Filariosen

Synonym: Lymphatische Filariose

tucan
  • Filariosen sind Wurmerkrankungen, die durch Fadenwürmer (sog. Filarien) verursacht werden.
  • Typische Filariosen sind die Elefantiasis, Onchozerkose und der Medinawurm.
  • Filariosen werden meistens durch Mücken- oder Bremsenstiche übertragen.
  • Reisende haben ein sehr geringes Infektionsrisiko.

Filariosen sind Wurmerkrankungen, die durch Fadenwürmer (sog. Filarien) verursacht werden. Es gibt unterschiedliche Arten von Fadenwürmern die ausserhalb des Darms unter der Haut, im Bindegewebe oder in Blut- und Lymphgefäßen leben. Hier verursachen sie unterschiedliche Beschwerden und Krankheitsbilder. Schwerwiegende Krankheitsverläufe sind vor allem bei der einheimischen Bevölkerung aufgrund von langjährigen, immer wiederkehrenden Infektionen zu beobachten. Typische Filariosen sind die Elefantiasis, Onchozerkose und der Medinawurm. Der Medinawurm (Dracunculus medinensis) kann bis zu einem Meter lang werden und nistet sich im Bindegewebe, meist im Bein, ein. Bei Wasserkontakt durchbohrt er die Haut, um seine Larven abzulegen. Meist wird der Wurm erst dann sichtbar und der Befall dadurch erkannt. Die sicherste und traditionelle Methode besteht im langsamen Aufwickeln des Wurmes um ein Hölzchen, um ihn somit aus dem eigenen Körper herauszuziehen. Dabei ist es sehr wichtig, behutsam vorzugehen, damit der Wurm nicht abreißt und die damit verbundene große Infektionsgefahr vermieden wird. Der Medinawurm-Befall ist insgesamt sehr selten und bei Reisenden nur ein theoretisches Risiko, das in der Praxis in den letzten Jahren nirgendwo gemeldet worden ist.

Übertragung:

Filariosen werden durch Mücken- oder Bremsenstiche übertragen. Eine Ausnahme bildet der Medinawurm-Befall, der durch Trinken von Larvenhaltigen Wasser aus Brunnen und anderen offenen Wasserstellen übertragen wird. Für Reisende stellen Filariosen nur ein geringes Risiko dar, da aufgrund der geringen Wurmdichte, die sich bei Übertragung und kurzer Reisedauer aufbaut, in der Regel keine schwerwiegenden Gesundheitsstörungen entstehen.

Schutz:

Guter Mückenschutz bzw. saubere Trinkwasserhygiene (ggf. Filterung des Trinkwassers)