Kokzidieninfektion

Synonyme: Kryptosporidose, Zyklosporiasis, Isosporiasis

Die Kokzidieninfektion wird durch Parasiten (sog. Kokzidien aus dem Stamm der Sporozoen) verursacht. Es gibt viele Arten von Kokzidien, die infektiöse Sporen bilden. Für den Menschen gefährlich sind v.a. die Kryptosporen, Isosporen und Cyclosporen. Die Erreger kommen weltweit, bevorzugt in den Tropen und Subtropen, vor. Die Kokzidien befallen den Darm des Menschen, können Durchfälle verursachen und werden durch den Stuhl ausgeschieden. Besonders gefährdet sind immunsupprimierte Personen (d.h. abwehrschwache Personen z.B. AIDS-Patienten), die auf eine Kokzidieninfektion andauernde Durchfälle mit starker Gewichtsabnahme und zunehmender körperlicher Schwäche entwickeln können. Bei immunkompetenten (d.h. gesunden, abwehrstarken Personen) treten starke, akute Durchfälle oftmals mit Bauchkrämpfen auf, die schubweise oder aber auch Wochen anhalten können. Zur Behandlung der Kokzidieninfektion werden Medikamente meistens mit gutem Erfolg eingesetzt. Man unterscheidet, je nach Erregerart unterschiedliche Kokzidieninfektionen:

Cyclosporainfektionen (Cyclospora cayetanensis):
Die Infektion tritt in allen Altergruppen auf. Bei Reisenden wurden in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Cyclosporainfektionen nachgewiesen (v.a. bei Reisenden in Regionen mit schlechter Wasserversorgung und mangelhaften sanitären Verhältnissen).

Kryptosporidieninfektion (Cryptosporidium parvum):
Bei 2-5 % aller Reisenden in tropische Länder werden Kryptosporidieninfektionen nachgewiesen (häufig v.a. bei Kindern bis zu fünf Jahren). Bei 11 - 48 % der AIDS-Patienten mit Durchfallbeschwerden konnten Kryptosporidien nachgewiesen werden. Bei diesem Personenkreis kann der Erreger eine lebensgefährliche Infektion darstellen.

Isosporainfektionen (Isospora belli):
In den Industriestaaten stellt die Isosporainfektion eine nicht häufige Infektion dar. In den Entwicklungsländern wurden diese Erreger hingegen bei 10-20% der AIDS-Patienten mit Durchfallbeschwerden nachgewiesen.

Übertragung:

Die Erreger werden von infizierten Menschen und Tieren mit dem Stuhl ausgeschieden und können durch verunreinigtes Trinkwasser und/oder Lebensmittel aufgenommen werden.

Schutz:

Gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene ist unbedingt erforderlich. Einige infektiöse Erregersporen werden durch die Chlorierung des Trinkwassers nicht abgetötet. Daher sollte natürliches Trinkwasser (auch Leitungswasser) unbedingt abgekocht (mind. 1 Minute tötet Kryptosporidien ab, mind. 10 min Cyclospora) und/oder gefiltert werden (z.B. durch Keramikfilter). Auch regelmäßiges Händewaschen stellt eine wichtige Maßnahme zur Reduzierung des Infektionsrisikos dar. Urlauber an Flüssen und Seen, sollten nach Möglichkeit das Schlucken von Wasser beim Baden vermeiden. Camper sollten stets auf eine strikte Trennung von Lebensmitteln und Erde achten.