Influenza (saisonal)

Synonym: Grippe

tucan
  • Die saisonale Influenza wird durch humane Influenza A-Viren (Subtypen H1, H2, H3) und Influenza B-Viren verursacht.
  • In Deutschland sterben jährlich zwischen 5.000-8.000 Menschen an einer Influenza oder den Folgeerkrankungen.
  • Die meisten Krankheitsfälle treten zwischen Dezember und April auf.
  • Grippewellen verlaufen jedes Jahr unterschiedlich.
  • Gefährdet sind vor allem ältere Personen über 60 Jahre, chronisch Kranke und Schwangere.
  • Für die Schutzimpfung gelten September, Oktober und November als ideale Impfmonate.
  • Risikogruppen sollten sich impfen lassen (ggf. auch zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Grippewelle bereits eingesetzt hat).
Die Grippe oder saisonale Influenza ist im Gegensatz zu den sonst häufig banalen Erkältungskrankheiten eine ernstzunehmende Erkrankung, die insbesondere bei Kindern und älteren Menschen einen lebensbedrohlichen Verlauf einnehmen kann. Die saisonale Influenza beim Menschen wird durch humane Influenza A-Viren (Subtypen H1, H2, H3) und Influenza B-Viren verursacht. Die fieberhaften Beschwerden können sich in vielerlei Weise äußern. Zumeist sind es Glieder- und Kopfschmerzen, Hals- und Brustschmerzen oft im Zusammenhang mit einem starken Hustenreiz, als auch Übelkeit und Erbrechen. Die Beschwerden dauern zumeist bis zu einer Woche an, die Erholungsphase des Körpers auf einen grippalen Infekt kann sich jedoch über mehrere Wochen hinwegziehen. Die häufigsten Komplikationen sind in erster Linie eine Lungenentzündung, die vor allem ältere Menschen stark gefährdet, als auch eine Hirnhautentzündung, die insbesondere Kinder betrifft. In Deutschland sterben jährlich laut Influenzaberichtet des RKI zwischen 5.000-8.000 Menschen an einer Influenza. Die meisten Influenza-Krankheitsfälle treten zwischen Dezember und April auf. Ob eine Grippewelle einen normalen oder schweren Verlauf nimmt, kann nur schwer vorhergesagt werden. Fest steht: Grippewellen verlaufen jedes Jahr unterschiedlich. Gefährdet sind vor allem ältere Personen über 60 Jahre, chronisch Kranke und Schwangere.

Übertragung:

Die Influenza wird durch Viren verursacht, die durch Tröpfcheninfektion verbreitet werden. In einem wellenförmigen Zyklus bricht die "Grippewelle" alljährlich zu bestimmten Jahreszeiten weltweit in verschiedenen Ländern aus und führt dort zu hohen Infektionsraten in der Bevölkerung.

Schutz:

Influenza-Schutzimpfung
Als ideale Impfmonate gelten September, Oktober und November. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Grippewelle bereits eingesetzt hat, ist eine Impfung für Risikopersonen sinnvoll. Der individuelle Fall sollte mit dem Arzt besprochen werden. Als Risikopersonen gelten u.a. Personen über 60 Jahre, Personen mit chronischen Erkrankungen der Lunge, des Herzens, der Leber und Nieren, des Stoffwechsels (z.B. Diabetiker), sowie Personen mit Immundefekten, HIV-Infektion und chronisch neurologischen Erkrankungen. Ebenso zu den Risikokreisen zählen Schwangere ab dem 2. Trimenon, sowie Personen mit engem Kontakt zur Bevölkerung (z.B. medizinisches Personal, Schul- und Kindergartenpersonal, Verkaufspersonal, Personal der öffentlichen Verkehrsmittel, etc.). Allen Risikopersonen empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) eine Grippeschutzimpfung. Bei fortbestehendem Risiko ist eine alljährliche Auffrischimpfung angeraten. Nach der Impfung ist der Impfschutz in 10 bis 14 Tagen aufgebaut. Der im Handel erhältliche Grippe-Impfstoff schützt nicht vor der Vogelgrippe. Der auf dem Markt gängige "Influenza-Impfstoff" (=Grippe-Impfung) richtet sich gegen die für den Menschen häufig pathogenen Subtypen der Influenzaviren und wird jedes Jahr von der Weltgesundheitsorganisation entsprechend der dominierenden Subtypen neu zusammengestellt.

Weitere Schutzmaßnahmen
Neben der Schutzimpfung gibt es auch wichtige Verhaltensmaßnahmen die vor der Ausbreitung der Erkrankung schützen. Dazu gehören das Vermeiden von nahen Kontakten zu Kranken, ebenso wie das sich Fernhalten von Gesunden im Erkrankungsfall. Es wird empfohlen im Erkrankungsfall wenn möglich Zuhause zu bleiben. Um Kontaktpersonen des Umfeldes zu schützen sollten Arbeits- oder Ausbildungsstätten nicht besucht und nach Möglichkeit keine Besorgungen selbst unternommen werden. Bei Husten oder Niesen sollte der Mund und Nasenbereich durch z.B. das Vorhalten eines Taschentuches abgedeckt werden, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion im Umfeld zu reduzieren. Ebenfalls gehört häufiges Händewaschen mit warmen Wasser und Seife zu den Maßnahmen die das Übertragungsrisiko senken.

Empfehlungen für Reisende

Die Influenza ("echte Grippe") stellt weltweit eine häufige Ursache akuter Atemwegserkrankungen dar, so dass eine Grippe-Impfung für Reisende mit erhöhter Exposition (= Infektionsrisiko) oder mit erhöhter Gefährdung durch eine Influenza (durch bestimmte Grunderkrankungen) zu erwägen ist. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) empfiehlt Reisenden:


1. Für Reisen in die unten genannten Gebiete mit aktuellen Ausbrüchen ist prinzipiell eine Grippeimpfung empfohlen:

  • bei Reisen auf der nördlichen Hemisphäre zwischen November und April
  • bei Reisen auf der südlichen Hemisphäre zwischen Mai und Oktober
  • bei Reisen in die Tropen oder Subtropen (zwischen den Wendekreisen) ganzjähri

    Bei Reisen auf die südliche Halbkugel ist die Verwendung eines speziellen Impfstoffes nicht erforderlich. Nach bisherigen Erfahrungen schützt der hiesige Impfstoff ausreichend. Mit einer Schutzdauer von 3 - 6 Monaten kann gerechnet werden.

2. Folgende Risikogruppen sollten geimpft sein:

  • Reisende älter als 60 Jahre
  • Kinder, Jugendliche, Erwachsene mit erhöhter Gefährdung infolge eines Grundleidens,
    bei beruflicher Exposition oder bei drohender Epidemie (STIKO-Empfehlungen beachten)

3. Folgende Reisende besitzen ein erhöhtes Expositionsrisiko (= das Risiko einem Krankheitserreger ausgesetzt zu sein):

  • Passagiere auf Kreuzschiffen
  • Reisende auf längeren Flug-, Bus- oder Bahnfahrten
  • Reisen mit organisierten Touristengruppen
  • Besuch von Großveranstaltungen
  • Mekka-Pilger
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