MERS-CoV

tucan
  • Das Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV) ist seit April 2012 bekannt.
  • Es tritt überwiegend auf der arabischen Halbinsel vorwiegend in Saudi-Arabien auf.
  • Das Virus verursacht grippeähnliche Beschwerden. Im schlimmsten Fall Pneumonien, akutes Atemwegssyndrom oder Nierenversagen.
  • Eine spezifische Therapie gegen MERS-CoV existiert nicht, daher kann bei Behandlung der Schwerpunkt nur auf die Linderung der Beschwerden beschränkt werden.
MERS - Grafik iStock/stanciuc

Das MERS-CoV (Middle East respiratory syndrome coronavirus) stammt aus der Familie der Coronaviren und wurde im Jahr 2012 erstmals identifiziert. Bislang gibt es keine offizielle eingedeutschte Bezeichnung der Erkrankung. Übersetzt steht die Abkürzung für „Nahost-Atemwegssyndrom-Coronavirus“.

Grippeähnliche Beschwerden

Beim Menschen führt das Virus zu grippeähnlichen Beschwerden. Bildet sich im Verlauf der Erkrankung ein schwerer Krankheitsverlauf, so kann es zu einer schweren Infektion der Lunge (Pneumonie), zu einem akuten Atemwegssyndrom und Nierenversagen kommen. Besonders gefährdet sind Personen mit chronischen Erkrankungen z.B. Diabetes, Krebs oder Immundefekten. Die Zeit zwischen Infektion und Krankheitsausbruch (sog. Inkubationszeit) beträgt meistens ein bis zwei Wochen.

Ursprungsort ist die arabische Halbinsel

Den Ursprung hat das Virus auf der arabischen Halbinsel vorwiegend in Saudi-Arabien. Erkrankungsfälle traten v.a. in Saudi-Arabien, Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Katar und Süd-Korea auf. Ferner vereinzelnd auch in Frankreich, Italien, Tunesien Griechenland, Malaysia, Thailand, China, Ägypten, USA, Niederlanden, Österreich, Türkei, Deutschland und im Vereinigten Königreich. Bis 16. Juni 2015 wurden von der WHO über 1.321 Erkrankte und mindestens 466 Todesfälle gemeldet.

Keine spezifische Therapie

Eine spezifische Therapie gegen MERS-CoV existiert nicht, daher kann bei Behandlung der Erkrankten sich der Schwerpunkt nur auf die Linderung der Beschwerden beschränken. Generell sollte bei schweren Pneumonien und Atemnotsyndromen immer eine labordiagnostische Abklärung erfolgen. Indizien für eine MERS-CoV-Infektion könnten u.a. der Aufenthalt in einem Land der arabischen Halbinsel sein, der Kontakt mit einer medizinischen Einrichtung in Südkorea oder aber auch der Kontakt mit einem Patienten mit bestätigter oder wahrscheinlicher MERS-CoV-Infektion.

Übertragung:

Die bisherigen Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Viren nur selten von Mensch-zu-Mensch übertragen werden. Als primärer Wirt werden Fledermäuse angenommen, die wiederum Dromedare infizieren. Von Dromedaren können die Viren gelegentlich auf den Menschen übertragen werden. Die Viren können jedoch auch in untergeordnetem Maße über Tröpfcheninfektion und Schmierinfektion von Mensch-zu-Mensch übertragen werden. Dabei sind v.a. die Nasensekrete und die Sekrete aus dem oberen Atemtrakt infektiös, die durch Husten oder Niesen über kontaminierte (mit Erregern verunreinigte) Hände weiteregegeben werden. Bei den deutschen Erkrankungsfällen aus Abu Dhabi war dies der Fall.

Schutz:

Spezifische Schutzmaßnahmen existieren nicht. In den betroffenen Ländern sollte man sich von Dromedaren und ihren Stallungen fernhalten. Indizien für eine MERS-CoV-Infektion könnten u.a. der Aufenthalt in einem Land der arabischen Halbinsel sein, der Kontakt mit einer medizinischen Einrichtung in Südkorea oder aber auch der Kontakt mit einem Patienten mit bestätigter oder wahrscheinlicher MERS-CoV-Infektion.

Über die aktuellen Entwicklungen berichte die WHO – Weltgesundheitsorganisation und das Robert Koch-Institut