Leptospirose

Die Leptospirose wird durch Bakterien (sog. Spirochäten der Gattung Leptospira) verursacht. "Lepto" bedeutet auf griechisch "fein" und "speira" "Spirale". Mit "feiner Spirale" wird die spiralförmige Gestalt der Bakterienart beschrieben, welche die Erkrankung hervorruft und ihr den Namen verleiht. Die Leptospirose ist weltweit verbreitet und tritt bevorzugt in Regionen mit tropisch, warmen Klima auf. In gemäßigten Klimazonen infizieren sich meist Personen beruflicher Risikogruppen. In Deutschland werden jährlich rund 20 Leptospirose-Erkrankungen gemeldet. Bei Reisenden stellt die Leptospirose eine seltene Erkrankung dar. In vielen Fällen verläuft die Infektion nur mit milden oder gar keinen körperlichen Beschwerden. Kommt es zu einem ernsten Krankheitsbild, entwickelt der Patient ungefähr 2 - 22 Tage nach der Infektion zunächst Fieber, Kopf-, Bauch- und Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Entzündung der Gehirnhäute (Meningitis) und/oder des Herzens (Myokarditis), einem Nierenversagen, sowie zu schweren Blutungen und zum Schocksyndrom kommen. Ungefähr 20-30 % der Fälle verlaufen bei ausbleibender Behandlung tödlich. Daher ist eine rechtzeitige Behandlung entscheidend über den weiteren Verlauf der Erkrankung. Leptospirose wird medikamentös mit Antibiotika behandelt.

Übertragung:

Durch den Urin von infizierten Tieren (v.a. Hunde, Ratten, Rindern, Schweinen) können die Erreger durch Wasser, Erde oder Nahrungsmittel auf den Menschen übertragen werden. Durch den direkten Kontakt zu infizierten Tieren (über Eintrittspforten wie Auge, Mund, Nase, aber auch kleine Verletzungen der Haut oder Schleimhaut, etc.) können die Leptospiren auf beinahe jeden Weg in den Körper eindringen. Eine Übertragung durch den Biss infizierter Ratten ist ebenfalls beschrieben worden. Daher sind Personen die in Abwasserkanälen, Häfen, Plantagen und in der Natur arbeiten besonders gefährdet. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr selten.

Schutz:

Es gibt keine spezifischen Schutzmaßnahmen für Reisende. Sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene, sowie die Meidung von Nutztierstallungen kann das Infektionsrisiko reduzieren. Für Haus- und Nutztiere existieren Impfstoffe, die eine Infektion des Tieres nicht ausschließen, aber das Übertragungsrisiko auf den Menschen erheblich reduzieren. Wichtige Hygienemaßnahmen (u.a. Schutzkleidung und u.U. Chemoprophylaxe) sind Berufsgruppen mit erhöhtem Infektionsrisiko empfohlen.