Bilharziose

Synonym: Schistosomiasis

Die Bilharziose wird durch Saugwürmer, sog. Schistosomen verursacht. Die daher auch "Schistosomiasis" genannte Krankheit ist in vielen Ländern der Tropen und Subtropen verbreitet. Nach Schätzungen der WHO sind ca. 200 Millionen Menschen mit Schistosomen infiziert. Die Saugwürmer leben in den Venen der Blase bzw. des Darmes und produzieren dort große Mengen von Eiern, die mit dem Urin bzw. Stuhl ausgeschieden werden. Bei Süßwasser-Kontakt schlüpfen die Larven aus den Eiern und befallen Wasserschnecken. In den Schnecken entwickeln sie sich weiter zu sogenannten Zerkarien, die durch die Atemhöhle der Schnecke wieder ins Wasser gelangen und dort frei an der Wasseroberfläche umherschwimmen. Befindet sich ein Mensch oder Tier im Wasser, durchbohren sie dessen Haut und wandern zunächst in die Leber und anschließend wieder in die Venengeflechte von Blase oder Darm. Dort reifen sie zu erwachsenen Würmern heran. Die erwachsenen Würmer können bis zu 15 Jahre leben und produzieren in dieser Zeit täglich ca. 100 - 3.000 Eier. Der Träger kann wiederum die Eier an jedes Gewässer abgegeben. Enthält das Gewässer die entsprechenden Wasserschnecken, können die Larven erneut in den Schnecken zu Zerkarien heranreifen und der Infektionszyklus beginnt erneut. Typische Krankheitszeichen der Bilharziose sind blutiger Urin bzw. Blutauflagerungen auf dem Stuhl. Bei langjährigem Wurmbefall können auch schwere Störungen der Leberfunktion auftreten. Wird ein Reisender erstmals durch Zerkarien im Gewässer befallen, treten als Erstreaktion gelegentlich juckende Hauterscheinungen und Fieber auf. Die Bilharziose ist, sofern rechtzeitig behandelt und komplikationsloser Verlauf, gut zu behandeln.

Übertragung:

Die Erreger dringen beim schwimmen oder baden im Süsswasser durch die Haut ein.

Schutz:

Durch das Vermeiden von Hautkontakten mit Süßwasser in Bilharziosegebieten kann das Infektionsrisiko ausgeschlossen werden.

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