Bilharziose

Synonyme: Schistosomiasis, Katayama-Fieber

tucan
  • Die Erkrankung wird durch Saugwürmer (Schistosomen) verursacht.
  • Die Erreger dringen beim schwimmen/baden im Süsswasser durch die Haut ein.
  • Vorkommen in vielen tropischen und subtropischen Ländern.
  • Vermeiden von Hautkontakten mit Süßwasser in Bilharziosegebieten

Vorkommen

  • Die Bilharziose (Schistosomiasis) wird durch Saugwürmer (Schistosomen) verursacht.
  • Saugwürmer kommen v.a. in Südamerika, der Karibik, Asien (Japan, China, Philippinen), Afrika, dem Nahen Osten und der arabischen Halbinsel vor.
  • Die Saugwürmer leben in den Venen der Blase bzw. des Darmes und produzieren dort große Mengen von Eiern, die mit dem Urin bzw. Stuhl ausgeschieden werden.
  • Bei Süßwasser-Kontakt schlüpfen die Larven aus den Eiern und befallen Wasserschnecken. In den Schnecken entwickeln sie sich weiter zu sogenannten Zerkarien, die durch die Atemhöhle der Schnecke wieder ins Wasser gelangen und dort frei an der Wasseroberfläche umherschwimmen.
  • Befindet sich ein Mensch oder Tier im Wasser, durchbohren sie dessen Haut und wandern zunächst in die Leber und anschließend wieder in die Venengeflechte von Blase oder Darm. Dort reifen sie zu erwachsenen Würmern heran.
  • Die erwachsenen Würmer können bis zu 15 Jahre leben und produzieren in dieser Zeit täglich ca. 100 - 3.000 Eier. Der Träger kann wiederum die Eier an jedes Gewässer abgegeben. Enthält das Gewässer die entsprechenden Wasserschnecken, können die Larven erneut in den Schnecken zu Zerkarien heranreifen und der Infektionszyklus beginnt erneut.

Beschwerden

  • Je nach Schistosomenart und nach befallenem Organ (Blase oder Darm) kann es zu blutigem Urin bzw. Blutauflagerungen auf dem Stuhl kommen.
  • Bei langjährigem Wurmbefall können auch schwere Störungen der Leberfunktion auftreten.
  • Wird ein Reisender erstmals durch Zerkarien im Gewässer befallen, treten als Erstreaktion juckende Hauterscheinungen (Quaddeln) und Fieber auf (Katayama Fieber). Neben dem Hautausschlag kann es im weiteren Verlauf auch zu Husten, Abgeschlagenheit, Muskel- und Bauchschmerzen sowie der Vergrößerung von Leber und Milz kommen.
  • Schistosomen können bis zu 20 Jahre in der Blasenwand des Menschen (oder in nahgelegener Umgebung) überleben und geben ständig Eier ab. Dadurch kann es zu einer chronischen Entzündung der Blasenwand kommen, was zu Beschwerden beim Wasserlassen und Blut im Urin führen kann. Ausserdem nimmt die Elastizität der Blasenwand durch Narbenbildung langsam ab.
  • Befallen die Eier die Darmwand, kann es dort zu Eigranulomen in der Darmwand kommen, die zu einer chronischen Darmentzündung und Polyposis führen.
  • Befallen die Schistosomen Leber und Milz, kann es hier zu Organvergrößerungen mit erheblichen funktionalen Ausfällen kommen, bis hin zum Tod.
  • Die Bilharziose ist, sofern rechtzeitig erkannt und komplikationsloser Verlauf, gut zu behandeln.

Übertragung

  • Die Erreger dringen beim Hautkontakt mit Süßwasser durch die Haut ein (z.B. beim Schwimmen, Baden, durch das Wasser waten, surfen).

Schutz

  • urch das Vermeiden von Hautkontakten mit Süßwasser in Bilharziosegebieten kann das Infektionsrisiko ausgeschlossen werden.
Saugwurm (Schisto) iStock / defun Saugwurmeier (Schisto) iStock / toeytoey2530 Korsika, Fluss Cavu iStock/Gwenvidig Surfer iStock / Bicho raro