Leishmaniasis

Synonyme: Hautleishmaniose, Kala Azar, Orientbeule

tucan
  • Alljährlich treten zwischen 900.000 und 1,3 Mio. Neuerkrankungen und 20.000-30.000 Todesfälle auf. (WHO)
  • Die Leishmaniose tritt auf vier Kontinenten in 88 Ländern auf.
  • Rund 310 Mio. Menschen leben in Risikogebieten.
  • Je nach Befall unterscheidet man die kutane, muko-kutanen oder viszeralen Leishmaniose.

Die Leishmaniose (syn. Leishmaniasis) wird durch Parasiten (sog. Leishmanien) verursacht. Sie befallen bestimmte Zellen des Immunsystems und schädigen dadurch Milz, Leber, Knochenmark, Lymphknoten, Haut und -Schleimhaut. Der Schweregrad der Erkrankung und das Krankheitsbild richten sich nach der Erregerart, der Größe des Erregerbefalls als auch nach der Abwehrkraft der infizierten Person. Befallen die Erreger die Haut spricht man von einer Hautleishmaniose (sog. kutane Leishmaniose), sind die Schleimhäute betroffen spricht man von einer muko-kutanen Leishmaniose und sind innere Organe betroffen spricht man von einer viszeralen Leishmaniose oder auch Kala Azar.

Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation, treten jährlich zwischen 900.000 und 1,3 Mio. Neuerkrankungen und 20.000-30.000 Todesfälle auf. Die Leishmaniose tritt auf vier Kontinenten in 88 Ländern auf. Rund 310 Mio. Menschen leben in Risikogebieten. Für die Verbreitung der Erkrankung spielen Klimafaktoren, wie z.B. die Flugzeiten der Überträgermücken, eine wesentliche Rolle. Die Erkrankung tritt in tropischen und subtropischen Klimazonen einschließlich der Mittelmeerländer auf. In Südeuropa ist die Hauptflugzeit der Mücken im Wesentlichen in den Monaten Juni, Juli, August und September. Betroffen sind vor allem die Küstenregionen von Frankreich, Italien, Spanien und Portugal als auch die Inseln im Mittelmeer wie z.B. die Balearen (Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera), Korsika, Sardinien, Malta und Elba.

Im Falle der Hautleishmaniose entwickelt sich ein Hautgeschwür (sog. Orient- oder Dehlibeule), das häufig erst nach Monaten unter Narbenbildung abheilt. Rund 70% aller 2012 von der WHO registrierten Fälle traten in 10 Ländern auf: Afghanistan, Algerien, Brasilien,  Kolumbien, Costa Rica, Äthiopien, Iran, Peru, Sudan und Syrien. Bei der Ausbildung von Schleimhautgeschwüren, die bevorzugt im Gesicht auftreten, kann es zu ausgeprägten Verstümmelungen der betroffenen Gesichtspartien kommen. 90% der muko-kutanen Leishmaniose wird aus den Ländern Bolivien, Brasilien und Peru berichtet.

Im Rahmen einer Allgemeininfektion befallen die Parasiten wichtige Körperorgane und beeinträchtigen ihre Funktionen. Das daraus resultierende Krankheitsbild der Kala Azar ist schwerwiegend und kann unbehandelt tödlich enden. 90% aller Kala Azar-Fälle treten in sechs Ländern auf: Bangladesch, Brasilien, Äthiopien, Indien, Südsudan und Sudan.

Bilder der Leishmaniose zeigt die WHO auf ihrer Leishmaniose-Informationsseite.

Übertragung

Die Leishmanien werden durch den Stich der sogenannten "Sandmücken" (Familie der Schmetterlingsmücken) übertragen. Die Mückenart ist tag- und nachtaktiv.

Schutz

Ein guter Mückenschutz schützt auch vor den Stichen der Schmetterlingsmücken und sollte daher stets durchgeführt werden.

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