Krimkongofieber

tucan
  • Das Krim-Kongo-Fieber ist eine virale Infektionskrankheit und wird durch Zecken übertragen.
  • Vorkommen in vielen Ländern Afrikas, Asiens aber auch Europas.
  • Die Tödlichkeit der Erkrankung hängt stark von der medizinischen Versorgung ab und kann zwischen 10 bis 50 % betragen.
  • Gelegentlich erkranken auch Touristen.
Das Krim-Kongo-Fieber wird durch Viren (sog. Nairoviren der Familie Bunyaviridae) verursacht. In der Fachsprache spricht man von einem "Hämorrhagischen" Krim-Kongo Fieber, weil bei der Erkrankung "Hämorrhagien" auftreten, d.h. eine erhöhte Blutungsneigung des Körpers besteht. Das Krim-Kongo-Fieber ist weitverbreitet. Es tritt in vielen Ländern Afrikas, Asiens aber auch Europas auf und wird vor allem aus Afghanistan, Bulgarien, Türkei, China, Ungarn, Irak, Iran, Pakistan und Syrien berichtet. Ungefähr 5 bis 12 Tage nach Infektion (manchmal auch kürzer) kommt es zu plötzlichem, hohen Fieber, Benommenheit und starken Gelenk- und Leibschmerzen. Im weiteren Verlauf treten Blutungen auf, die zunächst an der Haut und Schleimhaut zu beobachten sind, jedoch im ganzen Körper auftreten können und zu einem Kreislaufkollaps und Schocksyndrom führen können. In der zweiten Krankheitswoche kann es in vielen Fällen durch Leber-, Nieren- und Kreislaufversagen zum Tod kommen. Die Tödlichkeit der Erkrankung hängt stark von der medizinischen Versorgung ab und kann zwischen 10 bis 50 % betragen. Übersteht der Patient die zweite Krankheitswoche, so tritt in aller Regel eine sehr langsame Genesung ein, die häufig mit Komplikationen (wie z.B. Seh- und Hörschäden, Haarverlust, schnelle Ermüdbarkeit, etc.) einher geht. Eine Behandlung und Versorgung der Patienten mit Blutungen ist sehr problematisch und erfordert höchste Vorsichtsmaßnahmen und medizinische Kenntnisse. Zur gezielten Bekämpfung des Virus steht neuerdings das Medikament Ribavirin zur Verfügung, das aber nur in der frühen Erkrankungsphase wirksam ist. Das Verhältnis von behandlungsbedürftigen Erkrankungen zu Infektionen wird mit 1:5 angegeben, was bedeutet, dass milde Verlaufsformen der Erkrankung überwiegen.

Übertragung:

Übertragen werden die Viren durch den Stich von Zecken (häufig sog. Hyalomma). Nachdem sich die Zecken häufig im Fell von Nutztieren (Schafen, Ziegen, Rinder) aufhalten, sind vor allem auch Personen in der Landwirtschaft und Tierzucht, aber auch Camper gefährdet. Außer durch Zeckenstich, kann sich der Mensch zusätzlich auch durch Blut, frisches Fleisch von Schafen oder Ziegen als auch durch sogenannte "Aerosole" (Erregerhaltige Luftteilchen die aus der Atemluft infizierter Personen eingeatmet werden können) infizieren. Eine Ansteckung mittels Aerosole birgt ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Schutz:

Guter Schutz vor Zecken. Die meisten Zeckenstiche werden bei Freilandaufenthalten erworben. Vorbeugende Maßnahmen bestehen durch hautbedeckende Kleidung, wie z.B. langärmelige Hemden, lange Hosen, Strümpfe und ein festes Schuhwerk. Auch bestimmte mückenabweisende Cremes und Lotionen können Zecken bis zu einem gewissen Grad abhalten - meistens jedoch nur für wenige Stunden. Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden. Ist es zum Zeckenstich gekommen, sollte die Zecke umgehend - am besten mit einer "Zecken-Pinzette" - entfernt werden. Krankenhauspersonal sollte in den betroffenen Ländern auf die Gefährlichkeit der Erregerübertragung mittels Blut, Aerosol und Sekret hingewiesen und in entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen unterwiesen werden.

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