verlieren ihre Kraft und ertrinken.
Sollte man von Rip-Strömungen erfasst werden gilt als erstes Ruhe zu bewahren und sich zunächst von der Strömung treiben zu lassen. Das Meer ist stärker als der Schwimmer und der Schwimmer braucht seine ganze Kraft um zurückzuschwimmen. Der Schwimmer sollte versuchen seitwärts – parallel zum Ufer – aus dem meist nur einige hundert Meter langen Strömungsbereich heraus zu schwimmen. Erst wenn der Schwimmer wieder aus dem Strömungsbereich draußen ist, kann er den direkten Weg zurück ans Ufer schwimmen.
Die Gefahr der Rip-Strömungen besteht darin, dass der Schwimmer panikt und ermüdet. Dadurch kann eine lebensgefährliche Situation entstehen. Grundsätzlich sollte man beim Schwimmen im Meer darauf achten, Abstand zu halten von Buhnen, Molen, Sandbänken, Halbinseln oder Vertiefungen im Sandboden unter Wasser. Auf alle Fälle ist das Wichtigste Ruhe zu bewahren.
Verseuchte Badegewässer
Badegewässer können durch Parasiten, Bakterien und Viren infiziert sein. Die Erreger kommen in unterschiedlichen Gewässern je nach Wassertemperatur und Wasserbeschaffenheit vor. Erreger kommen grundsätzlich in allen Gewässern weltweit vor; inwieweit es jedoch zu einer Erkrankung kommen kann, hängt vor allem von der Erregerart und der Infektionsdosis (Anzahl der aufgenommenen Erreger) ab. Meistens können die für den Menschen pathogenen Erreger (Erreger ,die Krankheiten beim Menschen hervorrufen können) zu Magen-Darm-Infektionen führen. Nicht selten kann es aber auch zu Augen- und Rachenentzündungen kommen.
Welche Krankheitserreger können sich in welchen Gewässern aufhalten ?
- in kalten Gewässern: z.B. Viren (z.B. Hepatitis A - Viren), Amöben und Kryptosporidien
- in mäßig warmen Gewässern: z.B. E. coli, Salmonellen, Shigellen, Lamblien, Leptospiren und Campylobacter
- in tropischen Gewässern: z.B. Choleraerreger, E. coli und Zerkarien (Bilharzioseerreger)
- im Meer und Abwasser: z.B. Viren (z.B. Hepatitis A - Viren), E. coli
- in Schwimmbädern: Viren (z.B. Adenoviren), Legionellen und Kryptosporidien
- In Bilharziosegebieten Kontakt mit Süßwasser (Seen, Flüsse, Bäche, etc.) vermeiden um einer Zerkariendermatitis und Bilharziose vorzubeugen
- Informationen zur Wasserqualität bei europäischen Badegewässern können erfragt werden (z.B. Gesundheitsämter, ADAC)
- Warnhinweise an Badegewässern beachten (z.B. wird in Deutschland durch Schilder bei Gewässern mit Infektionsgefahr in der Regel hingewiesen)
- Der Kopf sollte nach Möglichkeit oberhalb der Wasseroberfläche sein, um das Schlucken von Wasser zu vermeiden. Mit den Kopf unter Wasser (z.B. beim Tauchen) erhöht sich die Infektionsgefahr
- Nach dem Schwimmen duschen. Keime, die Hautreizungen hervorrufen können, können dadurch leicht entfernt werden.
- Durch das Tragen von Badeschlappen im Badebereich können im Schwimmbad (Pilzinfektionen und Dellwarzen im Fußbereich), am Strand (Hautmaulwurfbefall, Verletzungen) und an Seen und Flüssen (Verletzungen) vorgebeugt werden.
- Hautkontakt mit Nesseltieren (z.B. Quallen) vermeiden
- Warnhinweise an Stränden und Gewässern beachten (oft enthalten sie wichtige Hinweise wie z.B. Gifttiere im Gewässer, Haie und Raubfische, gefährliche Unterwasserströmungen, Verunreinigungen, etc.)
- Informationen über Gezeitenströmungen (Ebbe, Flut), hohen Wellengang, Wasserströmungen, sowie Wetter- und Sturmankündigungen sollten bei entsprechenden Risikogewässern vor dem Baden erfragt werden.
- Den Körper vor Unterkühlung schützen ! Ertrinkungsunfälle ereignen sich nicht selten durch den Sturz in kaltes Wasser. Dabei kommt es häufig zu einem reflexartigen "Luft holen" unter Wasser, mit der Gefahr, dass das Wasser eingeatmet wird und in die Lunge gelangt. Bei weiterer Luftnot unter Wasser kann es u.a. zu Muskelkrämpfen und Bewusstseinseintrübung kommen, die die Gefahr des Ertrinkens mit sich bringen.
- Guter Sonnenschutz am Land und im Wasser !
Vor allem beim Schnorcheln empfiehlt es sich, unbedingt wasserfeste Sonnenschutzcremes und ggf. zusätzlich ein T-Shirt zu tragen, da die UV-Strahlung bis zu einem Meter in die Tiefe reicht und somit auch im Wasser einen Sonnenbrand hervorrufen kann. Da der Sonnenschutz durch ein T-Shirt nur einem Lichtschutz von ungefähr Faktor 5 entspricht, empfiehlt es sich, auch auf die von Kleidung bedeckten Hautpartien Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor aufzutragen.
